Trixi Schuba - Sportpersönlichkeit aus Wien

Die Wienerin Trixi Schuba ist Österreichs unangefochtene Eiskönigin, auch wenn ihre Europameister-, Weltmeister- und Olympiasiege aus dem Jahre 1971 und 1972 datieren. Seither hat Österreich keine bessere Eisballerina mehr gesehen, die schönere Kreise auf das spiegelglatte Eis zaubern kann.

Trixi Schuba beim Pflichtprogramm während der Weltmeisterschaften in Wien, 1967

Zur Person

"Ich wäre viel lieber als Bub geboren," erzählte die am 15. April 1951 in Wien geborene Trixi Schuba einmal, "die haben es im Leben viel leichter." Mit ihrer burschikosen Art überwand sie aber stets das vermeintliche Handikap. Die nötige Härte und Zähigkeit erbte die junge Trixi von ihrer Mutter. Für Mama Schuba stand nach dem Tod ihres Mannes - Trixi war damals erst 13 - sofort fest, dass sie die Holzhandlung an der Fischerstiege im 1. Bezirk selbst weiterführen würde. Und zwar erfolgreich. Auch Trixi nahm darin bald einen Platz ein.

Nach Abschluss der Handelsschule übernahm sie die Buchhaltung im Holzgeschäft ihrer Mutter. Der Vormittag gehörte ihrem Hobby, dem Eiskunstlauf. Am Nachmittag aber führte sie mit der Exaktheit, die ihre Pflichtfiguren so auszeichnete, die Konten.

Österreichische Staatsmeisterin bereits mit Sechzehn

Die spätere Olympiasiegerin im Eiskunstlauf von Sapporo 1972 begann bereits im Alter von vier Jahren mit dem Eislaufsport. Mit 16 Jahren wurde Trixi Schuba erstmals österreichische Staatsmeisterin. Weitere sechs Titel folgten ohne Unterbrechung. Ihren ersten Start bei der Europameisterschaft 1967 in Laibach schloss sie bereits mit dem sensationellen fünften Rang ab.

Dabei galt Trixi vorerst nur als Kürtalent. Wie ein Eisfloh wirbelte sie damals, spindeldürr und hochaufgeschossen, über den Heumarkt. Noch bei ihren ersten großen Konkurrenzen, im Jahre 1967, beeindruckte sie mehr durch die Kür als durch ihre spätere Domäne, die Pflicht. Bei der Wiener Weltmeisterschaft sprang sie mit der Kür um einen Rang höher. Die Pflicht-Zehnte schloss ihren ersten großen Wettbewerb noch als Neunte ab.

Mit Fleiß und Ausdauer zum großen Erfolg

Der zunehmenden Perfektion ihrer Pflicht erfolgte der Ruf als schwache Kürläuferin quasi auf dem Fuß. "Wer so ruhig vor der Pflicht bleibt," so die damals oft vertretene Meinung, "kann einfach in der Kür nicht explodieren." Trixi Schuba verdiente sich alle Erfolge ehrlich, erarbeitete sie mit Fleiß und Ausdauer. Stunden um Stunden feilte sie an den Pflichtfiguren, bis dann nichts mehr auszubessern war. Mit ihr setzte sich die zielstrebige Sportlerin durch, die alles der Leistung unterordnete.

Trixi Schubas Aufstieg vollzog sich aus einem ähnlichen "Dreimäderlhaus", wie es einst Hanna Eigel, Ingrid Wendl und Hanna Walter darstellten. Mit Schuba gehörten dieser "Wiener Spezialität" noch Liesl Nestler und Elisabeth Mikula an. Diese wurden anfänglich der jungen Trixi meist vorgezogen. Doch mit der ihr eigenen Zähigkeit, später dann mit ihrer traumhaften Pflicht überflügelte Schuba ihre Konkurrentinnen. Den beiden anderen mangelte es an Trixis Härte. Übrig blieb Schuba. Und ihre großen Erfolge.

Doppelt vergoldet: Welt- und Europameisterin 1971/72

Gerade einmal zwanzig Jahre jung, gelang der "Weltmeisterin in den Pflichtübungen" ein außergewöhnlicher sportlicher "Doppelachsel". Sie trat sowohl bei der Europameisterschaft in Zürich als auch bei der Weltmeisterschaft in Lyon die Nachfolge des ostdeutschen Kürwunders Gaby Seyfert an. Trixi Schuba wurde Europameisterin und sie wurde mit 8:1 Punkten in souveräner Manier auch noch Weltmeisterin. Als erste Österreicherin seit Herma Szabo vor 45 Jahren (Weltmeisterschaft 1926 in Stockholm) sprang Schuba mit einem traumhaften Kür- und Pflichtprogramm zur Goldmedaille.

