Tipps für Familienforscherinnen und Familienforscher - Wiener Stadt- und Landesarchiv

Forschungsbeginn

  • Der beste Beginn ist das Befragen älterer Familienmitglieder und die Durchsicht alter Dokumente, um möglichst viel über die eigene Familie zu erfahren. Notieren Sie sich alle Details, auch wenn Sie Ihnen am Anfang unwichtig erscheinen.
  • Studieren Sie ein Handbuch über genealogische Forschung. Die Bibliothek in Ihrer Nähe berät Sie sicher gern.
  • Seien Sie sich im Klaren, dass genealogische Forschungen sehr zeit- und oft kostenaufwändig sind.
  • Akten sind großteils in Kurrent und oft in altertümlicher oder schwer verständlicher Ausdrucksweise geschrieben.

Was ist "Wien"? - Definition

Eine der Schwierigkeiten der genealogischen Forschung besteht in den sich ständig verändernden Grenzen und Aufgabenbereichen der Stadt Wien.

  • Beispiel Totenbeschauprotokoll:
    Bei einer Nachforschung in den Totenbeschauprotokollen ist zu bedenken, dass der Kompetenzbereich des Totenbeschreibamts nur das jeweilige Stadtgebiet umfasste. Die Vororte (heutige Bezirke 11 bis 19, 21 bis 23) wurden erst im Jahr 1890 beziehungsweise danach eingemeindet. Daher sind die vorher dort Verstorbenen nicht im Wiener Totenbeschauprotokoll zu finden. Es gibt im Wiener Stadt- und Landesarchiv Bestände und damit auch Totenbeschauprotokolle der 1890 eingemeindeten Gemeinden, die nur sehr lückenhaft erhalten sind.
  • Beispiel Gerichtsbarkeit:
    Erst ab der Einrichtung der Bezirksgerichte im Jahr 1850 wurde die Gerichtsbarkeit der Stadt Wien und der Vororte vereinheitlicht. Dem Magistratischen Zivilgericht vor 1850 unterstanden jene Personen nicht, die in einem anderen Untertänigkeitsverhältnis als zur Stadt Wien standen: Im Gebiet der Stadt und der Vorstädte (heutige Bezirke 1 bis 9, 20) gab es in einzelnen Teilbereichen fremde Grundobrigkeiten (wie zum Beispiel das Schottenkloster).
    Die Vororte (heutige Bezirke 11 bis 19, 21 bis 23) unterstanden als eigenständige Gemeinden nicht der städtischen Gerichtsbarkeit, sondern der Gerichtsbarkeit der jeweiligen Grundherrschaften. Die Bestände der Grundherrschaften sind lückenhaft im Bestand "Herrschaften" erhalten.

Suche nach Details

Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunde

Bis 1938 lag die Standesführung in den Händen der konfessionellen Behörden. Daher sind für diesen Zeitraum die zuständigen Pfarrämter beziehungsweise die Matrikenstellen des Evangelischen Pfarrkirchenrats oder der Israelitischen Kultusgemeinde zu kontaktieren. Für die Zeit nach 1938 ist die Abteilung Einwanderung, Staatsbürgerschaft, Standesamt (MA 35) zuständig.

Kontaktadressen für den Zeitraum bis 1938:

Kontaktadresse für den Zeitraum nach 1938:

Einwanderung, Staatsbürgerschaft- und Standesamt (MA 35), 20., Dresdner Straße 91

Nachweis eines Todesfalles

Kontaktadresse für den Zeitraum vor 1938:

Wiener Stadt- und Landesarchiv (MA 8): Totenbeschauprotokolle von 1648 bis 1938 verzeichnen folgende Informationen: Datum, Alter, Familienstand, Beruf, letzte Wohnadresse und Todesursache. Sie sind chronologisch jahresweise geordnet und nur zu einem geringen Teil gibt es namentliche Indices dazu. Eine Nachsuche ist daher nur dann erfolgversprechend möglich, wenn der Todeszeitpunkt sehr genau eingegrenzt werden konnte. Für mehrere Zeiträume stehen Suchbehelfe zur Verfügung.

Kontaktadresse für den Zeitraum nach 1938:

Einwanderung, Staatsbürgerschaft- und Standesamt (MA 35), 20., Dresdner Straße 91

Verlassenschaftsabhandlung oder Testament vor 1850

Verlassenschaftsabhandlung oder Testament ab 1850

Wiener Stadt- und Landesarchiv (MA 8): benötigte Angaben für die Aushebung einer Verlassenschaftsabhandlung: Name, Todesjahr, letzte Wohnadresse

Adresse

  • Wiener Adressverzeichnis "Lehmann" vom Jahr 1859 bis heute:
    Hier sind nur Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümer sowie Hauptmieterinnen und Hauptmieter, jedoch keine Untermieterinnen und Untermieter verzeichnet. Sämtliche Ausgaben sind in der Wienbibliothek Digital online verfügbar.
  • Historische Meldeunterlagen im Wiener Stadt- und Landesarchiv (1904 bis 1975):
    Anfragen können über die Amtshelferseite Historische Meldeunterlagen (1904-1975) gestellt werden. Aufgrund zahlreicher Anfragen auf gesetzlicher Grundlage müssen private Forschungen hier vielfach zurückgestellt werden.
  • Nach 1975:
    Meldeauskünfte in den magistratischen Bezirksämtern oder Wahlen und verschiedene Rechtsangelegenheiten (MA 62) - Zentrale Auskunft, 7., Wimbergergasse 14-16.
    Hinweis: Das Melderegister ist nur hinsichtlich aufrechter Meldedaten öffentlich. Eine Meldebestätigung über bereits abgeschlossene Wohnsitze können Sie nur hinsichtlich Ihrer eigenen Meldedaten beantragen. Nähere Hinweise dazu: Alles rund um das Meldeservice.

Urkunden

Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Urkunden des Wiener Stadt- und Landesarchivs sind im virtuellen Urkundenarchiv Monasterium online verfügbar. Eine Recherche in den Beständen ist über die Erweiterte Suche möglich.

Nachweis des Militärdienstes

  • Unterlagen der Militärdienstzeit bis 1918: Österreichisches Staatsarchiv, Kriegsarchiv
  • Unterlagen der Militärdienstzeit nach 1918: Österreichisches Staatsarchiv, Archiv der Republik

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Wiener Stadt- und Landesarchiv (Magistratsabteilung 8)
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