Inhalt einer Stadtmappe am Beispiel St. Pölten

Franziszeischer Kataster

Planansicht aus dem Urkataster

Der Urkataster (1:2500) ist Bestandteil der unter Kaiser Franz I. ab 1817 begonnenen, ersten umfassenden Vermessung des Landes (Originalmaßstab 1:2880 beziehungsweise 1:5760) zu Zwecken der Besteuerung. Im Städteatlas wird auf Grund dieser Vorlagen eine neu angefertigte Reinzeichnung in mehrfarbiger Darstellung mit ausführlicher Beschriftung geboten.


Wachstumsphasenkarte

Ausschnitt aus der Wachstumsphasenkarte von Sankt Pölten

Die mehrfarbige Wachstumsphasenkarte (1:5000) zeigt auf der Grundlage des einfarbigen, im Grauton gebotenen Urkatasters die Siedlungsentwicklung der jeweiligen Stadt von den Anfängen bis zum Zeitpunkt der Entstehung der Katasteraufnahme. Die wichtigsten Phasen der städtischen Entwicklung werden in unterschiedlicher Farbgebung dargestellt, die eine rasche Erkenntnis von Entwicklungstypen ermöglicht. Frühe Entwicklungsphasen können dabei entweder auf Grund älterer Originalpläne oder wissenschaftlicher Rekonstruktionsversuche verdeutlicht werden, die sich zumeist auf schriftliche Quellen stützen. Der Funktionswandel einzelner für die Stadtentwicklung bedeutender Objekte wird durch ausführliche Beschriftung erläutert. Hypothetische Angaben (Verlauf von Befestigungen und ähnliches) sind als solche in der Legende kenntlich gemacht. Die Inhalte der Wachstumsphasenkarte erfahren im wissenschaftlichen Kommentar eine wesentliche Ergänzung. Historische Karten und wissenschaftliche Abhandlungen sind die Arbeitsgrundlagen der Wachstumsphasenkarte St. Pölten.


Umlandkarte

Auschnitt aus der Franziszeische Landesaufnahme von Nieder- und Oberösterreich, 1809 bis 1819

Die Umlandkarte (schwarz-weiß, 1:25000) dient der Verdeutlichung der Lage der einzelnen Stadt in der sie umgebenden Landschaft zur Zeit der Katasteraufnahme. Es handelt sich dabei um die einfarbige Reproduktion einer dem Urkataster möglichst zeitnahen Karte, die insbesondere bei der Erforschung der Stadt-Umland-Beziehungen wertvolle Hilfestellung bietet. In Österreich liegen dafür in geradezu idealer Weise die Blätter der Franziszeischen Landesaufnahme in den Maßstäben 1:28800 beziehungsweise 1:14400 vor. Im Unterschied zur älteren josephinischen Landesaufnahme (1763 bis 1787) wurden diese erstmals nach einem das ganze Land überziehenden Triangulierungsnetz aufgenommen. 1806 über Vorschlag des Präsidenten des Hofkriegsrates, Erzherzog Karl, von Kaiser Franz I. genehmigt, begannen die Arbeiten dafür ab 1807. Ihnen folgte dann ab 1817 die Katastertriangulierung, sodass die im Städteatlas enthaltenen Urkatasterpläne und Umlandkarten in vielfacher Hinsicht denselben Grundideen entstammen und einander daher ideal ergänzen. Die in kompletter Serie vorliegenden Blätter der Franziszeischen Landesaufnahme werden im Österreichischen Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, verwahrt, sodass einheitliche Unterlagen zur Verfügung stehen.


Moderne Stadtkarte

Ausschnitt aus der Basiskarte Sankt Pölten des Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, 1985/1986

Die Stadtkarte (schwarz-weiß, 1:5000) bietet einen möglichst gegenwartsnahen Einblick in die Struktur des Stadtkerns und dient der Verdeutlichung seiner Entwicklung in den letzten 150 Jahren.


Alte Ansicht

Alte Ansicht Sankt Pöltens von Jacob Hoefnagl, 1617

Die topografischen Gegebenheiten und das symbolhafte Selbstverständnis der Stadt kommen in Abbildungen, wie einer repräsentativen Ansicht (zumeist Matthäus Merian oder Georg Matthäus Vischer, beide 17. Jahrhundert) zum Ausdruck.


Ältestes Stadtsiegel

Siegel der Stadt Sankt Pölten, 1299

Auf der Titelseite der Stadtmappe ist das älteste erhaltene Stadtsiegel abgebildet. Im Stadtsiegel repräsentiert sich die älteste symbolhafte Form des städtisch-bürgerlichen Selbstverständnisses.


Kommentar zur Siedlungsentwicklung

Der Kommentar der einzelnen Stadtmappen zum Österreichischen Städteatlas reicht von den Anfängen bis in die Gegenwart. In groben Zügen wird dabei die Entwicklung der Stadt nachvollzogen. Der Schwerpunkt liegt neben Hinweisen auf die wirtschaftliche und soziale vor allem bei der topografischen Entwicklung, die auch in der Wachstumsphasenkarte ihren Ausdruck findet.

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Wiener Stadt- und Landesarchiv (Magistratsabteilung 8)
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