Alternativen zum Getreide - Amarant
Ursprung
Das "Wunderkorn der Inkas" zählt zu den ältesten vom Menschen kultivierten Pflanzen. Die Körner waren neben Quinoa Mais und Kartoffeln die Grundnahrungsmittel der Inka und Azteken. Damals galt die Pflanze als heilig, lebensverlängernd und als Quelle großer Kraft. Die magischen Kräfte, die Amarant zugeschrieben wurden, könnten mit der nährstoffreichen Zusammensetzung des Korns zu tun haben. Amarant wird heute weltweit kultiviert. Hauptanbaugebiete liegen um den Äquator in Mexiko und Südamerika.
Wissenswertes zur Pflanze
Amarant zählt wie Quinoa und Buchweizen zu den getreideähnlichen Pflanzen. Er gehört zur botanischen Familie der Fuchsschwanzgewächse mit essbaren Samenkörnern.
Den nussig schmeckenden Amarant erkennt man an den kleinen, sandfarbenen Samenkörnern. Sie sind nicht größer als Mohnsamen. Amarant ist als ganzes Korn, Flocken, Müsli oder Mehl im Handel erhältlich.
Inhaltsstoffe des Korns
- Eiweiß: Amarant hat einen höheren Eiweißanteil und bessere Eiweißqualität als gängige Getreidesorten. Kombiniert mit Weizen wird eine dem Fleisch gleichwertig hohe Eiweißqualität mit den Vorteilen der pflanzlichen Lebensmittel erreicht.
- Fett: Das Inkakorn liefert hochwertige Fette guter Qualität und ist cholesterinfrei. Das im Samen enthaltene Öl besteht zu 70 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure und Omega-3-Fettsäuren.
- Mineralstoffe: Der Magnesium- und Eisengehalt ist dreimal so hoch wie im Weizenkorn. 100 Gramm Amarant decken den Magnesium-Tagesbedarf eines Erwachsenen. Der Kalziumanteil ist auffallend hoch.
- Ballaststoffe: Aufgrund der kleinen Korngröße und des großen Schalenanteils ist der Ballaststoffgehalt höher als bei herkömmlichem Getreide.
- Glutenfrei: Durch die Glutenfreiheit ist Amarant eine gute Getreidealternative für Zöliakiekranke.
Einsatz in der Küche
Amarant wird wie Reis gegart. Die Körner werden gewaschen und mit der zweifachen Menge Wasser aufgekocht. Bei kleiner Flamme lässt man sie 15 bis 20 Minuten quellen. Verwendung findet Amarant als Sättigungsbeilage oder als Zutat in süßen und salzigen Gerichten wie Suppen oder Aufläufe.
Durch das Rösten wird Amarant aufgeschlossen. In dieser gepufften Form wird er Müsli oder Gebäck zugesetzt. Knuspriges, nussiges Amarant-Popcorn kann durch das Erhitzen der Körner ohne Fett in einem Topf mit Deckel hergestellt werden.
Die Körner lassen sich auch zu Schrot oder feinem Amarantmehl vermahlen. Dieses sollte nicht lange aufbewahrt werden. Die hochwertigen Fettsäuren sind empfindlich und verderben unter Sauerstoffeinfluss rasch. Das kleberarme Amarantmehl hat im Vergleich zu Getreide schlechte Backeigenschaften. Durch die Mischung mit Weizen- oder Dinkelmehl (im Verhältnis eins zu zwei) können Kuchen oder Brot gebacken werden.
Verantwortlich für diese Seite:Dr. Martin Hofer (Magistratsabteilung 38)
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