"Europa und das Ende des Kalten Krieges 1989" - Wiener Vorlesung am 9.11.2009

"Solange wir um die Freiheit kämpfen mussten, kannten wir unser Ziel. Jetzt haben wir die Freiheit und wissen gar nicht mehr so genau, was wir wollen." Václav Havel (Schriftsteller und Dramatiker, Charta-77-Aktivist, von 1979 bis 1983 in Haft, letzter Staatspräsident der demokratischen Tschechoslowakei und erster Präsident der Tschechischen Republik)

Statement Oliver Rathkolb

Oliver Rathkolb

Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb, Historiker

"1989 ist das dynamischste Epochenjahr der Europäischen Geschichte seit Ende des Zweiten Weltkrieges und wirkt zugleich heute nur als umstrittener und großteils 'kalter' Erinnerungsort. Ausgehend von einer Rekonstruktion der Gründe für die Interaktion zwischen gesellschaftlichen Bewegungen und politischen Akteuren sowie einer Analyse der zentralen Entscheidungsabläufe und Interessenskonstellationen, die zum Ende des Kalten Krieges führten, werden die Ursachen für die ambivalente Rezeption in der Gegenwart reflektiert. Ein internationaler Vergleich der öffentlichen Inszenierungen dieses Jahrestages zeigt gravierende Unterschiede in der Auseinandersetzung mit einem Schlüsselereignis der Weltgeschichte in den nationalstaatlichen Arenen der Geschichtspolitik. Vor dem Hintergrund der beginnenden Globalisierung wurde ein unerwartetes Zeitfenster in der Geschichte genützt, 20 Jahre später sind Eiserner Vorhang und Berliner Mauer historische Artefakte geworden, deren Nachwirkungen auf die Gegenwart aber unterschätzt werden."

Veranstaltungsdetails

Vortrag: Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb
Kommentar: Barbara Coudenhove-Kalergi
Moderation: Dr. Peter Lachnit
Datum: Montag, 9. November 2009, 19 Uhr
Ort: Altes Rathaus, Festsaal, 1., Wipplingerstraße 6-8
Fahrplanauskunft

Verantwortlich für diese Seite:
Wissenschafts- und Forschungsförderung (Magistratsabteilung 7)
Kontaktformular