Wien Kulturgut: Beschreibung der Geodaten - Historische Architektur
- Wiener Gebäudedaten und Schutzzonen Wien
- Weltkulturerbe Wien
- Gebäudetypen in Wien
- Bauperioden
- Wehdornscher Baualtersplan Wien - Innere Stadt
- Wiener Hochhauskonzept: Sichtbeziehungen
- Stadtstrukturplan
- Die Wiener Gemeindebauten
- Bauwerke Nextroom
Wiener Gebäudedaten und Schutzzonen Wien
Mit der im Jahre 1972 beschlossenen Altstadterhaltungsnovelle wurde die Stadt Wien unabhängig vom Denkmalschutz in die Lage versetzt, Schutzzonen festzulegen und damit charakteristische Ensembles vor Abbruch oder Überformung zu schützen. Bis heute wurden rund 130 Schutzzonen festgelegt, rund 10.000 Häuser umfassend. Das entspricht ungefähr 8 bis 9 Prozent der Wiener Bausubstanz. Bei der seit dem Jahr 1997 durchgeführten Inventarisierung des bedeutenden Wiener Gebäudebestandes wurden Daten für rund 52.000 Objekte erhoben und bis heute laufend aktualisiert und detailliert. Hauptzielsetzung war hierbei eine Bewertung des Gebäudebestandes und daraus abgeleitet Hinweise auf eventuelle neue Schutzzonen.
Die Inventarisierung wurde in drei Phasen durchgeführt, wobei in einem ersten Schritt rund 25.000 Literaturdaten digital erfasst wurden.
In einem zweiten Schritt (Schnellinventarisierung) wurden folgende Daten aufgenommen:
- Geschossanzahl
- Überwiegende Nutzung des Objektes
- Begrünung am Grundstück
- Bautyp
- Bauperiode bzw. Baujahr, in dem das Gebäude errichtet wurde
- Architekt (so weit bekannt)
- Erhaltungszustand des Objektes
- Informationen zu Nebengebäuden (so weit vorhanden)
Darüber hinaus wurden die Gebäude bewertet sowie fotografisch erfasst. In einem dritten Arbeitschritt (Basisinventarisierung) werden für die bereits vorhandenen Schutzzonen Daten zur Baugeschichte aus den Bauakten erhoben.
Weltkulturerbe Wien
Historisches Stadtzentrum und Schloß und Park von Schönbrunn.
Zwei großflächige Wiener Schutzzonenbereiche befinden sich auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO: Das gesamte historische Stadtzentrum, das 2001 ernannt wurde, sowie Schloß und Park von Schönbrunn, die bereits 1996 in den Stand eines Weltkulturerbes erhoben wurden.
Objektsuche "Weltkulturerbezone"
Wien - Historisches Stadtzentrum
Die Aufnahme des historischen Stadtzentrums von Wien auf die Liste des Kulturerbes der Welt erfolgte am 13. Dezember 2001. Zur Begründung wurde angeführt:
- Die städtebaulichen und architektonischen Qualitäten des historischen Zentrums von Wien sind überragende Zeugnisse eines fortwährenden Wandels von Werten während des zweiten Jahrtausends.
- Drei Hauptperioden europäischer Kultur und politischer Entwicklung - Mittelalter, Barock und Gründerzeit - werden in außergewöhnlicher Form durch das städtebauliche und architektonische Erbe des historischen Zentrums von Wien dargestellt.
- Seit dem 16. Jahrhundert ist Wien weltweit als die musikalische Hauptstadt Europas anerkannt.
Das in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommene "Historische Stadtzentrum von Wien" ist relativ groß. Es umfasst eine Kernzone von zirka 371 ha, mit zirka 1.600 Objekten und eine Pufferzone von zirka 461 Hektar mit zirka 2.950 Objekten. Insgesamt betragen Fläche und Objektanzahl jedoch dennoch jeweils nur knapp 2 Prozent des Stadtgebietes beziehungsweise der Häuseranzahl von Wien. Aus stadthistorischer Sicht umfasst das Kerngebiet:
- die mittelalterliche Kernsubstanz, das heißt den Nukleus der Stadt, der seinerseits auf die römische Stadtstruktur aufbaut;
- die großen Bauführungen der Barockzeit mit den vom Zentrum kranzartig ausstrahlenden Stadtachsen, die heute noch von den ehemaligen Sommerresidenzen mit ihren Gartenanlagen geprägt sind und drittens
- die städtebauliche Neustrukturierung der Stadt in der Gründerzeit mit den weltberühmten Bauten der beginnenden Moderne.
