Fahrzeuge der Feuerschutzpolizei (NS-Zeit)
Die reichsdeutschen Normfahrzeuge Kraftzugspritze 8 (800 Liter/Minute Pumpenleistung), Kraftspritze Typ 15 (1.500 Liter/Minute Pumpenleistung) und Typ 25 (2.500 Liter/Minute Pumpenleistung), Löschfahrzeug 8 und Löschfahrzeug 15, Spritze 3 (300 Liter/Minute Pumpenleistung), Spritze 4 (400 Liter/Minute Pumpenleistung), Spritze 5 (500 Liter/Minute Pumpenleistung) und die Löschgruppe 1:8 (ein Fahrer und acht Mann Besetzung), die B-Schläuche und die B+C-Normkupplungen wurden 1938 eingeführt.
Spritzenfahrzeuge
Löschfahrzeuge
Drehleiter
Spritzenfahrzeuge
Kraftspritze "Henschel Typ 15 (KS 15)
Die Kraftspritze "Henschel Typ 15" (KS 15) "Henschel, 30 BA 1" verfügte über folgende technische Daten:
- Drei-Tonnen-Fahrgestell
- Sechs Zylinder
- 65-PS-Benzinmotor
- Hinteneinbaupumpe PH 115 L
- 1.500 Liter pro Minute bei zehn atü
- 400 Liter Wassertank
Das Fahrzeug wurde mit einem Fahrer und acht Mann Besatzung ausgerüstet. Der Aufbau stammte von der Firma Magirus (Ulm).
Zwischen 1939 und 1945 wurde die Kraftspritze am Fliegerhorst Aigen/Ennstal (Steiermark) verwendet, von 1945 bis 1986 bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) in Haus/Ennstal. Fahrzeuge des gleichen Typs waren auch bei der Feuerschutzpolizei Wien im Einsatz. Das Museumsfahrzeug wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges von der Frauenmannschaft der FF Haus/Ennstal sichergestellt. Bei dieser KS 15 handelt es sich vermutlich um die weltweit letzte ihres Typs. Die Übernahme und anschließende Restaurierung erfolgte 1986 durch das Wiener Feuerwehrmuseum.
Tankspritze "Henschel Typ 2,5 a" (TS 2,5)
Die Tankspritze "Henschel Typ 2,5 a" (TS 2,5) "Henschel, 33 D 1" verfügte über folgende technische Daten:
- Fünf-Tonnen-Fahrgestell
- Sechs Zylinder
- 120-PS-Benzinmotor
- Frontpumpe 2.500 Liter pro Minute bei zehn atü
- 2.500 Liter Wassertank
- 350 Liter Schaumtank
Der Antrieb erfolgt über beide Hinterachsen. Die Tankspritze war mit fünf Mann besetzt. Der Aufbau stammte von der Firma Magirus (Ulm).
Am Höhepunkt der Luftangriffe wurden diese schweren Tankspritzen auch außerhalb der Fliegerhorste eingesetzt. Weltweit existieren nur mehr vier Fahrzeuge dieses Typs. Die Tankspritze im Feuerwehrmuseum ist eine Dauerleihgabe der Betriebsfeuerwehr Brauerei Schwechat.
Kraftzugspritze Typ 8 mit Tragkraftspritzenanhänger (KzS8 und TSA) "Opel - Blitz 2,5 - 32"
Die Kraftzugspritze Typ 8 mit Tragkraftspritzenanhänger (KzS8 und TSA) "Opel - Blitz 2,5 - 32" verfügte über folgende technische Daten:
- 1,5-Tonnen-Fahrgestell
- Sechs Zylinder
- 60-PS-Benzinmotor
Die feuerwehrtechnische Ausrüstung wird großteils im Tragkraftspritzenanhänger mitgeführt. Das Fahrzeug wurde mit einem Fahrer und acht Mann besetzt. Diese Fahrzeuge wurden in großer Zahl beim Feuerwehr-Einsatzdienst und auch beim Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD) in Groß-Wien eingesetzt. Das Museumsfahrzeug war von 1939 bis 1945 bei der Feuerschutzpolizei Wien, anschließend bei der Freiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt und Schleinz im Dienst. Die Übernahme durch das Wiener Feuerwehrmuseum erfolgte 1982.
Kraftspritze Typ 15 (KS 15)
Die Kraftspritze Typ 15 (KS 15) "Magirus-Borgward LK 3500" verfügte über folgende technische Daten:
- 63-PS-Benzinmotor
- Vorbaupumpe 1.500 Liter pro Minute bei zehn atü.
- Baujahr: 1939
Diese Kraftspritze wurde noch nicht als Normfahrzeug gebaut, aber schon in einer Serie von mehr als 100 Stück. Bei den Feuerschutzpolizei-Regimentern wurde das Fahrzeug sehr häufig eingesetzt. Zum Einsatz kam es von 1939 bis 1945 bei der Feuerschutzpolizei, zwischen 1945 und 1983 bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Hallein. Am 16. Juni 1983 wurde die Kraftspritze in das Wiener Feuerwehrmuseum überführt.
