Verlassenschaftsabhandlung von Gustav Mahler (1911)
Gustav Mahler war einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik mit großem Einfluss auf die Moderne. Er wurde am 7. Juli 1860 in Kalischt, Böhmen, geboren und begeisterte sich schon früh für Musik. In Wien studierte er am Konservatorium. Schon mit 20 Jahren wurde er Kapellmeister und dirigierte bald darauf Opern in aller Welt. So überrascht es auch nicht, dass er von 1897 bis 1907 erster Kapellmeister und Hofoperndirektor in Wien war. Der aus einer jüdischen Familie stammende Gustav Mahler ließ sich schließlich taufen, um antisemitischen Vorurteilen zu entkommen. Er bereiste ganz Europa und auch Amerika, wo er auf ein begeistertes Publikum traf. Als eine antisemitisch inspirierte Pressekampagne gegen ihn gestartet wurde, beendete er seine Arbeit in Wien. Ab 1908 dirigierte er auch an der Metropolitan Opera in New York.
Alma Mahler
Gustav Mahler heiratete im Jahr 1902 Alma Schindler, die aus einer Künstlerfamilie stammte. Die wegen ihrer Schönheit gelobte Alma und der eher zurückhaltende Gustav Mahler führten eine intensive Ehe, die ihre Höhen und Tiefen hatte. Das Paar lebte sich auseinander, wobei der Tod der ältesten Tochter im Juli 1907 diesen Bruch noch verstärkte.
Mahlers Tod
Im selben Jahr wurde bei Gustav Mahler eine Herzkrankheit diagnostiziert. Sein enormes Arbeitspensum forderte schließlich seinen Tribut. Als Gustav Mahler im Februar 1911 in New York sein letztes Konzert dirigierte, war er bereits schwer krank. Trotz intensiver Bemühungen konnten ihm weder die Ärzte in Amerika, Paris oder Wien helfen. Wenige Tage nach seiner Ankunft in Wien starb Gustav Mahler am 18. Mai 1911.
Verlassenschaftsabhandlung
Die Verlassenschaftsabhandlung zu Gustav Mahler hat einen beträchtlichen Umfang. Es musste erst die Frage geklärt werden, welches Bezirksgericht überhaupt zuständig sei. Der Komponist hatte zum Zeitpunkt seines Todes keinen ordentlichen Wohnsitz in Wien. Die Vermögenswerte von Gustav Mahler wurden ermittelt. So liegen dem Akt ein mehrseitiges Inventar und Eingaben von Alma Mahler und der gemeinsamen Tochter Anna bei. Da die am 15. Juni 1904 geborene Anna damals noch minderjährig war, wurde Karl Moll, der Stiefvater von Alma Mahler, als Vormund vorgeschlagen. Der Verlassenschaftsakt erstreckt sich über 18 Jahre, da Anna Mahler erst im Juli 1929 die Großjährigkeit erlangte. Erst dann konnte sie über ihr Erbe verfügen, das bis dahin in einem Depot der Postsparkasse verwaltet wurde.
Quelle
Wiener Stadt- und Landesarchiv, Hauptarchivakten - Persönlichkeiten, M2
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