Die das eigentliche historische Stadtzentrum umgebende Pufferzone umschließt im Westen, Süden und Osten Teile der ehemaligen Vorstädte Landstraße, Alte und Neue Wieden, Schaumburgergrund, Magdalenengrund, Windmühle, Laimgrube, Mariahilf, Spittelberg, St. Ulrich, Neubau, Josefstadt, Alservorstadt und Roßau. Im Norden wird die Pufferzone durch die rechtsseitige Ufermauer der Donaukanalregulierung aus der Zeit um 1900 begrenzt.
Schloß und Park von Schönbrunn
Bereits fünf Jahre vor dem historischen Stadtzentrum von Wien, 1996, war die Aufnahme von Schloß und Park von Schönbrunn in die Welterbeliste der UNESCO erfolgt. Die Aufnahme erfolgte aufgrund der Einheit von Schloß und Park als "gemischtes Ensemble" wobei der außergewöhnliche, universelle Wert im Sinne des internationalen Übereinkommens wie folgt begründet wurde:
- Als ein Meisterwerk der menschlichen Schöpferkraft und
- Als ein hervorragendes Beispiel eines Gebäudetypus beziehungsweise eines architektonischen Ensembles, das einen bedeutsamen Abschnitt der Geschichte versinnbildlicht.
In der ergänzenden Würdigung des Welterbekomitees heißt es darüber hinaus: Vom 18. Jahrhundert bis 1918, war Schönbrunn die Residenz der Habsburger. Sie wurde von den Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Nicolaus Pacassi entworfen und ist voller außergewöhnlicher Raumschöpfungen. Gemeinsam mit den Gärten und dem weltweit ersten Tiergarten der Welt aus dem Jahre 1752, stellt es ein bemerkenswertes barockes Ensemble und ein vollkommenes Bespiel eines Gesamtkunstwerks dar.
Die Kernzone umfasst das gesamte ehemalige barocke Schlossareal, das im wesentlichen im Norden vom Wiental (Schönbrunner Schlossallee), im Westen von der Maxingstraße bzw. dem Friedhof Hietzing, im Süden vom Straßenzug Am Fasangarten und im Osten von der Gassmannstrasse beziehungsweise der Grünbergstraße begrenzt wird.
Das eigentliche Schloß mit allen seinen Nebengebäuden ist damit ebenso Bestandteil des Weltkulturerbes wie der Park mit seinen Glashäusern und den Tiergarten; auch die Reste der ehemaligen zum Schloß führenden Hauptachse, der heutigen Schlossallee, wurden in den engeren Schutzbereich aufgenommen. Insgesamt umfasst die Kernzone damit ein Areal von rund 120 Hektar Grundfläche; die historischen Gebäude besitzen eine Nutzfläche von rund 52.000 Quadratkilometer.
Die Pufferzone umschließt Teile der benachbarten Bezirke 12 bis 15 und erstreckt sich im Prinzip von den Gleisanlagen der Westbahn im Norden bis zur S-Bahn im Süden beziehungsweise den angrenzenden Altstadtbereichen im Westen und Osten.
Gebäudetypen in Wien
Entscheidend für die Entwicklung einer Gebäudetypologie ist die Wahl der Parameter. Für eine Klassifierung von Gebäudesubstanz in Schutzzonen soll eine möglichst offene Typisierung festgelegt werden, die von der Physiognomie ausgehend den gesamten Bestand an Objekten erfassen imstande ist, ohne primär vom Gedanken des Alters oder einer Schutzwürdigkeit auszugehen. Die Typisierung muß die Gratwanderung zwischen wissenschaftlich gerade noch vertretbarer Vergröberung der Typen, und praktikabler Möglichkeit der Erfassung in der realen Bestandsaufnahme gehen.
Vereinfacht ließe sich etwa folgender Grobraster von Parametern darstellen:
- Nutzungstypus
- Prarzellenzuschnitt
- Prazellengröße
- Art und LAge der Bebauung
- Bebauungsdichte
- Bebauungshöhe
- Entstehnungszeit
- aktuelle Nutzung
Bauperioden in Wien
Bauperioden in Wien - Übersicht
Für die Schnellinventarisierung wurde die Bauperiodenskala vereinfacht, da bei dieser Art der Inventarisation keine archivalischen Quellen herangezogen werden, sondern die Bestimmung des Baualters nach sichtbaren Kriterien am Objekt vollzogen wird.
