Bademode einst und jetzt

Altertum

Das erste Bad wurde 300 vor Christus urkundlich in Griechenland erwähnt. Was getragen wurde, ist nicht genau bekannt. Im Altertum trug man Togas zum Baden und Schwimmen. Im Alten Rom befand sich die Badelust, zusammen mit anderen Sinnesfreuden, auf dem Höhepunkt: Mosaiken auf Sizilien zeigen, dass die Römerinnen bikiniähnliche Badeanzüge trugen. Nach dem Niedergang des Römischen Reiches assoziierte man mit Wasser höchstens Waschen und Trinken. Meer und Flüsse wurden mit Gefahren und Piraterie in Verbindung gebracht. Vom heiteren Plantschen war keine Rede mehr.

18. Jahrhundert - keusche Bekleidung

Im 18. Jahrhundert war das Baden kein Vergnügen. Frauen trugen Gewichte an den Baderöcken. Dadurch wurde verhindert, dass der Auftrieb die Beine freilegen konnte.

19. Jahrhundert - Bademode und Moral

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Baden wieder zum Vergnügen. Die Eisenbahn machte die Menschen mobil: Sie konnten an die Strände fahren. Badekleider wurden wieder in Bademode verwandelt. Die ersten Badeanzüge waren stark geblümt. Dazu trug man schwarze Strümpfe.

Um das Sichtproblem zu lösen, wurden um die Mitte des 19. Jahrhunderts Gummizüge verwendet. Nach wie vor war Schwimmen und Baden eine Männerdomäne. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Schwimmen ein allgemeiner und olympischer Sport. So wurde es erstmals auch für Frauen akzeptabel. 1880 erschien der Prinzessschnitt auf dem Markt: bestehend aus Bluse und Hosen in einem Stück. Eine Mütze und ein Strohhut gehörten dazu. Zentimeter für Zentimeter begann nun die Freilegung "verbotener" Haut. Die Bademode war aber immer moralische Wertanzeige. So verhaftete man Anfang des 19. Jahrhunderts die Australierin Anne Kellerman in den USA. Sie war in der Öffentlichkeit in einem einteiligen Badeanzug aufgetreten.

20. Jahrhundert - Vormarsch nackter Haut

Bademode von früher für Damen und Herren

Der Vormarsch nackter Haut war nicht mehr aufzuhalten. In den wilden 1920er-Jahren zeigte man in New York anlässlich des "Tages des Badeanzugs" öffentlich Bademode. Es gab bald keinen Grund mehr, Korsette, Gewichte und textile Camouflagen zu tragen. Französische Bademode war der letzte Schrei. Nach der verspielten und liberalen Ära traten 1930 strenge funktionelle Formen an den Tag. Bauhaus und ähnliche Designer- und Kunstbewegungen brachten die Stromlinienförmigkeit und Nüchternheit auch in die Bademode.

Der Bikini erobert die Welt

Der Designer Louis Reard präsentierte 1946 den Bikini. Diese bahnbrechende Erfindung wurde nach dem Bikini-Atoll im Pazifik benannt. Der Bikini eroberte die westliche Welt im Sturm. Diese Revolution wurde nur durch die "Oben-Ohne-Bewegung" übertroffen. Das Weglassen des Oberteils erregte noch mehr öffentliches Aufsehen. Was sich bei den Herren tat? Die gestreiften Schwimmanzüge sind aus witzigen Filmchen bekannt. Dann kamen die halblangen Bermudas und Shorts. Besonders Mutige entschieden sich für Tangas. Da die Bademode nur wenig gestaltbare Textilfläche bot, übersiedelten viele modeschöpferische Fantasien in den Bereich der Sommer- und Freizeitmode.

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Karin Rosenkranz (Magistratsabteilung 44)
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