120 Jahre Kaiserin-Elisabeth-Spital - Wiener Vorlesung vom 9.11.2010

Zahlreiche Kranke sprachen mit Entsetzen und in drastischen Ausdrücken von ihrem Kropfoperationserlebnis, das sie in örtlicher Betäubung erdulden mussten. ... Manche gingen in ihren Äußerungen sogar so weit, dass sie vorbrachten, sie würden sich lieber umbringen, als nochmals derartige Qualen durchmachen zu müssen.

Fritz Kaspar, "Zur Technik der Kropfoperation", Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, 1941

Das Kaiserin-Elisabeth-Spital wurde am 25.11.1890 - damals noch unter dem Namen Kaiser Franz Joseph Krankenhaus - in Rudolfsheim-Fünfhaus eröffnet. Es feiert demnach in wenigen Tagen sein 120 jähriges Bestehen. Bekannt geworden ist es als "Kropfspital in Rudolfsheim", als im Jahr 1929 Primarius Fritz Kaspar die Allgemeinnarkose in der Strumachirurgie einführte, und die Patienten "in Scharen an diese Abteilung pilgerten". Nach wie vor ist die chirurgische Abteilung des Kaiserin-Elisabeth-Spitals mit 1.300 bis 1.400 Schilddrüseneingriffen pro Jahr das größte Kompetenzzentrum in Österreich. Zwischen 1918 und dem Jahr 2008 wurden insgesamt 75.969 Strumaoperationen durchgeführt. Weitere Schwerpunkte sind die Tumorchirurgie (Behandlung von Bauchfellkrebs - Peritonealkarzinose - mit Peritonektomie und intraoperativer hyperthermer Chemoperfusion), die Adipositaschirurgie, die minimal invasiven Eingriffe, die notfallchirurgische Versorgung von Patienten mit akuten Baucherkrankungen, die interventionelle Endoskopie, die Venenchirurgie, und vieles mehr.

Die chirurgische Abteilung verfügt über 70 Betten, drei neue moderne Operationssäle, in denen insgesamt 2.500 Eingriffe pro Jahr durchgeführt werden. Darüber hinaus verfügt das Haus über eine 1. Medizinische Abteilung (Schwerpunkte Kardiologie, Angiologie, Hypertensiologie, Schrittmacher, Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen, Endoskopie, Intensivmedizin) mit 104 Betten, eine 2. Medizinische Abteilung mit breiter allgemein-interner Ausrichtung und Spezialisierung im Bereich Rheumatologie/Osteologie, Osteoporosetherapie, Rehabilitation inklusive Akupunktur und Akutgeriatrie mit 74 Betten und einer interdisziplinären anästhesiologisch-internistischen Intensivstation mit acht Beatmungsbetten für die Intensivbehandlung von kritisch kranken internistischen beziehungsweise chirurgischen Patientinnen und Patienten. Modernste medizinische Ausstattung und hochqualitative Medizin werden zudem an der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, am Institut für Nuklearmedizin, Radiodiagnostik, Pathologie und Bakteriologie, Labordiagnostik, Physikalische Medizin und an der Ambulanz für HNO-, Haut- und urologische Erkrankungen angeboten.

Die renommierte Historikerin und Autorin Brigitte Hamann sprich über aktuelle Ergebnisse ihrer biographischen Forschungen zu Kaiserin Elisabeth, der Vorstand der Chirurgischen Abteilung des Kaiserin-Elisabeth-Spitals, Michael Hermann, zur Volkskrankheit Struma und zur Geschichte der Schilddrüsenchirurgie.

Veranstaltungsdetails

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Porträtfoto Brigitte Hamann

Dr.in Brigitte Hamann

Porträtfoto Michael Hermann

Univ.Prof. Prim. Dr. Michael Hermann

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