In diesem Sinn wird bei der Schnellinventarisierung unterschieden:
- Vor 1848: Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus-Biedermeier
- 1848 bis 1918: Gründerzeit
- 1919 bis 1945: Zwischenkriegszeit
- Nach 1945: Nachkriegszeit
Bauperioden in Wien - Detail
Für die Basisinventarisierung innerhalb der Schutzzonen wird das Baualter zusätzlich aufgrund der Quellenlage, insbesondere durch das Studium der Bauakten, bestimmt und demgemäß auch die Bauperiodenskala verfeinert.
Für das Baualter ist in den Bereichen der Wiener Vorstädte und Vororte das Jahr 1683 von besonderer Bedeutung: Die Türken zogen in diesem Jahr vom Balkan kommend, nach Mitteleuropa vor und belagerten, so wie schon 1529, die Stadt neuerlich. Die Vorstädte wurden von den Verteidigern, so wie schon über 150 Jahre zuvor, niedergebrannt, um den Belagerern nicht die Möglichkeiten zur Verschanzung zu bieten. Aus diesem Grund treffen wir außerhalb der Inneren Stadt nur vereinzelt auf Bausubstanzen aus der Zeit vor der Zweiten Türkenbelagerung.
Verständlicherweise ist eine exakte Abgrenzung der einzelnen Bauperioden - außer bei gravierenden Ereignissen, wie etwa Kriegen - nicht nach Jahren festzulegen; meist sind die Übergänge zwischen den Stilperioden fließend. In der entsprechenden Fachliteratur findet man daher auch immer wieder unterschiedliche Angaben zum Baualter.
Unter diesen Voraussetzungen wurde die verfeinerte Bauperiodenskala im Rahmen der Basisinventarisierung wie folgt strukturiert:
- Vor 1683: vor der Zweiten Türkenbelagerung
- 1683 bis 1740: Hochbarock
- 1741 bis 1848: Rokoko, Klassizismus - Biedermeier
- 1849 bis 1859: Frühgründerzeit
- 1860 bis 1883: Hochgründerzeit
- 1884 bis 1918: Spätgründerzeit
- 1919 bis 1945: Zwischenkriegszeit
- 1946 bis 1976: Nachkriegszeit
- Nach 1976: Gegenwart
Wehdornscher Baualtersplan Wien - Innere Stadt
Copyright: Architekt Univ. Prof. Dr. Manfred Wehdorn, Wien
Ziel war die wissenschaftliche Erstellung eines rezenten Baualtersplanes für den 1. Wiener Gemeindebezirk ("Wien - Innere Stadt"), der sowohl die mittelalterliche Bausubstanz als auch in weiten Bereichen Bauten der Barockzeit und des 19. Jahrhunderts umfasst.
Als Grundlage des neuen Baualtersplans diente die digitale Mehrzweckkarte der Stadt Wien. Die Epocheneinteilung orientiert sich am Klaar'schen Baualtersplan, erfuhr ob des aktuellen Forschungsstandes aber bedeutende und modifizierte Erweiterungen. Die einzelnen, insgesamt zwölf Zeitabschnitte wurden überlappend angelegt um bei einzelnen Objekten flexibel auf die jeweilige architektonische Formensprache reagieren zu können.
Die Grundlagen für die Erfassung der Einzelobjekte bildeten die Kulturgüterdatenbank der Stadt Wien, der Dehio-Innere Stadt und der Klaar'sche Baualtersplan. Bei unterschiedlichen Angaben (etwa 20 Prozent der Objekte) wurden andere Quellen, wie etwa die Bauakten, diverse Archive, wissenschaftliche Einzelpublikationen etc. herangezogen.
Für jedes Objekt wurden folgende Daten erfasst:
- Objektbezeichnung
- Baudaten
- Architekt
- Kern bestimmend
- Kern mitbestimmend
- Fassade bestimmend
- Fassade mitbestimmend
Das planliche Erscheinungsbild jedes einzelnen Objektes entstand folgendermaßen:
Mit "Kern bestimmend" wurde die Einfärbung des Baukörpers festgelegt. Auf diesem Farblayer erfolgte die Texteingabe von Objektbezeichnung, Architekt und Erbauungsdaten. "Kern mitbestimmend" wurde durch ein Kreissymbol dargestellt, welches nach der Farblegende eingefärbt und durch Text näher bezeichnet wurde zum Beispiel "Wendeltreppe 15. Jahrhundert".