Löschfahrzeuge
Leichtes Löschgruppenfahrzeug Typ 8 (LF 8)
Das leichtes Löschgruppenfahrzeug Typ 8 (LF 8) "Mercedes - Benz, L 1500 S" verfügte über folgende technische Daten:
- 1,5-Tonnen-Fahrgestell
- Sechs Zylinder
- 60-PS-Benzinmotor bei 3.000 Umdrehungen pro Minute
Zum Leichten Löschgruppenfahrzeug (LLG) gehörte auch ein Tragkraftspritzenanhänger. Das LLG besitzt keinen Wassertank. Am Dach ist untergebracht:
- Leitergerüst
- dreiteiliges Schaumgießgestänge
- Krankentrage
- Reserverad
Im geschlossenen Wagenaufbau sind alle feuertechnischen Ausrüstungsgegenstände hinter
versperrbaren Türen gelagert. Der Wagen wurde von 1942 bis 1945 bei der Feuerschutzpolizei und von 1947 bis 1986 bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Bischofshofen eingesetzt. Wie dieses Fahrzeug nach Bischofshofen kam, konnte nicht mehr eruiert werden. Jedoch ist bekannt, dass es 1947 der FF Bischofshofen mit der Auflage übergeben wurde, es nur im Bereich der amerikanischen Besatzungszone einzusetzen.
Dieses Fahrzeug wurde am 7. Juni 1986 von der FF Bischofshofen dem Wiener Feuerwehrmuseum als Dauerleihgabe übergeben.
Löschfahrzeug Typ 8 (LF 8)
Das Löschfahrzeug Typ 8 (LF 8) "Opel-Blitz, 3,6 -36" verfügte über folgende technische Daten:
- 75-PS-Benzinmotor
- Sechs Zylinder
- Baujahr: 1944
Das Fahrzeug verfügte über die notwendige Ausrüstung für Löschgruppe und Tragkraftspritze. Die im Verlauf des Krieges auftretenden Material- und Fertigungsschwierigkeiten führten beim Bau von Feuerwehrfahrzeugen zu "kriegsbedingten Vereinfachungsmaßnahmen" (wie Presspappeaufbauten). Lackiert wurde nur mehr mit einem beigefarbenen Grundanstrich. Der Wagen versah 1944/ 45 Dienst bei der Feuerschutzpolizei Wien, danach bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Mönichkirchen.
Tanklöschfahrzeug 15 (TLF 15)
Das Tanklöschfahrzeug 15 (TLF 15) "Opel-Blitz,3,6 - 36" verfügt über folgende technische Daten:
- 75 PS-Benzinmotor mit vorgebautem Zusatzkühler
- Sechs Zylinder
- Baujahr: 1942
- Wassertank 2.500 Liter
- Rosenbauer Hinteneinbaupumpe 1.500 Liter pro Minute bei 15 atü
Bei diesem Fahrzeugtyp handelt es sich um ein "Sonderfahrzeug", das für rasche Einsätze mit geringer Mannschaftsstärke gedacht war. Es war besonders für die Zwecke der Luftschutzpolizei zugeordnet. Bis 1945 war es bei der Feuerschutzpolizei in Verwendung, dann bei den Freiwilligen Feuerwehren (FF) Wiener Neustadt und Wilfleinsdorf. Am 27. August 1983 wurde das Fahrzeug durch das Wiener Feuerwehrmuseum zurückgekauft und Instand gesetzt.
Löschfahrzeug 15 (LF 15)
Das Löschfahrzeug 15 (LF 15) "Mercedes-Benz L 3000 F" verfügt über folgende technische Daten:
- 70 PS
- Baujahr 1942
- 400 Liter Wassertank
- Hinteneinbaupumpe 1.500 Liter pro Minute bei zehn 10 atü
Von 1942-1945 war das Löschfahrzeug bei der Feuerschutzpolizei Wien in Verwendung. Zwischen 1945 und 1947 erfolgte der Umbau bei der Berufsfeuerwehr Wien zum Rüstwagen (RWG). Nach Verwendung durch die Freiwillige Feuerwehr (FF) Vösendorf von 1957 bis 1982, wurde der Wagen am 24.Jänner 1982 durch das Wiener Feuerwehrmuseum übernommen.
Drehleiter
Drehleiter 22 (DL 22)
Die Drehleiter 22 (DL 22) "Mercedes-Benz, L 4500 D" verfügte über folgende technische Daten:
- 112 PS
- Baujahr 1944
- Leiteraufbau Magirus (Ulm/Donau)
- Leitersatz 22 Meter in vereinfachter Kriegsausführung
In den Jahren 1944 und 1945 war die Drehleiter bei der Feuerschutzpolizei im Einsatz, von 1945 bis 1970 bei der Berufsfeuerwehr Wien und zwischen 1970 und 1985 bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Korneuburg. Danach erfolgte der Rückkauf beziehungsweise Tausch mit einer Drehleiter 30 (DL 30). Seither befindet sich die Leiter im Bestand des Wiener Feuerwehrmuseums.
© Fotos: MA 68
Berufsfeuerwehr der Stadt Wien (Magistratsabteilung 68)
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