Sonderschulen und integrative Maßnahmen

Für jene Kinder, die aufgrund physischer oder psychischer Behinderungen dem Unterricht in der Volks- oder Hauptschule/Kooperativen Mittelschule beziehungsweise in der Polytechnischen Schule nicht folgen können, werden in Wien verschiedene Betreuungsmöglichkeiten angeboten:

Sonderschulen

In Sonderschulen wird versucht, die Bildungsfähigkeit behinderter Kinder in Gruppen von möglichst gleichartig behinderten Schülerinnen und Schülern zu fördern.

In Wien werden neun verschiedene Sonderschulsparten angeboten. Abhängig von der Behinderung des Kindes und an die individuelle Leistungsfähigkeit angepasst, werden die Lehrpläne der Volksschule oder der Hauptschule, der Lehrplan für lernschwache Kinder oder der Lehrplan für geistig behinderte Kinder angewendet.

An vielen Standorten wird neben einer reduzierten Klassenschülerzahl auch ein spezifisches therapeutisches Programm angeboten.

Integrative Maßnahmen

Es wird davon ausgegangen, dass behinderte Kinder in einer Klasse gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern neben der kognitiven Förderung auch im sozialen Bereich profitieren. Auch für die nichtbehinderten Kinder ergeben sich neue soziale Erfahrungen.

Je nach Bedarf werden verschiedene Modelle angeboten beziehungsweise installiert.

In den Integrationsklassen der Volksschule werden etwa 21 Kinder von jeweils einer Lehrkraft mit einer allgemeinen Volksschulausbildung und einer speziell ausgebildeten Lehrkraft unterrichtet. Der Anteil behinderter Kinder soll bei mindestens 20 Prozent liegen.

In der Sekundarstufe I besteht ein ähnliches Modell. Hier unterrichten Lehrerinnen und Lehrer mit einer Hauptschul- oder/und AHS-Ausbildung mit speziell ausgebildetem Lehrpersonal.

Die Eltern behinderter Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben seit dem Schuljahr 1993/94 die Wahlmöglichkeit zwischen Sonderschulen und integrativen Maßnahmen.

Sonderpädagogische Zentren (SPZ)

Sonderpädagogische Zentren sind Sonderschulen mit der Aufgabe, durch Bereitstellung und Koordination sonderpädagogischer Maßnahmen in anderen Schularten dazu beizutragen, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in bestmöglicher Weise auch in allgemeinen Schulen unterrichtet werden können.

In fast allen Wiener Gemeindebezirken sind regionale Sonderpädagogische Zentren (zugleich auch Sonderschulstandorte) eingerichtet.

Überregionale Sonderpädagogische Zentren sind speziell zur Betreuung von körper- beziehungsweise sinnesbehinderten Kindern und Kindern mit geistigen Behinderungen vorgesehen.

Sonderpädagogische Zentren für integrative Betreuung

In den Sonderpädagogischen Zentren für integrative Betreuung werden psychosoziale Maßnahmen für sozial und emotional benachteiligte Kinder angeboten.

Diese Zentren koordinieren für ganz Wien die Integration verhaltensauffälliger und dissozialer Kinder durch

  • ambulante Systeme (Beratungslehrerinnen und -lehrer, Psychagoginnen und Psychagogen, multifunktionale Beratungsteams) und durch
  • integrative "Projektklassen" wie zum Beispiel
    • Förderklassen,
    • Mosaikklassen,
    • Nestklassen,
    • das Projekt Gaaden,
    • eine Pflichtschulklasse am Jugendgerichtshof und durch
    • "niederschwellige" Beschulung.

Diese überregionalen Sonderpädagogischen Zentren ermöglichen eine flächendeckende psychosoziale Betreuung aller Wiener Volks-, Haupt- und Sonderschulen.

Die Schule im Krankenhaus (Heilstättenschule)

In vielen Wiener Spitälern ist zur Betreuung von schulpflichtigen Kindern, die für längere Zeit stationär aufgenommen werden, ein Schulbetrieb eingerichtet.

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