Inventar von Joseph Haydns Besitz (1809)
Nach dem Tod von Joseph Haydn (1732 bis 1809) wurde im Zuge der Verlassenschaftsabhandlung ein Inventar erstellt, in dem der persönliche Besitz des berühmten Musikers aufgelistet wurde. In der Liste seiner Habseligkeiten spiegeln sich nicht nur sein beruflicher Werdegang, sondern auch seine persönlichen Vorlieben wider.
Kupferstiche als biographische Skizzen
Im Inventar sind mehrere Dutzend Kupferstiche verzeichnet, die eine breite Themenpalette abdecken und von bekannten Künstlern wie Francesco Bartolozzi stammen. Aus seiner Zeit in England besaß Haydn mehrere Darstellungen von bedeutenden englischen Persönlichkeiten wie etwa Admiral Nelson oder dem Prinz und der Prinzessin von Wales. Klassische Darstellungen wie Cupido, der Tod des Ödipus, Apollo und die Musen oder ein Stich von Castor und Pollux nach Rubens zeigen Haydns Interesse an Stoffen der Antike. Eine Abbildung von Michael Haydn, seinem jüngeren Bruder, lässt darauf schließen, dass Joseph Haydn dessen Karriere als Komponist mit brüderlichem Stolz verfolgte.
Gesammelte Kompositionen
Im Inventar werden mehrere gestochene Kompositionen von Joseph Haydn selbst erwähnt, aber auch von anderen Musikern wie etwa von Mozart, Händel oder Bach. Dazu kamen über hundert "geschriebene Musicalien von Joseph Haydns Composition".
Haydns Vogel
Ungewöhnlich ist der letzte Eintrag im Inventar Joseph Haydns. "Ein lebender Papagey aus dem Geschlechte der gelehrigen Jakos in Taubengröße grau mit rothem Schweif. Da die Papageys nach allen Naturhistorikern ein hohes Alter bei 100 Jahren erleben, so ist dieser noch jung. Herr Haydn kaufte denselben vor 19 Jahren, noch nicht völlig erwachsen, in London um einen hohen Preis und unterrichtete ihn selbst. Wohnt wie gewöhnlich in einem blechern Hause." Bei diesem Vogel dürfte es sich um einen Graupapagei gehandelt haben.
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