Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Erreger: Poliovirus (drei Serotypen)
Durch Enteroviren verursachte Infektionskrankheit, die in ihrer schwersten Form durch schlaffe Lähmungen gekennzeichnet ist und zu Dauerschäden oder Tod führen kann.
Vorkommen und Verbreitung
Die Kinderlähmung ist schon seit Jahrzehnten in hoch entwickelten Industrieländern - wie Österreich - nicht mehr aufgetreten. Ursprünglich war die Verbreitung weltweit. In vielen Entwicklungsländern des asiatisch-afrikanischen Raumes kommt die Kinderlähmung noch vor und kann jederzeit eingeschleppt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unternimmt gewaltige Anstrengungen, um diese Erkrankung auszurotten.
Übertragung
Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich auf faeko-oralem Weg (Schmutz- und Schmierinfektion). Infektionsquellen sind Rachensekret und Stuhl infizierter Menschen.
Krankheitsbild
Die Inkubationszeit beträgt fünf bis 14 Tage. Anfangssymptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen. Zunächst vermehrt sich das Virus im Darm und kann über die Blutbahn das Nervensystem schädigen. Dadurch können Lähmungen auftreten - etwa in einem von hundert Fällen. Dieses Risiko steigt mit dem Alter!
Infektionsgefahr besteht zu Beginn der Erkrankung. Die Patienten sollten daher isoliert werden. Besonders infektiös sind Ausscheidungen (Stuhl) - bis zu sechs Wochen lang.
- Diagnose: klinisch, Erregernachweis, serologisch
- Behandlung: symptomatisch
- Prophylaxe: allgemeine Hygiene, Impfung (Stichimpfung = IPV SALK, Schutzdauer: zehn Jahre)
Meldepflicht
In Wien ergeht Meldung an das zuständige Bezirksgesundheitsamt durch die behandelnde Ärztin beziehungsweise den behandelnden Arzt sowie die Krankenanstalt.
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