Plan Wiens von Bonifaz Wolmuet (1547)
Einige Jahre nach der Türkenbelagerung von 1529 fertigte der Steinmetzmeister Bonifaz Wolmuet einen Grundrissplan von Wien an. Dieser Plan, der 1547 fertiggestellt wurde, zeigt die Stadt innerhalb der mittelalterlichen Ringmauer sowie die direkte Umgebung. Auch die – großteils erst geplanten – neuzeitlichen Befestigungsanlagen, die die Stadt vor neuerlichen Angriffen schützen sollten, sind im Plan bereits eingezeichnet. Die Federzeichnung mit den Maßen 192 mal 233 Zenitemter wird heute im Wien Museum aufbewahrt.
Altertumsforscher rettet Kulturgut
In der Zeit um 1857 fertigte Albert Camesina für den "Alterthumsverein zu Wien", dem Vorgänger des Vereins für Geschichte der Stadt Wien, einen farbigen Abdruck des Wolmuet-Plans in neun Blättern an. Der angesehene Grafiker und Altertumsforscher, der noch andere alte Pläne Wiens für die Öffentlichkeit zugänglich machte, rettete damit wertvolles Kulturgut für zukünftige Generationen. Da das Original heute schlecht lesbar ist, ist die Reproduktion von großem historischen Wert für die Forschung.
Großer Detailreichtum
Die Gebäude der Innenstadt werden im Grundrissplan mit großer Genauigkeit abgebildet. Exakte Längenangaben entlang der Befestigungsanlagen dienen zur möglichst genauen Darstellung der geplanten Basteien. Ebenso beeindruckend ist der Blick auf die Vorstadt, die in der Vogelschauperspektive abgebildet ist. Hier vermittelt der Plan einen lebendigen Eindruck vom Alltagsleben, indem er Menschen beim Angeln, Fechten und Holzhacken, beim Transportieren von Waren und beim Viehtrieb auf dem Ochsengries darstellt. Damit erhält der Wolmuet-Plan neben dem topografischen Wert auch eine kulturgeschichtliche Bedeutung.
Quelle
Wiener Stadt- und Landesarchiv, Kartographische Sammlung 236 G, im Detail zu sehen auf Wien Kulturgut unter Bonifaz Wolmuet, Grundrissplan der Stadt Wien. 1547.
Verantwortlich für diese Seite:Wiener Stadt- und Landesarchiv (Magistratsabteilung 8)
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