Stammt die Fassade aus einer anderen Bauphase als die Kernstruktur des Gebäudes, so wurde dies durch einen farblich abgesetzten Streifen entlang der Fassade angezeigt und ebenfalls durch Text bezeichnet. Gehört die Fassade in dieselbe Entstehungszeit wie die Kernstruktur, enthält aber einzelne ältere oder jüngere Elemente so wurde dies durch eine Schraffur angezeigt und wieder durch Text näher erläutert.
Das Projekt wurde im März 2007 abgeschlossen.
Abkürzungsverzeichnis: Wehdornscher Baualtersplan Wien - Inneren Stadt Wien
Wiener Hochhauskonzept: Sichtbeziehungen
Sichtachsen, Blickbeziehungen und Sichtwinkel spielen eine wesentliche Rolle in der Wahrnehmung des Stadtbildes; sie beeinflussen, wie wir die "Stadt" erleben. Das Stadtbild Wiens ist sowohl von topografischen Gegebenheiten als auch von baulichen Strukturen geprägt. Innerhalb dieser Strukturen gibt es einerseits Identifikationspunkte, welche für das gesamte Stadtgebiet oder einzelne Bezirke von entscheidender Bedeutung sind. Andererseits gibt es Ausblicke auf die Stadt, die Identifikationscharakter für Wien besitzen. Dazu gehören Rundblicke und Stadtpanoramen, wie vom Kahlenberg aus, oder Stadtveduten, wie der berühmte "Canaletto-Blick" vom Belvedere auf die Innenstadt. In einer Analyse des Magistrates der Stadt Wien wurden diese Identifikationspunkte, Rundblicke und Veduten definiert und planlich erfasst. Die verschiedenen Sichtwinkel kennzeichnen jene Stadtareale, in denen größere Eingriffe, zum Beispiel der Bau von Hochhäusern, nur nach Prüfung auf ihre Verträglichkeit mit dem historischen Stadtbild hin realisiert werden können. Die Gebiete, in denen kein Hochhaus errichtet werden darf, sind als sogenannte "Ausschlusszonen" definiert und umfassen laut der 2002 vom Wiener Gemeinderat beschlossenen neuen Richtlinien für die Planung und Beurteilung von Hochhausprojekten folgende Areale:
- alle verordneten Schutzzonen gemäß Bauordnung von Wien (z.B. der gesamte 1. Bezirk beziehungsweise Schloss und Park Belvedere)
- alle verordneten und beabsichtigten Landschaftsschutzgebiete gemäß dem Wiener Naturschutzgesetz (Parkschutzgebiete, Grünbereiche, Grüngürtelbeschluss von 1995, Schutzgebiete des Wald- und Wiesengürtels)
- alle wesentlichen Sichtachsen und Blickbeziehungen sowie
- alle Welterbeareale in Wien
Stadtstrukturplan
Der Stadtstrukturplan bildet einen grundlegenden ersten Eindruck von den unterschiedlichen stadträumlichen Situationen wobei wichtige Informationen zur Stadtgestalt visuell so aufbereitet sind, dass eine erste Abschätzung relevanter Merkmale für die Betrachterinnen und Betrachter ermöglicht wird.
- Ziel und Funktion
Ziel des Stadtstrukturplanes ist eine planliche Darstellung der Stadtstruktur und der das Stadtbild prägenden Gegebenheiten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Strukturen, Bauwerken und anderen das Stadtgefüge bestimmenden Elementen, die von Menschen bei ihren Bewegungen durch die Stadt wahrgenommen werden und nicht von Gegebenheiten, die nur aus der Vogelschau oder im Grundriss ihre Wirkung entfalten. - Definition der dargestellten Inhalte
- Dominanten
Ihre Bedeutung wird aus dem Stadtbild heraus abgeleitet. Sie sind Orientierungspunkte die das Blickfeld beherrschen.- Dominanten 1. Ordnung: Sie beherrschen die Skyline und sind über die Stadtsilhouette hinaus wahrnehmbar. Es handelt sich um Gebäude welche das Stadtbild über den lokalen Bereich hinaus definieren und prägen.
