"Wie soll man Musik richtig aufführen - im alten oder im neuen Zeitgeist?" - Wiener Vorlesung am 25.1.2012

"Wir Musiker - ja alle Künstler - haben eine machtvolle, ja heilige Sprache zu verwalten. Wir müssen alles tun, dass sie nicht verloren geht im Sog der materialistischen Entwicklung. Es ist nicht mehr viel Zeit, wenn es nicht gar schon zu spät ist, denn die Beschränkung auf das Denken und die Sprache der Vernunft, der Logik, und die Faszination durch die damit erzielten Fortschritte in Wissenschaft und Zivilisation entfernen uns immer weiter von unserem eigentlichen Menschentum. Es ist wohl kein Zufall, dass diese Entfernung mit der Austrocknung des Religiösen Hand in Hand geht: die Technokratie, der Materialismus und das Wohlstandsdenken brauchen keine Religion, kennen keine Religion, ja nicht einmal Moral.
Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage - sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein."

Nikolaus Harnoncourt

Nikolaus Harnoncourt beim Dirigieren

Nikolaus Harnoncourt

Foto von Erwin Ortner

Erwin Ortner


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Musikalischer Beitrag

Chor bei Konzert auf Bühne

Arnold Schoenberg Chor

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