Oldtimer der Nachkriegszeit
Mannschafts- und Kommandantenwagen
Zillenwagen (ZWG)
VW Kombi 253
Drehleiter 50 Meter "Saurer-Diesel"
Tanklöschwagen Ford V8
Pumpenwagen Ford Canada
Rüstwagen mit Seilwinde "Morris Commercial C8"
Drehleiter und Kranfahrzeug
Mannschafts- und Kommandantenwagen
Der Mannschaftswagen entstand durch Umbau aus dem in der Kriegszeit verwendeten Löschfahrzeug Typ 8 (LF 8) Marke "Mercedes Benz, Typ L 1500 F". Diese Fahrzeugtype wurde mit einer Tragkraftspritze und vorwiegend mit Löschgeräten ausgerüstet.
Mannschaftswagen mit Pumpe "Bedford, MWD"
Der Mannschaftswagen mit Pumpe "Bedford, MWD", verfügte über folgende technische Daten:
- 72 PS
- Baujahr: 1942
- Vorbaupumpe Rosenbauer 1.500 Liter pro Minute bei 10 atü
Das Fahrzeug ist ein Erzeugnis der Firma Vauxhall Motors Ltd. (Luton, Großbritannien). Eingesetzt wurde es bei der Freiwilligen Feuerwehr Loipersbach. Der Wagen ist eine Leihgabe von Landesfeuerwehrveterinär Dr. Grestenberger.
Kommandantenwagen
1947 wird der erste Kommandantenwagen in Dienst gestellt. Zwei Auspumpwagen mit fix eingebauter Kreiselpumpe und entsprechender Ausrüstung mit Pumpen und Schläuchen wurden in den Jahren 1948 und 1954 in den Dienst gestellt. Da sie genügend Schlauchmaterial
mitführten, konnten sie auch als Schlauchwagen eingesetzt werden. Für den Wasserrettungsdienst wurden vier Zillenwagen auf geländegängige, dreiachsige Krupp-Fahrgestelle aufgebaut. Sie wurden mit je einer Rettungszille samt Außenbordmotor versehen.
Ab 1949 werden die Kommandantenwagen in den Dienst gestellt, die nur vom Bereitschaftsoffizier, dem Zugskommandanten, dem Melder und dem Fahrer besetzt waren. Die bisherigen Mannschaftswagen wurden aufgelassen. Ihre Besatzung wurde zum Teil auf die neuen Rüstwagen verlegt. Diese glichen mit Ausnahme der Geräte für den technischen Hilfsdienst völlig dem Pumpenwagen.
Für den Hauptinspektionsoffizier wurde zunächst ein Löschgruppenfahrzeug Typ 8 (LF 8) als Kommandowagen umgebaut. Erst Ende 1959 konnte ein Volkswagen-Kleinautobus mit Funkgeräten, Planmaterial (1960 - 144 Pläne im Wiener Stadtgebiet) und sonstigen Behelfen als Kommandowagen endgültig in den Dienst gestellt werden. Bei den Erstanschaffungen von Kommandantenfahrzeugen handelte es sich um den Typ "VW 2 - 23" mit 70 PS und einem Gesamtgewicht von 2.360 Kilogramm. Der Umbau und die gesamte Inneneinrichtung wurde von der Firma Dlouhy (Ottakring) gestaltet.
Zillenwagen (ZWG)
Der Zillenwagen (ZWG) "Krupp, L 2 H 143, 6 x 4" verfügte über folgende technische Daten:
- 50 PS
- Baujahr: 1939
Der Neuaufbau erfolgte 1947 bei der Firma Rosenbauer (Linz). Das Fahrzeug war von 1947 bis 1963 bei der Berufsfeuerwehr (BF) Wien. Fünf Stück dieser sogenannten "Krupp-Protzen" wurden von der britischen Besatzungsmacht aus deutschen Beutebeständen an die BF Wien übergeben. Sie wurden zu geländegängige Zillenwagen umgebaut. Die Wagen waren ursprünglich mit "Johnson" 18-PS-Außenbordmotoren ausgerüstet.
Das vorhandene Museumsfahrzeug entstand aus zwei Wracks. Eines stammte vom Kinderspielplatz WIG 64 (Donaupark), das zweite aus dem Kinderheim Seebenstein. In mühsamer Arbeit wurde dieser Zillenwagen von der Museumswerkstätte rekonstruiert und fahrbereit gemacht.