- Dominanten 2. Ordnung: Sind Gebäude, die das Stadtbild lokal bedeutsam prägen. Sie bleiben unter der Silhouette und sind nur im angrenzenden Stadtraum wirksam.
- Markante Bauwerke
Sind bemerkenswerte Gebäude, die aber nicht dominant sind. Sie fallen auf und entfalten Wirkung aus sich heraus. Sie beherrschen das Stadtbild nicht und sind oft nur im unmittelbaren Nahbereich wahrnehmbar. Architektonische Prägnanz ist oft vorhanden. - Markante (Bau)Komplexe und Anlagen
Es handelt sich um bemerkenswerte Anlagen, wie Spitäler, Krankenanstalten, Wohnhaus- und Siedlungsanlagen sowie Friedhöfe, die bedeutsam für das Stadtbild und -gefüge sind. Markante (Bau)komplexe und Anlagen können auch Dominanten 1. und/oder 2. Ordnung enthalten. Ein wesentliches Kriterium ist, dass es sich um ein geschlossenes Ensemble oder eine funktionelle Einheit handelt. Markante (Bau)Komplexe und Anlagen erfassen auch den zum Ensemble gehörenden Freiraum. - Markante Situationen
Sind stadtbildlich bemerkenswerte Situationen (z.B. Torsituationen), die aus einer Ansammlung und spezifischen Anordnung von Bauwerken und Strukturen ihre Eigenart beziehen. - Stadtraumkanten
Hierbei handelt es sich um längere, zusammenhängende Bereiche bildende Strukturen, die stadtraumbildend wirken (im Gegensatz zu Straßen) und unterschiedliche Stadtbereiche abgrenzen. Es können, neben Häuserfronten, auch andere Bauwerke oder Strukturen diese Stadtraumkanten definieren.- Raumkanten 1. Ordnung: Überregional wichtige, stadträumliche Zäsuren.
- Raumkanten 2. Ordnung: Regional wichtige stadträumliche Zäsuren.
- Straßen- und Platzräume mit besonderer Gestaltungsqualität
Straßen- und Platzräume, die sich aufgrund ihrer räumlichen Konstellation und sonstigen Qualitäten von den umgebenden Straßen unterscheiden und eine erhöhte Gestaltungsqualität aufweisen. Besondere Aufenthaltsqualität kann gegeben sein, ist aber nicht zwingend für das Kriterium. - Grünraum
- Öffentlich zugängliches Grün: Es findet hier keine Unterscheidung zwischen historischen und sonstigen Anlagen, wie etwa "große" Parks und Uferbegrünung statt. Auch keine Unterscheidung zwischen "großen" Parks und Ufergrün.
- Sonstige stadtbildrelevante Grünräume: Dies sind wahrnehmbare, aber nicht öffentlich betretbare Grünräume. Nicht dargestellt werden:
- nicht-öffentliche Grünräume, die keine Relevanz für das Stadtbild haben, z.B. Innenhöfe.
- Abstandsgrün
- Villengegenden
- hausnahe Grünbereiche mit direkter Zuordnung zu einer Anlage
- Sensible Gestaltungsbereiche
Es werden hier wichtige, klar definierte Bereiche im Stadtgebiet, die nicht befriedigend gelöst sind, dargestellt. Dieses Kriterium enthält auch einen Aufforderungscharakter: an diesen Orten etwas zu tun, weil Entwicklungspotential vorhanden und/oder Wichtigkeit gegeben ist. - Geschäftsstraßen und Dienstleistungszonen
- Drei Subkategorien werden hier dargestellt, für alle gilt:
- Straßen, in deren EG-Zone die Geschäfte / Dienstleistungsbetriebe dominant sind bzw. die eine belebte EG-Zone haben.
- keine Unterscheidung zwischen klassischen Geschäften, Lokalen, Gewerbebetrieben, Hotels, Kinos, Kreativ-Büros etc.
- Bezugsgröße ist der Block
- Geschäftsstraßen 1. Ordnung: Über 80% der Sockelzone sowie das erste Obergeschoß werden von Geschäften / Dienstleistungsbetrieben genutzt.
- Geschäftsstraßen 2. Ordnung: Über 80% der Sockelzone werden von Geschäften / Dienstleistungsbetrieben genutzt.
