Wiener Vorlesungen - György Konrád
Geboren 1933 in Debrecen/Ungarn; bis 1956 Studium der Literatur, Soziologie und Psychologie in Budapest; György Konrád zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern sowie einflussreichsten Essayisten seines Landes. Er fand weltweite Anerkennung als einer der wichtigsten Theoretiker des neuen Mitteleuropa. 1956 Teilnahme am ungarischen Volksaufstand; Arbeit als Soziologe und Psychologe; nebenher Mitwirkung bei der Literaturredaktion der Werke Tolstois und Balzacs und erste Essays; Sein Romandebüt mit "Der Besucher" machte ihn auf Anhieb international bekannt. Konráds kompromissloser sozialkritischer Impetus erweckte früh den Argwohn der Kommunistischen Partei. Er führte schließlich zu Arbeitsplatzverlust und einer Verhaftung, die weltweite Proteste auslöste. In den folgenden Jahren wegen heftiger politischer Angriffe und langjähriger Publikationsverbote in Ungarn zeitweilige Aufenthalte im Ausland (unter anderem 1982 bis 1984 in Berlin als DAAD-Stipendiat und Fellow des Wissenschaftskollegs); Mit dem politisch-moralischen Essayband "Antipolitik. Mitteleuropäische Meditationen" (1985) trug er nicht unwesentlich zur demokratischen Erneuerung in Ungarn Ende der 1980er-Jahre bei. György Konrád war von 1990 bis 1993 Präsident des Internationalen P.E.N.-Clubs, anschließend Vizepräsident. Er ist seit 1991 Mitglied und seit Mai 1997 Präsident der Akademie der Künste. Zahlreiche Preise: Herder-Preis 1984, Europäischer Essay-Preis der Charles-Veillon-Stiftung 1985, Preis des skandinavischen Verbandes der Friedensforscher und Südwestfunkpreis der Literaturforscher 1986, Maecenas-Preis (Budapest) 1989, Manès-Sperber-Preis 1990, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1991
Publikationen: "Der Besucher" (1973), "Der Stadtgründer" (1975), "Die Intelligenz auf dem Weg zur Klassenmacht" (1976), "Der Komplize" (1980), "Antipolitik" (1985), "Geisterfest" (1986), "Stimmungsbericht 1988", "Melinda und Dragoman" (1991), "Melancholie der Wiedergeburt" (1993), "Heimkehr" (1995), "Identität und Hysterie" (1994), "Steinuhr" (1995), "Vor den Toren des Reichs" (1997)
Wissenschafts- und Forschungsförderung (Magistratsabteilung 7)
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