Testament von Joseph Haydn (1809)
Sein Leben lang hatte Joseph Haydn (1732 bis 1809), der berühmte Komponist und Lehrer Mozarts und Beethovens, eine enge Beziehung zu Wien. Um 1740 kam er als achtjähriger Knabe in die Metropole, um im Kapellhaus von St. Stephan seine Musikausbildung zu machen. Nach seinem langjährigen Dienst unter den Fürsten Esterházy in den Jahren 1761 bis 1790 kehrte Joseph Haydn dauerhaft nach Wien zurück. Hier starb er auch am 31. Mai 1809 in seinem Haus in der ehemaligen Vorstadt Windmühle (heute Wien 6., Haydngasse 19). Zum Zeitpunkt seines Todes war Haydn ein reicher Mann, weshalb er ein umfangreiches Testament aufsetzte, um Familienmitglieder, Hausangestellte und ehemalige Wohltäter zu bedenken.
Haydns Testament: Geld an Institutionen...
"Da die Zeit und Stunde des Todes sehr ungewiss ist, und uns oft der Tod in einer Stunde überrascht, wo wir es gar nicht vermuthen, so habe ich bei noch ganz gesunder Vernunft folgende Anordnungen in Betref meines Vermögens festgesetzt, welche nach meinem Tode auf das genaueste vollzogen werden sollen." Nach diesen einleitenden Worten setzte Joseph Haydn am 7. Februar 1809 genau fest, wie er sein beträchtliches Vermögen aufgeteilt wissen wollte.
Seinen Geburtsort bedachte der berühmte Komponist mehrmals. So vermachte er etwa dem Pfarrer seines Geburtsorts Rohrau zwölf Gulden, dem Schulherrn sechs Gulden und den Schulkindern drei Gulden. Auch Haydns Wirkungsort Eisenstadt wurde im Testament immer wieder genannt. Die Barmherzigen Brüder und die Franziskaner erhielten jeweils fünfzig Gulden, aber auch der Spitalfonds der Armen der königlichen Freistadt Eisenstadt bekam fünfzig Gulden.
... und an Private
Joseph Haydn bedachte seine Verwandten, etwa die Kinder seiner verstorbenen Schwester, mit großzügigen Summen von mehreren hundert Gulden. Auch seine Bediensteten wurden im Testament genannt, darunter die "treue und rechtschaffene" Köchin, die einen hohen Geldbetrag erhielt.
Der berühmte Musiker, der viele Jahre in einer unglücklichen Ehe lebte, vergaß in seinem Testament auch nicht auf die Frauen, denen er im Laufe seines Lebens freundschaftlich oder amourös verbunden war. Eine Sängerin, mit der er eng zusammengearbeitet hatte, bedachte er daher ebenso wie die "Tochter des in Wien befindlichen Gastwirthes Lugmayer". Leider lässt sich heutzutage nur mutmaßen, welche Erinnerungen Haydn mit diesen Frauen verband, als er sein Testament aufsetzen ließ.
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