VW Kombi 253
Der VW Kombi 253 verfügte über folgende technische Daten:
- Motorleistung 51 kW
- 70 PS
- Gesamtgewicht: 2.360 Kilogramm
Der Innenausbau wurde von der Firma Dlouhy durchgeführt. Die Modellreihe kam bei der Feuerwehr der Stadt Wien in der Ausführung 253 als Kommandofahrzeug zur Verwendung. In der Ausführung 23 (50 PS) wurde es als Inspektionsrauchfangkehrerfahrzeug und Imkerfahrzeug eingesetzt. Weiters wurde der VW Kombi als Kleinbus sowie mit Pritschenaufbau und Doppelkabine verwendet.
Drehleiter 50m "Saurer-Diesel"
An Drehleitern wurde im Jahre 1951 eine Ganzstahl-Magirusleiter mit 52 Meter Steighöhe beschafft. In den Jahren 1956 und 1958 folgten zwei weitere Drehleitern mit je 50 Meter Steighöhe.
Die Drehleiter 50 Meter "Saurer-Diesel, 8 G - 2 HL" verfügte über folgende technische Daten:
- Baujahr 1958
- Acht-Zylinder-Dieselmotor mit 180 PS
- Gesamtgewicht 16.950 Kilogramm
Von den Wiener Saurerwerken wurde 1957 dieses Fahrgestell gekauft. Bei der Firma Magirus (Ulm) wurde eine sechsteilige Ganzstahlleiter mit 50 Meter Steighöhe aufgebaut. Dies war die erste Drehleiter 50 mit vollhydraulischem Leiterantrieb (ehemals A 170 HFW "L"). Sie wurde 1984 im Originalzustand als Museumsfahrzeug abgestellt.
Von 1987 bis 2000 war dieses Fahrzeug an mehreren für die Berufsfeuerwehr Wien nicht ausreichend kontrollierbaren Orten eingestellt. Dabei wurden viele Fahrzeugteile entwendet oder zerstört. Im Jahre 2000 versetzte die Firma Mannsbart (Gerasdorf bei Wien) die Drehleiter wieder in einen
ansehbaren Zustand.
Tanklöschwagen Ford V8
Der Tanklöschwagen Ford V 8 - V 3000 S (Ford Werke AG, Köln) verfügte über folgende technische Daten:
- Baujahr 1942
- Fahrgestelltype: G 917 T
- Acht Zylinder
- 95 PS
- Gesamtgewicht: 3,6 Tonnen
Der feuerwehrtechnische Aufbau erfolgte 1951 bei der Firma Rosenbauer (Linz) mit einem 1.800 Liter Wasserkessel mit Motorpumpe (TS) und einer Straßensprengeinrichtung der Firma Teich (Hernals).
Von der Italienfront gelangte das Fahrzeug mit dem Rückzug der deutschen Wehrmacht auf der Tauernbahn nach Hofgastein. Dort wurde er von der Freiwilligen Feuerwehr (FF) als Tanklöschwagen verwendet. Ein baugleiches Fahrzeug war in Groß-Wien bei der FF Lanzendorf im Einsatz. Von 1951 bis 1967 war der Wagen bei der FF Bad Hofgastein in Verwendung, von 1967 bis 1977 bei der FF Dorfgastein. Am 20.Dezember 1982 wurde der Tanklöschwagen in das Wiener Feuerwehrmuseum übernommen. Das Museumsfahrzeug ist der letzte "Kölner" Ford V 8 TWG.
Pumpenwagen Ford Canada
Der Pumpenwagen"Ford Canada, F 60 S" 4 x 4 verfügt über folgende technische Daten:
- 95 PS
- Baujahr: 1943
- Vorbaupumpe Rosenbauer 1.500 Liter pro Minute bei zehn atü
- Seilwinde
Den feuerwehrtechnischen Aufbau führte die Firma Johann Zeller (Sankt Pölten) durch. Eingesetzt wurde das Fahrzeug bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Melk. Am 18. Dezember 1982 kaufte das Wiener Feuerwehrmuseum den Wagen zurück. Diese Fahrzeuge gelangten als sogenannte UNRA-Fahrzeuge im Rahmen der Marshall-Plan-Hilfe nach Österreich. Sie wurden häufig in den Randgemeinden von Groß-Wien verwendet. Der Aufbau des Fahrzeuges ist einzigartig.
