Entwürfe für Gaslaternen (1845)

Im Mai 1845 unterzeichnete die Stadt Wien einen Vertrag mit der Imperial Continental Gas Association. Durch diesen Vertrag wurde die Umstellung der städtischen Beleuchtung auf Gaslaternen eingeleitet. Davor standen Kandelaber oder an Häusern befestigte Laternen mit Öllampen in Verwendung. Bereits seit dem Jahr 1687 wurde die Stadt in der Nacht beleuchtet. Zunächst wurden 17 Laternen in der Dorotheergasse aufgestellt. Im Mai 1688 schließlich konnten die Laternen zur allgemeinen Beleuchtung der Stadt fertig gestellt werden. Am 5. Juni wurde erstmals die gesamte Stadt beleuchtet.

Kolorierte, historische Zeichnungen

Entwürfe zu Gaslaternen

Entwürfe für Gaslaternen

Die Laternen waren zu dieser Anfangszeit mit Unschlitt gefüllt. Im frühen 19. Jahrhundert wurden in Wien zwei Formen von Öllampen verwendet. Zum einen war dies die konventionelle oder auch "ordinäre" Öllampe. Zum anderen wurden auch moderne "argandische Lampen" verwendet. Dieses Modell wurde im Jahr 1780 vom Schweizer Aimé Argand erfunden und ermöglichte ein saubereres Verbrennen des Brennstoffes.

Der Vertrag mit der englischen Gasgesellschaft von 1845 ermöglichte die Aufstellung von zunächst 374 Gaslaternen. Das für die städtische Beleuchtung zuständige städtische Unterkammeramt ließ für diese Laternen Entwürfe anfertigen, die aus dem Planbestand des Stadtbauamtes in das Wiener Stadt- und Landesarchiv übernommen wurden. Das Wiener Stadt- und Landesarchiv verwahrt diese reizvollen handgezeichneten und kolorierten Entwürfe.

Strahlender Höhepunkt und langsamer Niedergang

Allein in der Donaustadt (Wien 22) brannten im Jahr 1913 an die 45.000 Gaslaternen. Schon wenige Jahre später begann jedoch das "Gaslaternensterben". Für den Übergang zur elektrischen Straßenbeleuchtung waren rein finanzielle Gründe ausschlaggebend. So kostete der Betrieb einer Gaslaterne jährlich rund 1.300 Schilling, der einer elektrischen Lampe mit höherer Leuchtkraft nur 310 Schilling.

Im Jahr 1959 gab es nur noch 4.653 Gaslaternen, die zu "Gasinseln" inmitten der elektrifizierten Großstadtbeleuchtung zusammengefasst wurden. Die größten "Gasinseln" gab es in Hietzing und Döbling mit je 1.400 Stück, in Floridsdorf brannten 920 Gaslaternen. Die kleinste "Insel" mit nur 70 Stück fand sich auf dem Antonsplatz in Favoriten. Am 27. November 1962 um 16 Uhr wurde von Stadtrat Karl Lakowitsch in Hietzing die letzte Gaslaterne gelöscht. Heute wird diese historische Laterne vom Hietzinger Bezirksmuseum verwahrt.

Archivbestand

Wiener Stadt- und Landesarchiv, Kartographische Sammlung, Sammelbestand, P1: 352

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