"Mitten in der großen Krise: Ein 'New Deal' für Europa" - Wiener Vorlesung am 22.4.2010

Stephan Schulmeister

Dr. Stephan Schulmeister

"Am Ende der Sackgasse des Finanzkapitalismus: Was tun?" Stephan Schulmeister

Abstract von Stephan Schulmeister

Mit der "großen Krise" hat der Übergang von einer finanz- zu einer realkapitalistischen Wirtschaftsordnung begonnen. Dieser wird Jahre dauern: Der in den letzten 30 Jahren zunehmend dominante "Finanzkapitalismus" stellt ja eine umfassende "Spielanordnung" dar. Dazu gehören die neoliberale Wirtschaftstheorie, der Vorrang für den Geldwert, die Liberalisierung der Finanzmärkte und die Schwächung des Sozialstaats. Die große Krise wird den Boden für eine Neuordnung des "Spiels Wirtschaft" bereiten: Die Triebkraft kapitalistischer Dynamik, das Profitstreben, wird wieder auf realwirtschaftliche Aktivitäten fokussiert, ergänzt und erweitert um die ökologische und soziale Dimension.

Wie in jeder "Transformationskrise" wird das "Rette sich, wer kann" auf allen Ebenen zunehmen, innerhalb der EU auch im Verhältnis der Länder zueinander. Diese werden zusätzlich durch das "Spardogma" und das "Gefangenendilemma" gelähmt: Betreibt jedes einzelne Land eine expansive Politik, so fließt ein Großteil der Impulse ins Ausland. Machen alle EU-Länder dies gemeinsam, so stärken sie sich wechselseitig. Ein solcher "New Deal" für Europa würde die Talsohle im langfristigen Entwicklungszyklus verkürzen. Wie könnte er aussehen und welches politische "Leadership" braucht es zu seiner Durchsetzung?

Veranstaltungsdetails

Vortrag: Dr. Stephan Schulmeister
Moderation: Mag.a Renata Schmidtkunz
Datum: Donnerstag, 22. April 2010, 19 Uhr
Ort: Wiener Rathaus, Volkshalle, 1., Lichtenfelsgasse 2
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