"Hommage an Friedrich Katz" - Wiener Vorlesung am 20.10.2011

Die Stadt Wien, die Universität Wien und die Botschaft von Mexiko in Österreich laden zur Hommage an Friedrich Katz.

Programm

Foto von Friedrich Katz

Friedrich Katz

Einen Tag lang werden Akademiker und Freunde des Historikers Vorträge in spanischer Sprache über Friedrich Katz, seine Wurzeln, sein Exil in Mexiko und seine Studien zur mexikanischen Geschichte halten.

Christian Kloyber wird vom mexikanischen Exil der Familie Katz berichten. David Mayer wird über den Kontext der historiographischen Debatten zur Zeit von Katz sprechen. Javier Garciadiego wird Katz auf dem geschichtlichen Gebiet der Mexikanischen Revolution näherbringen. Berthold Molden wird auf die transnationale Tätigkeit und Geschichtsschreibung von Katz Bezug nehmen. Nach den Vorträgen stehen die Akademiker an einem runden Tisch zur Verfügung, bei dem auf Deutsch über das Leben und Werk von Katz debattiert wird. Friedrich Katz war gebürtiger Österreicher, der Mexiko als seine zweite Heimat annahm.

Zum Abschluss wird Martina Kaller-Dietrich eine Wiener Vorlesung mit dem Titel "Das kulinarische Fest für die Toten in Mexiko" halten.

Zur Person Friedrich Katz (Wien, 1927 bis Philadelphia, 2010)

In seiner Kindheit emigrierte Katz mit seiner Familie nach Mexiko-Stadt. Er studierte an der Nationalen Schule für Anthropologie und Geschichte, promovierte an der Universität Wien und habilitierte sich an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Er unterrichtete an mehreren Universitäten in Europa, USA und Mexiko, war emeritierter Professor des Morton D. Hull Lehrstuhls an der Universität von Chicago und leitete dort von 1992 bis 2002 sein Studienprogramm für mexikanische Geschichte. Dieses wurde 2004 in "Zentrum der mexikanischen Geschichte Friedrich Katz" umbenannt.

Sein Buch "The Secret War in Mexico" (1987) wurde mit dem Herbert Eugene Bolton-Preis ausgezeichnet. Dieser wird von der American Historical Association für das beste englischsprachige Buch über die Geschichte Lateinamerikas verliehen. Seine Biografie "The Life and Time of Pancho Villa" (1998) erhielt von derselben Fachgesellschaft den Albert J. Beveridge-Preis als beste Arbeit über die Geschichte Amerikas sowie einen zweiten Bolton-Preis.

1988 wurde ihm von der Universität Guadalajara der Orden del Mérito Académico und von der mexikanischen Regierung der Orden del Águila Azteca verliehen. Weitere seiner Werke sind "Situación social y económica de los aztecas durante los siglos XV y XVI" (1966, 1994), "Ancient American Civilizations" (1969, 2004), "La servidumbre agraria en México en la época porfiriana" (Era, 1980), "Revuelta, rebelión y revolución. La lucha rural en México del siglo XVI al siglo XX" (Sammelwerk, Era, 1988), "Imágenes de Pancho Villa" (Era, 1999), "De Díaz a Madero" (Era, 2004) und "Nuevos ensayos mexicanos" (Era, 2006).

Seine Tochter, Jacqueline Ross, sagte nach seinem Tod, dass Katz immer gemeint hätte, Mexiko habe ihm das Leben gerettet; er liebe dieses Land, seine Schönheit, die Großzügigkeit seiner Einwohner und seine Geschichte fasziniere ihn; er habe immer von Mexiko als seiner zweiten Heimat gesprochen.

Veranstaltungsdetails

Eine gemeinsame Veranstaltung der Botschaft von Mexiko, der Gesellschaft Österreich-Mexiko und der Wiener Vorlesungen

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