- Geschäftsstraßen 3. Ordnung: Über 50% der Sockelzone werden von Geschäften / Dienstleistungsbetrieben genutzt.
- Drei Subkategorien werden hier dargestellt, für alle gilt:
- Sichtachsen
Sichtachsen stellen im Stadtraum wichtige Elemente dar, die an vielen Orten identitätsstiftend wirken. Die Darstellung in den stadtstrukturellen Karten beschränkt sich jedoch auf die wichtigsten, das heißt übergeordneten Sichtachsen, die hauptsächlich auf Dominanten der 1. oder 2. Ordnung ausgerichtet sind. - Nicht bearbeitete Gebiete
Für die Lesbarkeit der Karten ist es wichtig, bearbeitete und nicht-bearbeitete Gebiete klar und auf einen ersten Blick unterscheiden zu können.
- Dominanten
- Weiters werden dargestellt:
Bezirksgrenzen, Alleen, Einzelbäume, Markante Blickpunkte, Freiplastiken und Brunnen.
Die Wiener Gemeindebauten
Der Wiener Gemeindebau ist weltweit einzigartig. Er ist Teil des kommunalen Wohnbaus in Wien und sowohl historisch, architektonisch als auch sozial relevant. Seine Geschichte beginnt in der Zwischenkriegszeit. Um der katastrophalen Wohnsituation in Wien Herr zu werden - rund zwei Drittel der Bevölkerung lebten unter damals unvorstellbaren Bedingungen - beschloss die neu gewählte sozialdemokratische Stadtregierung Anfang der 1920er-Jahre den Bau von mehreren tausend Wohnungen. Damit war der Grundstein für den Wiener Gemeindebau gelegt. Ziel war es, leistbaren Wohnraum zu schaffen. Doch die Gemeindebauten schufen nicht nur Wohnqualität, sondern auch Lebensqualität. Wohnungen, Geschäftslokale und soziale Einrichtungen wie Kindergärten oder Büchereien fanden und finden in unzähligen Gemeindebauten Platz.
Heute leben knapp 500.000 Wienerinnen und Wiener in einer Gemeindewohnung. Mit rund 220.000 Gemeindewohnungen ist also fast jede vierte Wiener Wohnung eine Gemeindewohnung. Damit schafft die Stadt Wien in unserer Großstadt für viele Menschen leistbaren Wohnraum. Aber nicht nur das: Die Mieterinnen und Mieter von Gemeindewohnungen können sich auch auf langfristig orientierte Mietverhältnisse verlassen sowie auf eine Hausverwaltung, die laufend an der Substanz der Häuser arbeitet. Und die vielen Grünanlagen im Gemeindebau bieten Erholung, Spaß oder einfach Freude für das Auge.
Mit der Planung der städtischen Wohnhausanlagen wurden renommierte österreichische Architekten beauftragt. Ihre bestens durchdachten Entwürfe zeichnen bis heute die städtischen Wohnhausanlagen aus: Sie sind alles andere als architektonische Massenware - ganz im Gegenteil, die Gemeindebauten Wiens sind ein richtungweisendes Beispiel für den kommunalen Wohnbau im 20. Jahrhundert in Europa und wichtiger Bestandteil der Kultur Wiens.
Bauwerke NEXTROOM
Die Datenbank "nextroom" wurde 1996 vom Schweizer Architekten Juerg Meister gegründet. Heute ist "nextroom"basierend auf einer umfangreichen Bauten-, Bilder- und Textdatenbank, zu einem umfassenden Archiv zeitgenössischen Bauens angewachsen. Aktuelle Architektur und kritische Berichterstattung werden gleichwertig präsentiert. Zahlreiche österreichische Sammlungspartner, unter anderen das Architekturzentrum Wien oder das "aut.architektur und tirol" (vormals Architekturforum Tirol) sowie eine wachsende Zahl europäischer Partner dokumentieren laufend das regionale Architekturschaffen und beliefern die Datenbank.
"nextroom" betreut die zentrale Redaktion, betreibt eine tägliche Presseschau der wichtigsten deutschsprachigen Zeitungen und Fachzeitschriften und bietet in der Bibliothek einen umfassenden Überblick aktueller Architekturpublikationen. Hier findet sich alles Wissenswerte zum Thema Architektur. Mit über 1,5 Millionen Pageimpressions im Monat und einer ständig wachsenden Community hat sich "nextroom" als feste Größe in der Architekturszene etabliert.
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