Fahrzeuge der 1950er und 1960er Jahre
Löschzug aus Universal- und Tanklöschfahrzeug
Sondergeräte
Löschzug aus Universal- und Tanklöschfahrzeug
Im Jahre 1959 wurden erstmals zwei Steyr-Fahrgestelle Type 586 mit gekürztem Radstand gekauft. Sie wurden nach den Baurichtlinien des Österreichischen Bundesfeuerwehrverband (ÖBFV) mit Aufbauten für ein Tanklöschfahrzeug und ein schweres Löschfahrzeug versehen. Das Tanklöschfahrzeug trat an die Stelle des alten Tanklöschwagens. Es verfügt über folgende technische Voraussetzungen:
- Geschlossener Aufbau
- Eine Hinteneinbaupumpe
- Einen 1.500 Liter Wassertank
- Ein 300 Liter fassender Schaummitteltank
Die schweren Löschfahrzeuge dieser Bauart bewährten sich nicht. Deshalb wurden vier Rüstfahrzeuge mit eingebautem E-Generator in den Dienst gestellt. Den Löschzug bildeten
ab diesem Zeitpunkt das Tanklöschfahrzeug (TLF) und das neu geschaffene Universallöschfahrzeug (ULF) mit eingebauter Minimax 750-Kilogramm-Pulverlöschanlage.
Tanklöschfahrzeug (TLF)
Das Tanklöschfahrzeug (TLF) "Steyr 586" verfügte über folgende technische Voraussetzungen:
- Sechs-Zylinder-Dieselmotor
- 130 PS
- Baujahr: ab 1959
- 1.500 Liter Löschwassertank
- 300 Liter Schaummitteltank
- Hinteinbaupumpe Type 60.000 N 1.500 Liter pro Minute bei 100 Meter pro Wassersäule (alter Ausdruck für die Druckfähigkeit von Pumpen: Zehn Meter Wassersäule entspricht einem Bar)
Das Tanklöschfahrzeug eignet sich wegen seiner vielseitigen Ausrüstung als Schnellangriffsfahrzeug. Die Ausrüstung ermöglicht auch die Durchführung technischer Einsätze und Arbeiten. Mit dem TLF ist der Prototyp des Einheitsfahrzeuges geschaffen worden.
Universallöschfahrzeug (ULF)
Das ULF ist ein Schnellangriffsfahrzeug für Sondereinsätze. Folgende technische Voraussetzungen charakterisieren das Fahrzeug dafür:
- Sechs-Zylinder-Dieselmotor
- 130 PS
- Baujahr: ab 1959
- Zirka 1.200 Liter Löschwassertank
- 300 Liter Schaummitteltank
- Hinteneinpaupumpe 60.000 N
- Pulverlöschgerät Type P 750
Sondergeräte
Pulverlöschgerät System Minimax Type P 750
In einem stehenden Behälter von 900 Millimeter Durchmesser und 1.200 Millimeter Höhe ist das Löschpulver (750 Kilogramm MINIMAX-Novo-Troxin) untergebracht. Der Behälter ist für einen Betriebsdruck von 14 atü amtlich geeicht. Der Stickstoffvorrat zum Betrieb des Gerätes ist in zwei Stahlflaschen untergebracht. Diese haben je 50 Liter Inhalt und 200 atü Aufladedruck. Die Stickstofflaschen sind mit Schnellschaltventilen ausgerüstet. Die Ventile können mit einer Teleflex-Fernauslösung von der Schalttafel aus betätigt werden.
Pölzholzfahrzeug
Das Pölzholzfahrzeug "Steyr Diesel 480 f" weist folgende technischen Daten auf:
- Baujahr 1962
- Vier-Zylinder-Dieselmotor
- 95 PS
- Gesamtgewicht: 7.000 Kilogramm
Erzeugt wurde das Fahrzeug von Steyr-Daimler-Puch AG. Der Aufbau stammt von der Firma Dlouhy (Ottakring). Ein feuerwehrtechnischer Umbau und eine Ausrüstungsveränderung erfolgte 1969 in den feuerwehreigenen Werkstätten. Damit verbunden war die Umbenennung in "Pölzrüstfahrzeug". Von 1962 bis 1985 war das Fahrzeug im Einsatz. Heute ist es im Originalzustand im Wiener Feuerwehrmuseum zu sehen.
© Fotos: MA 68
Berufsfeuerwehr der Stadt Wien (Magistratsabteilung 68)
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