Die sportliche Krönung: Olympiasieg in Japan

Die größten internationalen Erfolge erzielte Trixi Schuba in den Jahren 1971 und 1972. Neben dem Gewinn der Europa- und Weltmeisterschaften krönte die erst 21-jährige Eisprinzessin ihre herausragende sportliche Leistung mit der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo, Japan. Ein Erfolg, dessen Tragweite Schuba erst Jahre später so richtig realisieren konnte. Sie war die bislang letzte Österreichische Olympiasiegerin in der Geschichte der Olympischen Spiele.

Trixi Schuba als strahlende Olympiasiegerin, 2. März 1971
Siegerehrung Damen-Eiskunstlauf in Sapporo: Lynn, Schuba, Magnussen

In der prachtvollen Eishalle von Makomanai schlug für Österreich - nach dem Ausschluss von Karl Schranz von den Olympischen Spielen - die einzige "Gold-Stunde" dieser Spiele im Rahmen des Eiskunstlaufes der Damen. Trixi hatte die Pflicht, ihre Spezialität, mit dem gewaltigen Vorsprung von 142 Punkten auf ihre schärfste Konkurrentin, die Kanadierin Karin Magnussen, Dritte nach der Pflicht, beendet. Danach lief sie eine gelöste und imponierende Kür, von der Fachleute behaupten, es sei die beste ihres Lebens gewesen. Auf jeden Fall war es die erfolgreichste ihrer Sportler-Karriere, denn sie wurde durch olympisches Gold belohnt.

Der überraschende Rückzug vom Amateursport war zwar ein schwerer Schlag für den heimischen Kunstlaufsport, aber für die stets sympathische Wienerin eine Möglichkeit in ein anderes Rampenlicht, in jenes des Showbusiness, zu treten.

Star der Eisrevue "Holiday on Ice"

1974 wurde die damals 23-jährige Wienerin für die amerikanische Eisrevue "Ice-Capades" und in weiterer Folge für die größte Eisshow der Welt, "Holiday On Ice", engagiert und verzauberte das Publikum mit Charme und ihren faszinierenden Pirouetten. Trixi Schuba, die wie viele andere österreichische Sportlerinnen und Sportler dem Ensemble angehörte und vier Jahre lang weltweit unterwegs war, erinnert sich: "Es war eine wunderschöne Zeit, wir haben viele interessante Städte kennen gelernt und es war toll, dem Publikum losgelöst vom Druck gestrenger Preisrichter unser Können zeigen zu dürfen."

Schuba avancierte gemeinsam mit dem tschechischen Olympiasieger Ondrei Nepela zu den gefeierten Stars der Live-Entertainment-Show, an der über die Jahre auch viele andere österreichische Spitzenläufer - darunter Emmerich Danzer, Wolfgang Schwarz, Ingrid Wendl, Regine Heitzer und Claudia Kristofics-Binder - vor einem Millionenpublikum auftraten.

"Holiday On Ice" ist heute ein auf der ganzen Welt bekanntes und geschätztes Unternehmen. Jährlich werden 120 Eisläuferinnen und Eisläufer in drei Eisshows präsentiert. Diese touren durch 80 Städte in 15 Ländern und treten in 1.700 Vorstellungen vor fünf Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern auf. Seit der Gründung im Jahr 1943 wurden 620 Städte in 80 Ländern besucht. Mehr als 300 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen die Eisrevue.

Präsidentin des Österreichischen Eiskunstlaufverbandes

Trixi Schuba und Annemarie Pröll beim Olympiaempfang durch Bundespräsident Jonas

Nach ihrer Eisrevue-Karriere widmete sich Trixi Schuba vorerst dem Aufbau einer Berufsbasis im Versicherungswesen. Sie stellte sich danach aber wieder ihrem Lieblingssport zur Verfügung. Als Pressesprecherin des Wiener Eislaufvereines (WEV) und des Eislaufverbandes sammelte sie viel Erfahrung. Im Jahr 2002 übernahm sie schließlich die Agenden des Österreichischen Eislaufverbandes. Als erste weibliche Präsidentin dieses traditionellen Verbandes widmet sie sich verstärkt der heimischen Nachwuchsarbeit und will alte, erfolgreiche Eiskunstlaufzeiten wieder aufleben lassen.

Trixi Schuba hat während ihrer aktiven Karriere den nationalen und internationalen Eiskunstlauf wie keine andere geprägt, und danach ihre ganze Erfahrung der Nachwuchsarbeit gewidmet.

Größte Erfolge

  • Olympiasiegerin 1972 in Sapporo (Japan)
  • Zweifache Weltmeisterin (1971 und 1972)
  • Zweifache Europameisterin (1971 und 1972)
  • Sechsfache Österreichische Staatsmeisterin (1967 und 1972)
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