Bauplan mit Angaben zum Werdertor (1880)
Im 13. Jahrhundert ließ König Ottokar II. Premysl die Wiener Ringmauer um ein weiteres Tor ergänzen. Das neu errichtete Werdertor wurde beim Ruprechtssteig in der Nähe des Austritts des Ottakringer Bachs hin zur Donau (heute Donaukanal) errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Tor immer wieder ausgebaut, an die neue Stadtbefestigung angepasst und restauriert.
Vom Stadttor zum Zinshaus
Durch die Errichtung des kaiserlichen Arsenals wurde der Verlauf der Wiener Befestigungsanlagen geändert. Das Werdertor verlor dadurch seine Bedeutung als Teil der Festungsanlage. Das Gebäude fiel an die Stadtgemeinde, der Werderturm wurde mit Ausnahme der Torhalle demoliert. Im Jahr 1717 errichtete Josef Anton Stranitzky ein dreistöckiges Zinshaus über dieser Torhalle. So blieb die ehemalige Substanz weiterhin erkennbar. Im Jahr 1880 wurde das Gebäude mitsamt den Torresten abgerissen.
Bauplan dokumentiert Stadtgeschichte
Anlässlich der Demolierung fertigte man von Seiten der Stadt einen Plan des Hauses an und dokumentierte die Reste des Tors, wie sie in dem Gebäude erhalten geblieben waren. Die Dokumentation wurde auch noch um ein Foto ergänzt und dem Stadtarchiv zur Verwahrung übergeben. Es handelt sich um einen für Wien in dieser Form singulären Akt historischen Bewusstseins aus einer Zeit, in der die Reste des Mittelalters sowie der Römerzeit großflächig neuen, imperialen Repräsentationsbauten weichen mussten.
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