Wirkung von grünem und schwarzem Tee

Laut Studienergebnisse werden medizinische Effekte erst ab einer täglichen Mindestdosis von vier bis sieben Tassen zu je 150 Milliliter erzielt. Diese Menge entspricht aber keinesfalls den üblichen Empfehlungen der Ernährungswissenschafter. Aufgrund des Koffeingehaltes, seiner wasserausscheidenden Wirkung und der Einschränkung der Vitamin- und Mineralstoffaufnahme des Körpers, sollten täglich nicht mehr als drei Tassen schwarzer Tee, grüner Tee oder Kaffee getrunken werden.

  • Geschmacksgebend und schützende Gerbstoffe
    Gerbstoffe zählen zu den Polyphenolen (Tanninen, Katechine, Flavonolglykoside). Sie sind geschmacksgebend, wirken antibakteriell und bieten möglicherweise Schutz vor Karies. Sie sollen Reaktionen, die zur Entstehung von Tumoren und Krebs führen können, verhindern. So können sie zum Teil vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen.
  • Aufputschendes Koffein (Tein) Koffein ist für die anregende und wasserausscheidende Wirkung von grünem- und schwarzem Tee verantwortlich. Eine Tasse (150 Milliliter) enthält abhängig von der Sorte zwischen 20 und 50 Milligramm Koffein. Dies entspricht einer halben Tasse Kaffee. Grüner Tee enthält durch die Herstellung mehr koffeinbindende Gerbstoffe als schwarzer Tee. Er wirkt anregend wie schwarzer Tee, ist aber sanfter und verträglicher.
  • Grüner und schwarzer Tee sind wegen ihres Koffeingehaltes nicht für Kinder geeignet.
  • Schützende Antioxidantien
    Grüner Tee enthält durch seine schonende Herstellung den höheren Anteil an antioxidativ wirkenden Substanzen (wie etwa Vitamin C). Diese hemmen die Bildung freier Radikale oder anderer schädigender Moleküle.
  • Vitamine
    Im grünen und schwarzen Tee finden sich vor allem Vitamin C, Beta-Karotin und B-Vitamine. Grüner Tee ist durch seine schonende Herstellung und Zubereitung etwas reicher an Vitaminen.
  • Mineralstoffe und Spurenelemente
    In grünem und schwarzem Tee sind geringe Mengen an Mangan, Fluor, Kalium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Eisen und Zink enthalten.

Kritik bezüglich der Gesundheitswirkung

Den Inhaltsstoffen des Tees werden vielfach heilende Wirkungen zugeschrieben. Diese unterliegen durch die Zubereitung großen Schwankungen. Bei der Herstellung des grünen Tees wird auf die Fermentation verzichtet. Dadurch können ihm mehr Schutzwirkungen zugesagt werden als schwarzem Tee.

Amerikanische und japanische Studien bewiesen in Tierversuchen, dass sowohl grüner als auch schwarzer Tee gewisse Schutzeffekte bei der Entstehung einzelner Krankheiten haben. Studien am Menschen konnten nicht einheitlich ein geringeres Tumorrisiko bestätigen. Der Schutz vor Arteriosklerose ist nicht eindeutig geklärt. Grüner und schwarzer Tee sind, in den empfohlenen Mengen getrunken (zwei bis drei Tassen täglich), in erster Linie als Genuss- und nicht als Heilmittel zu betrachten.

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Dr. Martin Hofer (Magistratsabteilung 38)
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