Rüstwagen mit Seilwinde "Morris Commercial C8"
Der Rüstwagen mit Seilwinde "Morris Commercial C 8" verfügt über folgende technische Daten:
- 70 PS
- Baujahr: 1941
Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um einen ehemaligen Artillerieschlepper der britischen Armee. Er wurde vom Stand der sogenannten Überschussgüter gekauft und zu einem Einsatzfahrzeug umgebaut. Der feuerwehrtechnische Umbau des Museumsstücks erfolgte durch die Freiwillige Feuerwehr (FF) Gablitz. Dort war er von 1946 bis 1983 einsatzbereit. Die Übernahme durch das Wiener Feuerwehrmuseum erfolgte am 15. Jänner 1983.
Drehleiter und Kranfahrzeug
Weitere bedeutsame Fortschritte Ende der 1950er Jahre war 1958 die Indienststellungen eines Magirus Kranwagens und die vollhydraulischen Drehleiter (DL 30) mit aufsetzbarem Arbeits- beziehungsweise Rettungskorb. Der Kranwagen verfügte über eine vollhydraulisch betriebene Krananlage. Die Hubkraft betrug 15 Tonnen.
Kranfahrzeug Klöckner Humboldt Deutz Uranus 250 A
Das Kranfahrzeug "Klöckner Humboldt Deutz Uranus 250 A" verfügt über folgende technische Daten:
- Zwölf-Zylinder-Dieselmotor
- 250 PS
- Gesamtgewicht: 25.500 Kilogramm
Der Kranwagen ist auf einem Drei-Achs-Allradfahrgestell aufgebaut. Zur Abstützung des Fahrzeuges bei Kranbetrieb dienen zwei gummibereifte Doppelrollen. Diese sind am Rahmenende angeordnet und durch Spindeln niederschraubbar. Schwenkbare Ausleger mit Niederschraubspindel sind beidseitig in der Fahrzeugmitte angeordnet. Ebenfalls beidseitig am Rahmenende befinden sich abnehmbare Stützen mit Zugverspannung. Die Spill-Seilwinde hat bei einsträngigem Seil eine Zugkraft von 15 Tonnen. Die maximale Hubkraft der Kraneinrichtung bei viersträngigem Seil ist 15 Tonnen.
Erzeugt wurde das Fahrzeug vom Magiruswerk (Ulm). Von 1959 bis 1985 leistete es seinen Dienst in der Berufsfeuerwehr (BF) Wien. Die Übernahme in das Wiener Feuerwehrmuseum erfolgte am 29. April 1985. Seitdem ist der Kranwagen im Originalzustand an mehreren Standorten eingestellt gewesen. Die Instandsetzung und Restaurierung ist geplant.
Drehleiter DL 30
Die Drehleiter DL 30 "Magirus 150 D 10 F" verfügt über folgende technische Daten:
- Sechs-Zylinder-Dieselmotor
- 150 PS
- Baujahr: 1967
- Doppelkabine mit sechs Sitzplätzen
- Vollsynchronisiertes Fahrgetriebe.
Das bisher äußerst bewährte Prinzip vier Ölpumpen für den Hydraulikantrieb der Leiter zu verwenden, wurde beibehalten. Der Leitersatz wurde erstmalig ohne Fallhaken ausgerüstet. Zur Erhöhung der Sicherheit im Leitersatz ist eine mechanisch-hydraulische Sperre eingebaut. Diese gestattet das Rückstellen auf Sprossengleichheit. Zum Aufsteigen kann eine im Leiterfuß eingeschobene Hilfsleiter ausgezogen werden. Der rund 70 Kilogramm schwere Arbeitskorb ist für eine Belastung von 180 Kilogramm (zwei Personen) ausgelegt.
Von 1967 bis 1986 war die Drehleiter bei der Berufsfeuerwehr (BF) Wien (ehemals in Mariahilf in Betrieb), zwischen 1986 und 1998 bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Stadt Korneuburg. Danach wurde Sie vom Wiener Feuerwehrmuseum gekauft und in das Museum rückgeführt.
© Fotos: MA 68
Berufsfeuerwehr der Stadt Wien (Magistratsabteilung 68)
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