Abbruch der Wiener Befestigungsanlagen

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts stellte sich immer öfter die Frage nach der Zweckmäßigkeit der Wiener Befestigungsanlagen. Unerwartet bekamen diese noch einmal große Bedeutung, als im Rahmen der Revolution im Oktober 1848 auch in Wien Gefechte stattfanden. Ein Schleifen der Befestigungen kam nicht in Frage. Die Befürworter eines Abbruchs brauchten fast zehn Jahre, um den Kaiser zu überzeugen.

Kaiserlicher Auftrag zur Schleifung der Basteien

Mit dem allerhöchsten Handschreiben vom 20. Dezember 1857 gab Kaiser Franz Joseph den Auftrag zur Schleifung der Basteien: "Es ist Mein Wille, dass die Erweiterung der inneren Stadt Wien mit Rücksicht auf eine entsprechende Verbindung derselben mit den Vorstädten ehemöglichst in Angriff genommen und hiebei auch auf die Regulirung und Verschönerung Meiner Residenz und Reichshauptstadt Bedacht genommen werde." Damit wurde das Ende der Bastei eingeläutet.

Gründung des Stadterweiterungsfonds

Um die städtebauliche Umgestaltung Wiens zu finanzieren, wurde 1859 der Stadterweiterungsfonds geschaffen. Dieser verwaltete die Befestigungen und die vorgelagerten Grünflächen. Der Fonds sollte diese Grundstücke gewinnbringend verkaufen. Mit dem dadurch erworbenen Geld wurden die Abtragung der Mauern und der Neubau öffentlicher Gebäude finanziert.

Schleifung der Befestigungen

Die Demolierung der Stadtmauern wurde von der Bevölkerung mit großer Aufmerksamkeit mitverfolgt. Am spektakulärsten waren die Sprengungen, die das massive Mauerwerk zerstörten. Die Abtragungsarbeiten begannen im März 1858 am Rotenturmtor. Im August 1875 fanden die Abtragungen mit der Schleifung der Löwelbastei ein Ende.

Mit der Eröffnung des Rings am 1. Mai 1865 wurde die Entstehung der Wiener Ringstraße eingeleitet.

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