"Zum 100. Geburtstag von Teddy Kollek" - Wiener Vorlesung am 26.5.2011

Ari Rath über Teddy Kollek und über das Schicksalsjahr 1967:

Teddy Kollek hatte immer eine offene Tür bei uns in der Jerusalem Post. Und ich hatte immer eine offene Tür bei ihm im Rathaus von Jerusalem. Wir hatten meistens freundliche Beziehungen sowohl mit gegenseitiger Kritik als auch mit gegenseitiger Schätzung. Als Bürgermeister von Jerusalem versuchte Teddy Kollek in der schicksalsvollen Zeit im Juni 1967 die israelischen und palästinensischen Bürger der Stadt in Harmonie und mit Toleranz zu regieren. Wir, in der Jerusalem Post, versuchten eine Brücke der gegenseitigen Verständigung zu bilden.

Kurzbiografie Teddy Kollek

Teddy Kollek wurde am 27. Mai 1911 in Ungarn geboren. Die Familie übersiedelte bald nach Wien, wo sie bis 1934 lebte und dann nach Palästina auswanderte. Sein Vater, Alfred Kollek, ein überzeugter Zionist, benannte seinen Sohn nach Theodor Herzl. Teddy Kollek wurde in Palästina politisch aktiv und begann, David Ben Gurion viele Jahre zu unterstützen. 1965 wurde Kollek Bürgermeister von Jerusalem, 1966 gründete er die Jerusalem Foundation - eine weltweit operierende, unabhängige und gemeinnützige Organisation.

Seit 45 Jahren baut die Jerusalem Foundation Brücken des guten Willens, der Toleranz und des sozialen Ausgleichs zwischen Juden, Muslimen und Christen. In den 28 Jahren seiner Amtszeit wurde Teddy Kollek zu einer Symbolfigur für das friedliche Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen Jerusalems. Für sein Engagement wurde Kollek vielfach gewürdigt und ausgezeichnet, unter anderem mit dem Titel Ehrenbürger von Wien.

Kurzbiografie Ari Rath

Ari Rath bei einem Vortrag

Ari Rath

Ari Rath wurde 1925 in Wien geboren und gehört zu den großen alten Männern der Publizistik wie auch der Nahost-Politik. Der gelernte Historiker musste bereits in Kindheitstagen die Barbarei der Intoleranz kennen lernen: Kurz nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich 1938 musste Ari Rath, der als Schüler das renommierte Wasa-Gymnasium im Alsergrund besuchte, mit seinem Bruder fliehen und konnte noch rechtzeitig nach Palästina auswandern. Raths Vater wurde in ein KZ deportiert, die Mutter war bereits verstorben.

In Palästina lebte und arbeitete Ari Rath 16 Jahre in einem Kibbuz und war aktiv in der Arbeiterjugend-Bewegung. 1958 trat er in die Redaktion der Jerusalem Post ein, deren Leitung er 1975 als Chefredakteur und Herausgeber übernahm. In dieser Phase - Rath schied 1989 aus - schuf er mit "seiner" Zeitung ein weithin angesehenes liberales Blatt, das sich für Versöhnung im Nahen Osten engagierte. Ebenso machte sich der liberal gesinnte Journalist Ari Rath um den Dialog zwischen Israel und Österreich beziehungsweise Deutschland verdient.

Veranstaltungsdetails

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Jerusalem Foundation Austria und dem Bruno Kreisky Forum für Internationalen Dialog

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Peter Jankowitsch mit Mikrofon

BM a.D. Botschafter Peter Jankowitsch

Osnat Kollek-Sachs vor zwei Gemälden

Osnat Kollek-Sachs


Irene Pollak-Rein auf einem Stuhl

Irene Pollak-Rein

Renate Schmidtkunz bei Vortrag mit Mikrofon

Mag.a Renata Schmidtkunz

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