Das Wiener Modell - So ist die Kinderbetreuung in Wien organisiert - Wiener Kindergärten (MA 10)
Wien nimmt in Sachen Kinderbetreuung eine Vorreiterrolle in ganz Österreich ein. In der Bundeshauptstadt findet sich nicht nur die größte Dichte an Kinderbetreuungseinrichtungen, auch die Öffnungszeiten sind österreichweit beispielgebend. Zusätzlich begleiten in den städtischen Kindergärten eine Reihe von Spezialistinnen und Spezialisten Kinder und Eltern in ihrem Kindergartenalltag ohne Mehrkosten. Unser Ziel ist eine Pädagogik der Vielfalt, die eine Kultur der Akzeptanz und der demokratischen Gleichberechtigung von Menschen mit verschiedenen Lebenswelten entwickelt und pflegt.
- "Hand in Hand" - Öffentliche und private Kinderbetreuung
- Breitgefächertes Betreuungsangebot
- Vorreiterrolle Wiens
- Der Kindergarten als erste Bildungsinstitution
- Die Rolle der Pädagogik
- Top bei Gesundheitschecks
- Mobile Entwicklungsförderung für Kinder
"Hand in Hand" - Öffentliche und private Kinderbetreuung
Das Besondere am Wiener Modell ist die gemeinsame öffentliche und private Kinderbetreuung. So können auch einkommensschwache Familien gezielt gefördert werden. Im Mittelpunkt stehen die Kinder und ihre Eltern.
Breitgefächertes Betreuungsangebot
In Wien steht Eltern ein gut strukturiertes Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung. Es gibt insgesamt in Wien 84.108 Plätze in privaten und städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen, 4.386 Plätze in Kindergruppen und 1.383 Plätze bei Tagesmüttern oder Tagesvätern. Die Stadt Wien stellt in den städtischen Krippen, Kindergärten und Horten etwa die Hälfte aller benötigten Plätze zur Verfügung. Sie fördert aber auch viele private Tagesbetreuungseinrichtungen.
- Städtische Kinderbetreuungseinrichtungen - Standorte: 357 Standorte mit 36.707 Plätzen
- Private Kinderbetreuungseinrichtungen: 584 Standorte mit 47.401 Plätzen
Übersicht der städtischen und privaten Kinderbetreuungsplätze: 60 KB PDF • 15 KB RTF
Die geeignete Einrichtung richtet sich nach dem Alter des Kindes. Es gibt drei Arten von städtischen Betreuungen: Krippen, Kindergärten und Horte. Im privaten Bereich werden zusätzlich Plätze in Kindergruppen oder bei Tagesmüttern beziehungsweise Tagesvätern bereit gestellt.
Die 36.707 städtischen Betreuungsplätze sind wie folgt verteilt:
(Stand erstes Halbjahr 2011)
- Kinderkrippen (von null bis drei Jahren): 5.328 Plätze
- Kindergärten (von drei bis sechs Jahren): 21.549 Plätze
- Kinderhorte (schulpflichtige Kinder ab sechs Jahren): 21.916 Plätze
Vorreiterrolle Wiens
- Wien hat österreichweit den höchsten Versorgungsgrad in der Altersstufe der drei- bis sechsjährigen Kinder.
- Krippen, Kindergärten und Horte sind ganzjährig von 6.30 bis 17.30 Uhr geöffnet.
- Wien liegt in allen Betreuungsformen über den gesetzlichen Mindeststandards, was die Anzahl des Personals pro Gruppe betrifft.
An fünf verkehrsgünstigen Standorten haben die Kinderbetreuungseinrichtungen bis 20 Uhr geöffnet:
- 3., Landstraßer Hauptstraße 92-94
- 6., Mittelgasse 25
- 10., Klausenburger Straße 23
- 15., Beingasse 19
- 22., Bernoullistraße 4
Der Kindergarten als erste Bildungsinstitution
Der Kindergarten ist für Mädchen und Buben die erste Bildungsinstitution, die für das weitere Leben und die Schullaufbahn entscheidend ist. Hochqualifizierte Pädagoginnen und Pädagogen begleiten die Kinder bis zum Schuleintritt. Sie fördern und unterstützen mit gezielten, individuellen Angeboten. Viele Fähigkeiten und Fertigkeiten wie die Handmotorik, die später für das Schreiben gebraucht wird, werden im Kindergarten gefördert.
Durch den ersten österreichischen Bildungsplan für Wiener Kindergärten, der seit Anfang 2007 im Einsatz ist, können auch Eltern die geleistete Bildungsarbeit nachvollziehen. Sie erkennen die Lernwege ihrer Kinder. Die Bildungsbereiche reichen von Kommunikation, Sprache, Kultur und Kunst über Technik und Natur bis hin zur Streitkultur und Konfliktbewältigung. Dabei verbringen Kinder die Zeit im Kindergarten spielend und lernen gleichzeitig fürs Leben.
Die Rolle der Pädagogik
Die Pädagoginnen und Pädagogen der Stadt Wien sehen sich als "Wegbegleiter" der Kinder. Damit sich das Entwicklungspotenzial der Kinder entfalten kann, übernehmen sie die Aufgabe, die Kinder aufmerksam zu beobachten und sie bei der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt zu unterstützen. Fragen der Kinder werden nicht einfach beantwortet, sondern ihr Umfeld so anregend und interessant gestaltet, dass die Kinder in der Lage sind, auf viele Fragen selbst eine Antwort zu finden.
Der Umgang der Pädagoginnen und Pädagogen mit den Kindern ist respektvoll und einfühlsam. Jedes Kind wird mit all seinen individuellen Voraussetzungen, Interessen und Bedürfnissen als Persönlichkeit anerkannt.
Top bei Gesundheitschecks
Die städtischen Kindergärten und Horte verstehen sich als erste Ansprechpartner für Eltern im Gesundheitsbereich. Sie bieten ein dichtes Netz an Vorsorgeangeboten für die beste Entwicklung der Kinder an. Diese Serviceleistungen sind nicht mit Zusatzkosten verbunden und unterstützen besonders einkommensschwache Familien und Mehrkindfamilien.
Hör- und Sehtests
Seit 1965 werden in den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen in Kooperation mit dem Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA 15) kostenlos Seh- und Hörtests durchgeführt. Mit dem Einverständnis der Eltern werden Kinder zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr untersucht.
Prüfung der Sprach- und Sprechfähigkeit
Seit 2004 werden Untersuchungen der Sprach- und Sprechfähigkeit aller vierjährigen Kinder in städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen angeboten. Das Service ist kostenlos. Bei Sprachdefiziten kann rechtzeitig zwei Jahre vor dem Schuleintritt des Kindes mit Sprachförderung begonnen werden.
Verantwortlich für diese Seite:Wiener Kindergärten (Magistratsabteilung 10)
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