"Sie kamen nach Wien und blieben nicht lange... Frédéric Chopin und Robert Schumann" - Wiener Vorlesung am 5.10.2010

Abstract

Frédéric Chopin wie Robert Schumann hatten große Pläne und Hoffnungen, in Wien Karriere zu machen. Sie wurden (Chopin schon 1829, Schumann erstmals 1838) begeistert aufgenommen, hatten künstlerischen Erfolg - um dann doch anderswo Fuß zu fassen. Was wäre aus ihnen geworden, wenn sie, wie dann etwa Johannes Brahms, geblieben wären? Welch befruchtende Auswirkungen hätte es in Biedermeier und Vormärz für das Wiener Musikleben gebracht?

Otto Biba und Gernot Gruber wollen den Gründen nachspüren, was Chopin und Schumann so sehr an Wien anzog. Die musikalische Tradition von den Wiener Klassikern und Franz Schubert her, das Musikleben und deren aristokratische wie bürgerlichen Organisationsformen, die Möglichkeiten für Künstler in einer kaiserlichen Residenzstadt mit ihrem großen Einzugsbereich, all das mochte faszinieren. Warum aber gingen sie wieder? Bloß auf die Repressionen der politischen Maximen Metternichs hinzuweisen, wäre eine zu einfache und deshalb auch falsche Erklärung. So wird es ein Ziel des Gesprächs sein, ein differenziertes Bild vom Wiener Biedermeier mit seinen schönen, beschönigenden, auch abgründigen und vor allem subkutan sehr angespannten Befindlichkeiten zu entwerfen, wofür Chopins und Schumanns Erlebnisse hier anschauliche Beispiele geben.

Veranstaltungsdetails

Teilnehmer

Porträt von Otto Biba

Prof. Direktor Dr. Dr.h.c. Otto Biba

Porträt von Gernot Gruber

Univ.-Prof. Dr. Gernot Gruber


Harald Ossberger und Christos Marantos spielen vierhändig am Flügel

Von links: Christos Marantos und Univ.-Prof. Harald Ossberger

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