Bildungsplan für Wiener Kindergärten
Hohe Qualität und Professionalität im Kindergarten sind Eckpfeiler für die pädagogische Arbeit im Kleinkindalter. Die Stadt Wien hat im Juni 2005 ein besonderes Signal in Richtung Weiterentwicklung gesetzt: Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Grete Laska gab den Startschuss für die Erstellung des ersten Bildungsplanes für Kindergärten. Seit Dezember 2006 kommt dieser in allen Wiener Kindergärten zur Anwendung.
Der Bildungsplan umfasst alle Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung. Anstatt zu planen, was an einem bestimmten Kalendertag durchzunehmen ist, sollen die Kinder Bildung erfahren, ohne dass ihr Wissen in irgendeiner Weise auf dem Prüfstand steht.
Der Bildungsplan mit 68 Seiten und zahlreichen Abbildungen ist im Buchhandel um 24 Euro erhältlich: ISBN 978-3-85493-133-1.
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Individueller Bildungsprozess
Der Bildungsplan für Kindergärten ist nicht mit einem schulischen Lehrplan vergleichbar. Im Mittelpunkt steht die Erkennung des Entwicklungsstandes jedes Kindes, um einen individuellen Bildungsprozess zu initiieren. Dieser beinhaltet zum Beispiel das Erlernen von sozialen Fähigkeiten, das Einordnen von Sinneseindrücken sowie kommunikative und sprachliche Fertigkeiten.
Lernfenster
Kreativität und Experimentieren stehen besonders im Vordergrund. Kinder sind nicht zu jedem Zeitpunkt bereit, neues Wissen und neue Erfahrungen aufzunehmen. Eine Vermittlung nach Plan wäre sinnlos, wenn sich das Kind versperrt. Im richtigen "Lernfenster" ist die Wissensaufnahme umso intensiver und nachhaltiger. Wenn der Moment passt, kann fast jedes Kind fast alles lernen.
"Freispiel"
Eine Möglichkeit, wie Kinder selbst auf Bildungsangebote zugehen, bieten alle städtischen Kinderkrippen, Kindergärten und Kinderhorte mit dem "Freispiel". Das "Freispiel" findet täglich in längeren Zeiteinheiten am Vor- und Nachmittag statt. In jeder Kindergruppe gibt es Bereiche für verschiedene Aktivitäten. Die Kinder bestimmen selbst, womit sie sich beschäftigen. Sie können im Kreativbereich malen, im Baubereich konstruieren oder miteinander Theater spielen. Die Pädagoginnen und Pädagogen bereiten das Angebot und die Materialien vor und lassen den Kindern genügend Raum.
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