Wettbewerbsergebnisse

Beiträge zu diesem Wettbewerb:   

Aspanggründe - Eurogate

Gewinner: Ansicht (191-KB-JPG)
Gewinner: Ansicht
(191-KB-JPG)
Projekttitel: Aspanggründe - Eurogate
Standort: 1030 Wien, Aspanggründe - Teilbereich
Auslober: Bundesimmobilien GesmbH, Bauträger Austria Immobilien GmbH - in Kooperation mit Stadt Wien, vertreten durch Magistratsabteilung 21 A und dem Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds
 
Jurierung: Das Beurteilungsgremium empfiehlt den Auslobern das Projekt 2 als wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung des städtebaulichen Konzeptes in Richtung Neufestsetzung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes sowie für Baublock A die Weiterentwicklung des Projektes 1 und dessen Integration in das Projekt 2. (Erläuterungen für die Überarbeitung siehe Juryprotokoll)
Preisgericht: DI Dr Kunibert Wachten (Vorsitz), Arch DI Peter Podsedensek, Arch DI Markus Gaiswinkler, Arch Mag arch Margarethe Cufer, Senatsrat DI Klaus Vatter (MA21 A), DI Andrea Kreppenhofer (MA19), DI Rudolf Zabrana (Bezirksvorsteher-Stellvertreter), DI Thomas Jakoubek (BAI), Mag Harald Butter (BAI), Mag arch Erich Rieck (BIG), Ing Günter Hofmann (BIG), Dr Josef Ostermayer (WBSF), Prok Josef Frühwirth (WBSF) - beratende Mitglieder ohne Stimmrecht: Ing Alfred Theuermann (MD-BD), Mag Jürgen Bauer (ÖBB), Mag Arno Grumbeck (Anrainervertreter), Günther Tolar (Anrainervertreter)
Beteiligung: 7 Teilnehmer
Aufwandsentschädigung: Alle Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von € 12.000,- / zuzüglich an Spesenersatz erhalten ausl. TeilnehmerInnen € 3.000,- und TeilnehmerInnen ohne Firmensitz in Wien € 500,-


Gegenstand des Wettbewerbes:


Juryprotokoll:

Das Gebiet der Aspanggründe weist eine wechselvolle Geschichte auf. Zahlreiche Funde in diesem Bereich lassen den Schluss zu, dass sich hier einst die römische Zivilstadt des Lagers Vindobona befand sowie eine Awarensiedlung zur Zeit der Völkerwanderung. Im Mittelalter war die Besiedlung des Rennwegs neben dem "Waisenhaus" die einzige nachweisbare Siedlungsstruktur, die dann in den Türkenkriegen niedergebrannt wurde.

Im Jahr 1803 erfolgte der Bau des Wiener Neustädter Kanals entlang der Aspangstraße; nach seiner Verkürzung 1848/49 wurde auf dem Gelände des nachmaligen Aspangbahnhofs ein Hafenbecken errichtet. Der Kanal wurde 1877 von einer belgischen Privatgesellschaft gekauft, die sehr bald die Kanaltrasse für den Bau einer Eisenbahnlinie Wien - Saloniki verwendete, die aber nur bis Aspang reichte. Der dazugehörige Bahnhof (1883) war der Aspangbahnhof, dessen Gelände mit Lagerflächen bis zur Kante der Arsenalterrasse reichte.

Das düsterste Kapitel des Geländes schrieb der zweite Weltkrieg: von den Verladerampen des Aspangbahnhofes wurden 55.000 Mitbürger in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten deportiert ("Platz der Opfer der Deportation").

Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zu einer Umlegung des Schienenverkehrs: die Preßburger Bahn wurde nicht mehr über die Erdberger Lände zum Landstraßer Bürgertheater, sondern über die Aspangbahn nach Wien-Mitte geführt . Damit wurde auch der Flughafen Schwechat über diese Linie angefahren.

Schließlich wurde der Bahnhof aufgelassen und das Bahnhofsgebäude 1977 abgebrochen. Wettbewerbe für einen Neubau der Technischen Hochschule (1970 und 1992) wurden abgeführt, aber nicht umgesetzt.

Der Bau der Flughafenschnellbahn S7 (2000 - 2002) mit der Tieferlegung der Bahntrasse eröffnete die Chance, das Areal für einen neuen Stadtteil zu nutzen. Ein Bauträgerkonsortium bestehend aus BAI, BIG, WED und ARWAG beauftragte den britischen Architekten Norman Foster mit der Erstellung eines Masterplans, dessen Grundzüge in einem Strukturplan aufgenommen (Hochhäuser am Gürtel als Namensgeber "Euro-Gate") und vom Gemeinderat 2003 beschlossen wurden.

In Folge der künftig nunmehr vorgesehenen Bebauung gilt es für das verfahrensgegenständliche Planungsgebiet, als Teil dieser städtebaulichen Entwicklungszone, die funktionelle, städtebauliche und stadträumliche Struktur des Standortes zu definieren.

Ziel dieses Ideenwettbewerbes ist es daher, basierend auf einem, aus dem o.a. Strukturplan entwickelten “Vorkonzept zum Flächenwidmungs- und Bebauungsplan” der MA 21A städtebauliche Bebauungs- und Nutzungskonzepte für diesen Bereich unter Einbeziehung des öffentlichen Raumes zu erarbeiten.

Diese zu erstellenden Konzepte sollen die Funktions- und Nutzungsverteilungen im Bearbeitungsgebiet selbst sowie in der Auseinandersetzung mit den angrenzenden Gebieten im Sinne einer Integration zur bestehenden Stadtstruktur in gestalterischer und funktioneller Hinsicht umfassen. Dabei kommt ebenso der Verteilung der baulichen Dichten, der Baumassen, der Gestaltung von Übergangs- und Anschlußbereichen, der Ausformulierung der baulichen Einfassung von öffentlichen Frei- und Grünräumen sowie den stadtgestalterischen und architektonischen Aspekten im Hinblick auf Identität, Identifikation und Orientierung besondere Bedeutung zu.

Aufgrund der spezifischen Lage des Bearbeitungsgebietes rund um eine neue S- und U-Bahn-Station sind darüber hinaus einerseits sich daraus ergebende wesentliche Zwangspunkte und Rahmenbedingungen aufzunehmen, andererseits Verflechtungen der verschiedenen Nutzungen und Funktionen mit den Ansprüchen des Öffentlichen Verkehrs und Individualverkehrs, aber auch des Rad- und Fußgängerverkehrs zu beachten.

Das Konzept soll schlussendlich flexibel und etappenweise realisierbar sein.
Zurück zur Auswahl   Zur Startseite

Stadtentwicklung Wien | Wettbewerbe - Architektur und Städtebau

Logo Stadtentwicklung Verantwortlich für diese Seite:
Web-Redaktion Stadtentwicklung
E-Mail: webredaktion-stadtentwicklung@post.wien.gv.at