Groß-Wien - Stadtgeschichte Wiens

Foto eines Wiener Flakturms (1946)

Flakturm in Wien

In der Zeit des Nationalsozialismus sollte Wien zur flächenmäßig größten Stadt des Deutschen Reichs ausgedehnt werden. Vorbild dafür war die Schaffung neuer Riesenstädte in Deutschland wie Groß-Berlin und Groß-Hamburg.

Stadt mit 26 Bezirken

Bereits kurz nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 wurde die Umsetzung dieses Großprojekts in Angriff genommen. Die Grenzen der bereits bestehenden Bezirke Wiens wurden geändert oder Bezirke zusammengelegt. Durch die Eingemeindung von 97 umliegenden Gemeinden wie Klosterneuburg, Schwechat und Mödling entstanden zudem fünf neue Bezirke, sodass Wien auf 26 Bezirke anwuchs. Wien war mit einem Schlag fünf Mal so groß wie zuvor und zählte mit zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zu den größten Städten der Welt.

Nationalsozialistischer Größenwahn

Obwohl Wien nicht dieselbe städtebauliche Aufmerksamkeit erhielt wie andere Städte des Reichs, sollte auch hier das Stadtbild nachhaltig verändert werden. Prächtige Monumentalbauten und protzige Prunkstraßen wurden geplant. Ein Autobahnring um Wien sollte geschaffen werden, der in der A21 und der S1 teilweise verwirklicht ist. Die Wohnbauprojekte des sozialdemokratischen Wiens sollten durch die Schaffung von zehntausenden Wohnungen in den Schatten gestellt werden. Es wurde jedoch nur ein Bruchteil davon tatsächlich errichtet. Stattdessen wurden Wohnungen der jüdischen Bevölkerung Wiens arisiert, die vormaligen Besitzerinnen beziehungsweise Besitzer vertrieben oder deportiert und ermordet. Militärisch wurde die Stadt durch die Errichtung der Wiener Flaktürme aufgerüstet.

Das Ende von Groß-Wien

Der Kriegsverlauf hatte viele nationalsozialistische Vorhaben verzögert und schließlich verhindert. Statt Prunk und Glanz hatte das nationalsozialistische Regime der Stadt Tod und Zerstörung gebracht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Wien von den Alliierten besetzt und in vier Sektoren aufgeteilt. Die Gebietserweiterungen wurden größtenteils rückgängig gemacht. Es dauerte neun Jahre, bis ausgehandelt war, welche Gemeinden an Niederösterreich fallen sollten. Letztendlich verblieben 1954 nur 17 Gemeinden bei Wien.

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