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Gemeinderat, 39. Sitzung vom 24.11.2008, Wörtliches Protokoll  -  Seite 54 von 130

 

Wienern und Wienerinnen, die Pflege benötigen, und zwar dringend benötigen, hilfreich zur Seite zu stehen.

 

Das Budget ist genau aus diesen drei Gründen, nämlich aus finanzpolitischen, wirtschaftspolitischen und sozialpolitischen Gründen, abzulehnen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau GRin Puller. Ich erteile es ihr.

 

GRin Ingrid Puller (Grüner Klub im Rathaus): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Frau Stadträtin!

 

Vorerst danke ich vielmals für die rege Anteilnahme! Ich wurde heute schon von mindestens 20 KollegInnen gefragt, woran ich denn leide. – Ich habe eine akute Knieverletzung, ein Meniskusleiden. Es ist schlimmer, als es ausschaut. – Danke schön. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)

 

Ich möchte die Budgetdebatte heute dazu benützen, um unter anderem einen alten Antrag einzubringen, und zwar geht es um den S45-Vorortelinie-Antrag betreffend Verlängerung der S45 vom Handelskai bis zum Praterkai. Es ist, wie gesagt, nicht das erste Mal, dass wir GRÜNE diesen Antrag einbringen, wir haben ihn schon unter Finanzstadtrat Rieder eingebracht.

 

Wie Sie wissen, meine Damen und Herren, ist die S45-Vorortelinie voriges Jahr auf großen Druck der GRÜNEN intervallverkürzt worden. Wir GRÜNE haben in kürzester Zeit in den Bezirken, durch welche die S45 fährt, eine große Unterschriftenaktion gestartet und haben innerhalb von nur drei Wochen 6 300 Unterschriften sammeln können, und auch auf Grund dieser Unterschriften wurde die S45 dann intervallverkürzt. Nochmals herzlichen Dank, Frau Stadträtin, dass Sie uns entgegengekommen sind und der Bevölkerung eine Intervallverkürzung der S45 angeboten haben!

 

Aber – wie gesagt –: Von nichts kommt nichts. Von allein geht es leider nicht. Und das ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass viele Kollegen und Kolleginnen in diesem Saal leider selten oder gar nicht öffentliche Verkehrsmittel benützen.

 

Durch diese Intervallverkürzung gab es auf der S45 erhebliche Fahrgastzuwächse, und die S45 ist nach wie vor beliebter denn je. Doch es fehlt ein kleines Stück, und zwar die Verlängerung der S45 von der Nordbahnbrücke bis zur Ostbahnbrücke S80. Im Masterplan 2003 war dafür ein Realisierungszeitrahmen von 2007 bis 2011 vorgesehen, mit der Evaluierung des Masterplans hat sich dieser Realisierungszeitraum allerdings auf 2014 bis 2020 verschoben. Wieso kann man dieses Verbindungsstück nicht wirklich einmal realisieren, um diesen wichtigen Außenschnellbahnring endlich zu schließen? Daher stellen wir GRÜNE heute noch einmal folgenden Antrag:

 

„Die Frau amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke und der Herr amtsführende Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr werden aufgefordert, sich in Verhandlungen mit den ÖBB für die rasche Verlängerung der S45 bis zur Ostbahnbrücke S80 einzusetzen und dafür auch die notwendigen Kofinanzierungsmittel bereitzustellen. – Es handelt sich hiebei um einen Antrag auf Zuweisung.“

 

Mein zweiter Antrag betrifft die neuen Fahrpläne der ÖBB. – Ich hatte sozusagen nichts Besseres zu tun, da mich mein akuter Meniskusanfall seit Freitag zwang, zu Hause zu bleiben, als mich mit diesen zu befassen. Ich habe im „Kurier" geblättert und fand darin am Samstag, 22. November, eine große Anzeige, eine richtige Jubelhalbseite von Frau Mag Gabriele Lutter, der Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG. Darin steht ganz groß: „Wien steigt um! Manchmal reicht es ganz einfach. Hohe Benzinpreise, Baustellen und Staus, da kann man schon einmal die Nase voll haben. Die ÖBB haben das Gegenmittel: Einfach umsteigen! Mit der S-Bahn kommt man bequem, sicher und kostengünstig ans Ziel. Auf Grund steigender Spritpreise und wachsenden Umweltbewusstseins denken immer mehr ÖsterreicherInnen über Alternativen zum Auto nach, auch in der Freizeit. ‚Bahn fahren!’ lautet immer häufiger die Antwort auf die Frage nach Alternativen."

 

Im Hinblick darauf habe ich mir die Alternativen angeschaut. Es ist schon wahr: Die S50 wird jetzt mit dem neuen ÖBB-Fahrplan, der mit 15.12.2008 in Kraft tritt, auch intervallverdichtet. Also habe ich mir die Fahrpläne im Internet genauer angeschaut und habe sehr erstaunt festgestellt, meine Damen und Herren, dass aus dem Süßenbrunn-Fahrplan alle Verdichtungszüge in den Hauptverkehrszeiten herausgenommen wurden. Das sind insgesamt 9 Züge, meine Damen und Herren! In der Morgenspitze sind 17 Züge gefahren, jetzt mit dem neuen Fahrplan fahren nur mehr 11 Züge. Und am Abend sind bis jetzt 20 Züge gefahren, jetzt sind es nur mehr 17. Süßenbrunn ist ohnedies sehr mager mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestückt, es ist aber ein Gebiet, in dem die Kleingartenhäuser aus dem Boden schießen. Im Hinblick darauf danke ich wirklich vielmals für die Intervallausdehnung!

 

Meine Damen und Herren! Auf der Strecke Floridsdorf – Strebersdorf wurde nur ein Zug herausgenommen. Damit kann man leben. Okay. Dafür sind die Fahrzeiten planlos. Die muss man sich erst einmal merken! Man wird sie bald nur mehr im Internet finden, denn das Kursbuch, in dem es vor allem ältere Personen oder sozial Schwache schwarz auf weiß haben, soll ja aufgelassen werden. Und nicht jeder hat Internet. Außerdem es ist irrsinnig mühsam, im Internet die Fahrpläne herauszusuchen. Darüber hinaus werden auch Veränderungen unter den Teppich gekehrt. Es nimmt sich ja niemand mehr die Zeit, das zu vergleichen, und viele haben keinen Drucker, um die Fahrpläne auszudrucken.

 

Beim Fahrplan in Richtung Strebersdorf sind die Intervalle sehr unterschiedlich. Ab 6.03 Uhr betragen die Intervalle 18 Minuten, 11 Minuten, 6 Minuten, 11 Minuten, 19 Minuten, 7 Minuten, 11 Minuten, 19 Minuten. Es besteht überhaupt keine Kontinuierlichkeit. Bei der Tramway ist wenigstens am Morgen ab 6.03 Uhr von 3 bis 6 Minuten die Rede, und dann gibt es kontinuierliche Intervalle von 10 Minuten. Darunter kann man sich irgendwie etwas vorstellen. Aber bei dem Strebersdorfer

 

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