Wien Kulturgut: Beschreibung der Geodaten - Stadtarchäologie
Archäologische Fundstellen
"Im Jahre 1493 wurden bei einer 'Schatzsuche' zwei Altäre für die Gottheit Sarapis in der Wipplingerstraße 10 im 1. Bezirk entdeckt". Das ist die älteste bekannte Fundmeldung, die in der Fundortdatenbank aufgenommen wurde. Derzeit befinden sich über 1500 Fundpunkte im System. Weiterführende Informationen über das Datum und den Umstand der Auffindung der Objekte, sowie eine Beschreibung derselben, Angaben zur Aufbewahrung und Literaturhinweise können abgefragt werden. Ab 2007 werden auch Bilder zu einzelnen Fundstellen verfügbar sein.
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Antike Siedlungsbereiche
Schon seit der Urzeit wurden immer wieder Siedlungsgebiete im heutigen Wiener Stadtgebiet bevorzugt aufgesucht. Die hier vorliegenden Siedlungsflächen beziehen sich momentan nur Römerzeit.
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Legionslager
Seit dem Ende des 1. Jahrhunderts vor Christus (seit Kaiser Augustus) war das römische Militärwesen in Legionen und Hilfstruppen organisiert. Die Legionen bestanden aus römischen Bürgern, die in insgesamt ca. 30 Legionslagern in den Provinzen für mindestens 20 Jahre ihren Dienst zu versehen hatten. Das etwa 22 Hektar große Lager im römischen Wien (Vindobona) beherbergte vom Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus bis ins 3. Jahrhundert nach Christus, wie alle übrigen Legionsstandorte, 6000 Soldaten. Durch die veränderten militärischen und politischen Verhältnisse verwandelte sich das Areal des Legionslagers im 4. Jahrhundert in eine Festungsstadt mit zivilen Bewohnern, ehe es im 5. Jahrhundert aufgelassen wurde.
Lagervorstadt (canabae legionis)
Die um das Legionslager sich entwickelnde und unter militärischer Verwaltung stehende Siedlung ist von den Römern als canabae legionis bezeichnet worden. In ihr lebten Kaufleute, Handwerker und Wirte, sowie die Angehörigen der Legionssoldaten. Im Laufe des 2. Jahrhunderts nach Christus entwickelte sich diese Lagervorstadt zu einer wichtigen städtischen Siedlung mit Forum, Tempelanlagen und Thermen, ehe sie ab dem Ende des 3. Jahrhunderts nach und nach verlassen wurde. Im 4. Jahrhundert wird das Gelände der canabe legionis planiert und in ein spätrömisches Gräberfeld umgewandelt.
Zivilsiedlung
Neben den canabae legionis existierte eine weitere größere zivile Siedlung außerhalb des militärischen Einflussbereiches, in der sowohl die einheimische als auch eine aus anderen Regionen des römischen Reiches eingewanderte Bevölkerung lebte. In der Zivilsiedlung von Vindobona existierten, wie in der Lagervorstadt, im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus Manufakturbetriebe, Gaststätten, Thermen, aber auch ein bisher nicht lokalisiertes Forum mit Tempelanlagen.
Gräberfelder
Außerhalb der Siedlungsbereiche legten die Römer - meist entlang der Ausfallstraßen - ihre Grabstätten an. Dies geschah zunächst in Form von Brandbestattungen, die oft durch Grabstelen oder bei vermögenden Bürgern durch große Grabbauten gekennzeichnet wurden. Ab dem 3. Jahrhundert nach Christus werden die Brandbestattungen durch Körperbestattungen abgelöst, wobei die Toten neben einfachen Grablegungen in Sarkophagen, Ziegelplatten- oder Steinkistengräbern beerdigt wurden.
Straßenzüge
Vom römischen Straßennetz sind bis jetzt nur die Durchzugsstraßen gesichert. Außer tatsächlich aufgefundenen Straßenstücken bilden auch Meilensteine Belege für den Verlauf der Straßen. Neben der Limesstraße führte eine weitere Ausfallsstraße von der porta principalis dextra über die Wollzeile, die Weißkirchnerstraße und die Landstraßer Hauptstraße nach Osten in Richtung der Zivilsiedlung im heutigen dritten Bezirk. Sie mündete im Bereich des heutigen Rennwegs in die Limesstraße.
Auf Höhe der Votivkirche zweigte von der Limesstraße eine Straße zur porta principalis sinistra des Legionslagers ab. Nach Westen führte diese Straße in Richtung der heutigen Bezirke Hernals und Ottakring, wo sich römische Gräberfelder und die Legionsziegeleien befanden. Eine weitere Abzweigung nach Nordosten konnte unter dem Palais Harrach festgestellt werden.
Eine Kreuzung mit der Limesstraße wurde schließlich am Michaelerplatz nachgewiesen. Diese Straße bildete die Fortsetzung der via decumana und führte als Fernverbindung weiter nach Scarbantia (Sopron). Eine weitere Fernstraße Richtung Süden ist durch mehre Meilensteine in Inzersdorf belegt.
Objektsuche "Antiker Straßenzug"
Vindobona - Reise in das antike Wien
Kurze Videosclips zeigen animierte 3D-Rekonstruktionen des römischen Legionslagers und der Lagervorstadt (canabae) von Vindobona.
Die Sequenzen sind in Zusammenarbeit mit der Stadtarchäologie, den Museen der Stadt Wien und der 7reasons Medien GmbH entstanden. Sie wurden der DVD "VINDOBONA I: Die Reise in das antike Wien" entnommen.
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