Spatenstich am Kaiser-Franz-Josef-Spital

Visualisierung eines Luftbilds des Kaiser-Franz-Josefs-Spitals nach der Modernisierung

Das Kaiser-Franz-Josef-Spital - das älteste Spital Wiens - wird neu gebaut. Schritt für Schritt wird es im nächsten Jahrzehnt in ein zeitgemäßes, zukunftsorientiertes Krankenhaus umgewandelt. Der Teilneubau 1, der Bau des so genannten "Wirtschaftshofs" und des Neubaus der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege, wurde bereits 2010 in Angriff genommen. Nun fand rechtzeitig zum 120. Geburtstag des Spitals der Spatenstich für den Teilneubau 2, das neue Mutter-Kind- und OP-Zentrum, statt.

Das Kaiser-Franz-Josef-Spital im 10. Bezirk war vor 120 Jahren beispielgebend. Die Umbauten im Rahmen des "Wiener Spitalskonzept 2030" sorgen dafür, dass es auch in Zukunft gemeinsam mit den anderen städtischen Spitälern zu den besten Gesundheitsangeboten zählt.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 140 Millionen Euro.

Modernes multifunktionales Zentrum

Das multifunktionale Zentrum wird sechs Ebenen umspannen. Es wird anstelle der alten Zentralküche sowie der ehemaligen Isoliergebäude und der heutigen Aufnahmestation entstehen. Es wird sich harmonisch in den historischen Park des Kaiser-Franz-Josef-Spitals fügen.

Im Untergeschoß ist die Anbindung an den Teilneubau 1, den Wirtschaftshof, der Anfang 2012 fertig gestellt wird, geplant. Das Erdgeschoß wird als Ambulanz-Zentrum dienen. Im ersten Obergeschoß werden sich beispielsweise die Kreißsäle mit Sectio-OP sowie der zentrale OP-Bereich mit acht modernsten Operationssälen finden. Im zweiten, dritten und vierten Obergeschoß werden Bettenstationen sein. Das Zentrum verfügt nach Fertigstellung über 258 Betten. Das gesamte Haus ist barrierefrei und rollstuhlgerecht gestaltet.

Im Teilneubau 2 wird es für die Patientinnen und Patienten künftig ausschließlich Ein- und Zwei-Bett-Zimmer geben. Die Arbeitsräume des Personals werden in Richtung der begrünten Innenhöfe ausgerichtet. Die Errichtung des Gebäudes als Niedrig-Energie-Haus senkt die Betriebskosten. Der Teilneubau 2 soll 2015 den Betrieb aufnehmen.

Alles unter einem Dach

Sämtliche Einrichtungen des bereits über 100 Jahre alten Gottfried von Preyer'schen Kinderspitals übersiedeln in den Teilneubau 2, der nach modernsten Erkenntnissen der Kinder- und Jugendmedizin ausgestattet wird. Das künftige Mutter-Kind- und OP-Zentrum beherbergt aber auch Ambulanzen, Stationen und alle OP-Einrichtungen. Sämtliche Operationen werden künftig in diesem Zentrum durchgeführt. Diese Zentralisierung sorgt für eine Optimierung der Abläufe.

So entfallen künftig die Wege zwischen den einzelnen Gebäuden und dem vier Kilometer entfernten Kinderspital. Dies - ebenso wie die räumliche Nähe der Ambulanzen - garantiert ein Höchstmaß an Sicherheit und Komfort für die Patientinnen und Patienten.

120 Jahre Kaiser-Franz-Josef-Spital

Als im 19. Jahrhundert die Kapazitäten der damals bestehenden Wiener Spitäler zu knapp wurden, beschloss man 1884 ein weiteres Krankenhaus in Favoriten zu bauen. Das Haus erhielt zunächst den Namen "k. k. Krankenhaus Favoriten". Es wurde nach dem kaiserlichen Besuch 1889 in "k. k. Kaiser-Franz-Joseph-Spital" umbenannt. Die Erweiterungsarbeiten fanden bis 1909 mit dem Bau von zwei Pavillons mit insgesamt 100 Kinderbetten, verschiedensten Ambulanzen sowie einem Röntgenlaboratorium ihre Fortsetzung.

Während des 2. Weltkrieges dienten mehrere Pavillons als Kriegslazarett, bis schließlich in den Jahren 1944 bis 1945 ein Großteil der Anstaltsobjekte durch über 100 Bombentreffer schwer oder zur Gänze zerstört wurde. Obwohl bereits nach Kriegsende der Wiederaufbau und eine schrittweise Betriebsaufnahme des Hauses begonnen wurden, dauerte der Wiederauf- und Neubau zehn Jahre.

Die folgenden Jahrzehnte waren von einer stetigen Weiterentwicklung gekennzeichnet. Anfang der 1980er Jahre war ein Bettenstand von mehr als 1.000 erreicht. 1986 erhielt das Kaiser-Franz-Josef-Spital als erstes Schwerpunktkrankenhaus der Stadt Wien eine Psychiatrische Abteilung. 1996 wurde das neu erbaute Institut für Radioonkologie in Betrieb genommen, das eine möglichst nebenwirkungsarme Krebsbehandlung erlaubt. Nach dem Jahr 2000 folgte unter anderem die Neuerrichtung des Pathologisch-bakteriologischen Institutes, der Ausbau des Institutes für Labordiagnostik, die Errichtung einer Tiefparkgarage, die Betriebsaufnahme des Geriatriezentrums und zuletzt die Eröffnung des neuen Eingangspavillons im Jahr 2009.

Mit dem geplanten weiteren Ausbau wird das Kaiser-Franz-Josef-Spital auch in Zukunft zu den modernsten Schwerpunktkrankenhäusern Österreichs gehören.

Bildergalerie

Alte Zeichnung von Kaiser-Franz-Josefs-Spital
Alte Zeichnung von Kaiser-Franz-Josefs-Spital
Malerei: Kinderabteilung im alten Kaiser-Franz-Josefs-Spital
Malerei: Kinderabteilung im alten Kaiser-Franz-Josefs-Spital
Gemälde eine Obduktion
Schwarz-weiß-Luftbildaufnahme von alten Kaiser-Franz-Josefs-Spital
Luftbildaufnahme vom Kaiser-Franz-Josefs-Spital
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