Die Wiener Stadtbefestigungen

Das Bedürfnis nach Schutz in Kriegszeiten veranlasste die Menschen zum Bau von Verteidigungsanlagen. In der Geschichte Wiens spielten diese Bollwerke eine bedeutende Rolle. Sie prägten das Leben der Bevölkerung.

Von Lagermauern zur Bastei

Zeichnung des Schottentores Mitte des 19. Jahrhunderts

Schottentor mit Stadtmauer (um 1857)

Die Lagermauern des antiken Vindobona waren die ältesten Wiener Befestigungen. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde die sich entwickelnde Stadt mit einer Mauer umgeben. Diese Mauer musste immer wieder den neuesten militärischen Bedürfnissen angepasst werden. Angesichts der modernen Belagerungstechniken erhielt Wien einen massiveren Verteidigungsring. Dieser wurde im Volksmund bald "Bastei" (abgeleitet vom Italienischen: "bastioni") genannt. Die Anpassungsmaßnahmen waren notwendig, da bedeutsame kriegerische Auseinandersetzungen die Geschichte der Wiener Befestigungsanlagen prägten.

Fall der Bastei

Die moderne Kriegsführung ließ den militärischen Nutzen der Stadtbefestigung immer weiter in den Hintergrund treten. Die Bastei mit ihrem Vorfeld wurde zum Naherholungsgebiet. Mit ihren Grünflächen diente sie der Bevölkerung als beliebte Promenade. Bereits im Kampf gegen die Truppen Napoleons hatte sich die Befestigung als wirkungslos erwiesen. Die Angst vor Aufständen verzögerte die Entscheidung zur Schleifung der Bastei. Es dauerte bis 1857, bis Kaiser Franz Joseph den Auftrag zum Abbruch der Wiener Befestigungsanlagen gab.

Schaffung der Ringstraße

Die Schleifung der Stadtbefestigung ermöglichte die Modernisierung Wiens. Ein Wettbewerb zur Gestaltung des neu gewonnenen Gebietes wurde ausgeschrieben. Zahlreiche berühmte Architekten beteiligten sich daran. Basierend auf den Wünschen des Kaisers und den Vorschlägen der Wettbewerbsteilnehmer wurde ein Grundplan zur Neugestaltung der Innenstadt entwickelt. Der erste Schritt zur Entstehung der Wiener Ringstraße war getan.

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Wiener Stadt- und Landesarchiv (Magistratsabteilung 8)
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