Pancarta von Kaiser Friedrich III. (1460)
Im Juli 1460 bestätigte Kaiser Friedrich III. die ihm vom Bürgermeister und Rat der Stadt Wien vorgelegten Stadtrechtsurkunden. Da die Urkundentexte sehr umfangreich waren und auf einem einzelnen Pergamentstück keinen Platz fanden, wurden sie in einem Libell, also einem Heft, zusammengefasst. Das vorliegende Pergamentheft, genannt Pancarta, besteht aus 18 Pergamentblättern. Kaiser Friedrich III. verlieh Wien in der Pancarta zudem die Maut zu Stadlau und erlaubte, Getreide- und Mehldepots in der Stadt zu bauen.
Goldbulle

Goldbulle der Pancarta
Die Pancarta ist die einzige Urkunde im Wiener Stadt- und Landesarchiv, die ein Siegel aus Gold trägt. Siegel wurden meist aus Wachs angefertigt, nur in Ausnahmefällen wurde dafür Gold verwendet. Da es sich bei Stadtrechtsprivilegien um besonders bedeutsame Urkunden handelte, leistete sich die Stadt Wien als Empfängerin die teure Ausfertigung der Bestätigung samt Goldbulle. Das Siegel der Pancarta von Friedrich III. hängt an einer violetten Seidenschnur.
Originalschatulle
Ebenfalls außergewöhnlich ist die Originalschatulle der Pancarta, in der die Urkunde aufbewahrt wurde und wird. Die Holzkassette stammt noch aus dem Jahr 1460, ist mit gepresstem Leder überzogen und ornamental reich verziert. Durch die aufwändige Verzierung der Schatulle wird der Wert ihres Inhalts, also die Bestätigung der Wiener Stadtrechtsprivilegien, verdeutlicht.
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