Verbesserungen für Kinder- und Jugendgesundheit
Das Behandlungsangebot bei Entwicklungsstörungen sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird ab 2012 ausgebaut. Eine zentrale Servicestelle soll noch schneller zur geeigneten Therapie führen.
Bei der ambulanten Gesundheitsversorgung von entwicklungsgefährdeten Kindern und Kindern mit einer Behinderung oder einer psychischen Erkrankung in Wien besteht Verbesserungsbedarf.
Die Stadt Wien und die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) haben jetzt ein umfassendes Paket geschnürt, um die Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Ein mehrstufiger Strukturplan soll einen Ausbau von kostenlosen Therapie - und Betreuungsangeboten mit zielgerichteter und rascher Nutzbarkeit für den Einzelnen verbinden. Das Ziel ist eine spürbare Verbesserung für betroffene Familien.
Laut Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely zeigt der gemeinsame Weg der Stadt Wien und der WGKK, in welche Richtung die Gesundheitsreform auf Bundesebene gehen muss:
Nur durch das gemeinsame Verfolgen von gesundheitspolitischen Zielen können wir das hohe Vertrauen in unsere Gesundheitsversorgung erhalten – nicht durch das Hin- und Herschieben von PatientInnen.
Maßnahmen im Detail
Die Maßnahmen sehen neben der Errichtung beziehungsweise dem Ausbau von Therapiezentren eine neue, zentrale Servicestelle vor:
Drei neue Therapiezentren
Video: Neue Therapiezentren für Kinder
Drei neue Therapiezentren für Kinder bis zu zehn Jahren sollen den dringenden Bedarf an ambulanten Kapazitäten decken. Der Bedarf wurde von Expertinnen und Experten anhand der Auslastung und Wartezeiten an den bestehenden Stellen berechnet.
Mit Planungsarbeiten für zwei neue Standorte wird heuer begonnen. Anfang 2013 ist die Aufnahme des Vollbetriebs vorgesehen. Eine dritte zusätzliche Einrichtung soll im Laufe des nächsten Jahres geschaffen werden. Damit werden in naher Zukunft insgesamt 1.700 Kinder, die infolge von Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen Hilfe brauchen, diese schneller bekommen. Angeboten werden Leistungen in den Bereichen der Ergo-, Logo-, Physio- und Psychotherapie sowie fachärztliche Untersuchungen.
Die Kosten für diesen Ausbau der Ambulatorien sowie für die bereits bestehenden der Vereinigung VKKJ (Verantwortung und Kompetenz für besondere Kinder und Jugendliche) und des Zentrums für Entwicklungsförderung (ZEF) teilen sich die Stadt Wien und die Krankenversicherungsträger in Zukunft zu gleichen Teilen.
Verbesserungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Deutliche Verbesserungen wird es bis Ende 2013 auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie geben. Die WGKK erhöht schrittweise die finanziellen Mittel für die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung der Ambulatorien von "die Boje" und den Wiener Psychosozialen Diensten. In der Folge sollen zusätzliche Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie angestellt werden.
Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse:
Dieses Fach ist noch relativ jung. Daher gibt es auch ein zu geringes Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten. Durch die neuen Investitionen und den Stellenausbau können die genannten Einrichtungen nun auch als Ausbildungsstätten anerkannt werden.
Schneller zum Therapieangebot durch zentrale Servicestelle
Eine zentrale Servicestelle samt Datenbank soll ab 2013 den tatsächlichen Bedarf an Therapien erfassen und das Angebot besser steuern. Für die Betroffenen bedeutet das, dass sie bei der Suche nach einem Therapieplatz nicht mehr auf sich alleine gestellt sind und rascher Hilfe bekommen.
Weiterführende Informationen
wien.at-Redaktion
Kontaktformular
