"Geschichte der Wiener Apotheken. Die Apotheken im heutigen ersten Wiener Gemeindebezirk" - Wiener Vorlesung vom 23.11.2010

Cover des präsentierten Buches: Autoren, Titel, Grafik mit historischem Apothekenraum, Verlag

Bei der Veranstaltung wird der zweite Band der Wiener Apothekengeschichte präsentiert.

Nach dem im Jahr 2008 erschienenen ersten Band der "Geschichte der Wiener Apotheken. Stadtgeschichte im Spiegel eines Berufsstandes" (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte 49) liegt nunmehr der aus dem Nachlass von Felix Czeike von seiner Witwe Helga Czeike sowie Sabine Nikolay und Susanne Claudine Pils herausgegebene zweite Band der "Apothekengeschichte" vor. Die Entwicklungsgeschichten der Apothekenbetriebe der Wiener Innenstadt werden chronologisch nach ihren Gründungsjahren geordnet dargestellt. Den Berichten zu den einzelnen Betrieben sind in Listen jeweils die wichtigsten Fakten vorangestellt.

Zusammengestellt wurden die Betriebsgeschichten unter Heranziehung zahlreicher Archivalien im Gremialarchiv, in der Pharmazeutischen Gehaltskasse der Wiener Apothekerkammer, in der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und im Wiener Stadt- und Landesarchiv.

Ein grundsätzliches Problem, das sämtliche im Mittelalter gegründeten Apotheken betrifft, wurde eingangs nochmals vorangestellt: Die Frage, in welcher Zeit es in Wien zu den ersten Apothekengründungen kam. Dienten Ärzte und Apotheker zunächst nur dem Hof, erweiterte sich ihre Klientel im Laufe des 15. Jahrhunderts auf die Adelsschicht, später auch das Groß- und Bildungsbürgertum. "Einfache Bürger" und sozial schwächer gestellte Menschen waren jahrhundertelang nicht in der Lage, sich medizinisch und pharmazeutisch ausreichend versorgen zu lassen. Die Zahl ausgebildeter Ärzte und etablierter Apotheker in Wien stieg jedoch allmählich an, bis sie im 15. Jahrhundert nach Gewohnheitsrecht die Anzahl von zehn Apotheken erreichte - eine Zahl, die von Kaiser Ferdinand I. 1564 schließlich in eine Ordnung aufgenommen wurde.

Die Geschichte der Wiener Apotheken, wie sie in dem Buch dargestellt ist, teilt sich in drei Gründungsperioden: Mittelalter und Neuzeit (ab circa 1320/40), Josephinische Reformen (1782 bis 1804), Ringstraßenära und Republik (1861 bis 1925). Im vierten Abschnitt des vorliegenden Bandes werden heute nicht mehr bestehende Apothekenbetriebe der Wiener Innenstadt behandelt.

Veranstaltungsdetails

Eine Veranstaltung des Vereins für Geschichte der Stadt Wien und des Studien Verlags in Kooperation mit den Wiener Vorlesungen

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