"[...] er war sicher der Begabteste von uns allen." Bernhard, Handke und die österreichische Literatur - Wiener Vorlesung am 15.3.2010
Statement Karl Wagner
"Handke und Bernhard, deren Namen meist in einem Atemzug genannt werden, um die außerordentliche Qualität der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts zu bezeichnen, stehen, wie andere Dioskuren auch - man denke nur an Frisch und Dürrenmatt oder Musil und Broch - für ein persönlich oft angespanntes Verhältnis, das zu Lebzeiten durch Zuträger und öffentliche Einmischungen zusätzlichen Verzerrungen und Veränderungen ausgesetzt ist.
Ohne diese biographische Seite auszublenden (oder gar zu beschönigen), versucht der Vortrag, die prinzipiell antagonistische Konzeption von Kunst und Künstler bei Handke und Bernhard herauszuarbeiten, die beiden Autoren je andere Schreibmöglichkeiten und Wirkungspotenziale eröffnet hat. Der Gegensatz als kreatives Potenzial schließt dann auch nicht aus, dass sich im Werk der beiden streitbaren und umstrittenen Autoren thematische Affinitäten (Staatskritik), verwandte Konstellationen und Figuren (etwa die Figur des Emigranten) finden lassen; ihr spezifisches Verhältnis zur literarischen Tradition (vor allem zu Adalbert Stifter) verdeutlicht, dass damit mehr ins Spiel kommt als persönliche Vorlieben: nämlich eine Facette der 'Ära Bernhard' (Handke)."
Vortrag: Univ.-Prof. Dr. Karl Wagner
Lesung: Dorothee Hartinger
Moderation: Dr.in Evelyne Polt-Heinzl
Datum: Montag, 15. März 2010, 19 Uhr
Ort: Wiener Rathaus, Volkshalle, Eingang 1., Lichtenfelsgasse 2
Fahrplanauskunft
Im Rahmen der Wiener Vorlesung wird das eben im Weidle Verlag erschienene Buch von Karl Wagner "Weiter im Blues. Studien und Texte zu Peter Handke" präsentiert.
Teilnehmende

Univ.-Prof. Dr. Karl Wagner

Dorothee Hartinger
Wissenschafts- und Forschungsförderung (Magistratsabteilung 7)
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