"Mit östlichem Blick: Über jüdische Verwandlungen 1750 bis 1950" - Wiener Vorlesung vom 16.11.2010

Porträtfoto Dan Diner

Univ.-Prof. Dr. Dan Diner

Vornehmlich handelt es sich bei den Verwandlungen des jüdischen Selbstverständnisses um Fragen der Textgeschichte, des Sprachgebrauchs von Institutionen- und politischer Geschichte, vor allem aber um die Entzifferung von Emblemen der Zugehörigkeit. Dabei dient die Perspektive der Juden des östlichen Europa im 19. und 20. Jahrhundert, vor allem die der Zwischenkriegszeit, als Seismograph historischer Erkenntnis. Während Juden als Einzelne, als Pioniere der Moderne zunehmend an Bedeutung gewinnen, gelten sie kollektiv weiterhin als Residuen der Vormoderne. Dieses Spannungsverhältnis begründet das existenzielle Motiv jüdischer Erfahrungsgeschichte. Dan Diner spricht über die Veränderungen des jüdischen Selbstverständnisses von der Vormoderne zur Moderne.

Dan Diner ist Professor für Neuere Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem und Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig. Im Herbst 2010 ist er im Rahmen des Stadt Wien-Fellowships am IFK, wo er an einem Forschungsprojekt "Transformationen: Eine Geschichte der Juden Europas 1750 bis 1950" arbeitet.

Veranstaltungsdetails

Verantwortlich für diese Seite:
Wissenschafts- und Forschungsförderung (Magistratsabteilung 7)
Kontaktformular