Pädagogische Schwerpunkte - Wiener Kindergärten (MA 10)

Kinder und eine Pädagogin beobachten große Schnecken.

Hohe Qualität in allen Bereichen gilt als Markenzeichen der städtischen Kindergärten und Horte. Pädagoginnen und Pädagogen bereiten ihre Arbeit mit den Kindern auf Grundlage wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse und Methoden der Pädagogik vor. Neben laufender Fortbildung des Mitarbeiterstabes werden auch die Eltern in das pädagogische Gesamtkonzept der städtischen Kindergärten und Horte miteinbezogen.


Qualität als höchstes Gebot

  • Für die fachliche und organisatorische Qualität trägt die Kindergartenleiterin beziehungsweise der Kindergartenleiter die Verantwortung. Mit langjähriger praktischer Erfahrung managen sie den Kindergartenbetrieb und haben auch für jedes Anliegen der Eltern ein offenes Ohr.
  • Pädagoginnen und Pädagogen sowie Assistentinnen und Assistenten besuchen laufend Fortbildungen.
  • Die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen wird zusätzlich von Expertinnen und Experten (Kinderärztinnen und Kinderärzten, Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sowie Psychologinnen und Psychologen) fachspezifisch ergänzt.
  • Bio-Offensive: Beim Essen wird besonders auf gesunde, ausgewogene Ernährung geachtet. Das Mittagessen mit über 50 Prozent Bio-Anteil wird im Betrieb eines langjährigen, erfahrenen Caterers hergestellt. Das Gabelfrühstück und die Nachmittagsjause werden selbst zubereitet.
  • Alle Gruppen sind mit qualitätsvollem Spiel- und Arbeitsmaterial ausgestattet.

Integration von Kindern mit Behinderung

Die Integration von Kindern mit Behinderung ist für die städtischen Kindergärten bereits seit Jahrzehnten selbstverständlich gelebter Alltag. Durch die Integration dieser Kinder wird das gegenseitige Verständnis für den Umgang miteinander geweckt. Für alle Kinder gibt es eine auf ihre Persönlichkeit und besonderen Bedürfnisse abgestimmte Förderung.

Ein Team aus Spezialistinnen beziehungsweise Spezialisten betreut durchschnittlich vier Kinder mit Behinderung und 16 Kinder ohne Behinderung gemeinsam in einer Gruppe. Zusätzlich stehen mobile Fachleute mit Rat und Tat zur Seite.

Integration und Entwicklung von Kindern mit Behinderung

Interkulturelle Friedenspädagogik

In den städtischen Kindergärten wird kulturelle Vielfalt als Ausgangspunkt für interkulturelle Lernprozesse positiv betrachtet. Interkulturelle Friedenspädagogik fördert den Dialog und Austausch zwischen den Kulturen.

Positive Erfahrungen im Zusammenleben erhöhen die gegenseitige Toleranz und ermöglichen den Kindern neue Lernerfahrungen sowie einen vorurteilsfreien Umgang im Alltag. Wissenserwerb und die Möglichkeit zur Partizipation erweitern die Handlungskompetenzen in Bezug auf Kommunikation und Konfliktfähigkeit.

Pädagoginnen und Pädagogen der MA 10 nehmen laufend an Weiterbildungskursen teil und stimmen ihr pädagogisches Handeln darauf ab. So wird im Alltag eine Pädagogik der Vielfalt, Wertschätzung und Akzeptanz vermittelt. In den Kindergärten kann das Zusammenleben von Mädchen und Buben aus unterschiedlichen Kulturen als Bereicherung erlebt werden.

Montessori-Pädagogik

Ziel der Montessori-Pädagogik ist es, Kinder nach dem Grundsatz "Hilf mir, es selbst zu tun" auf dem Weg zu eigenverantwortlichen und selbstbewussten Persönlichkeiten zu begleiten. Die Kinder entscheiden selbst, welche Spiel-, Lern- und Arbeitsangebote sie annehmen, welcher Aufgabe sie sich innerhalb welches Zeitrahmens zuwenden und mit wem sie zusammenarbeiten. Aber immer unter klar festgesetzten Rahmenbedingungen. Für alle diese Entscheidungen müssen sich die Kinder absprechen. Dabei lernen sie ihre eigenen Bedürfnisse kennen und die Meinungen anderer respektieren.

Als Grundlage für die Entwicklungsarbeit der Kinder hat Maria Montessori spezielle Materialien geschaffen, die aus der Beobachtung der Kinder und der Arbeit mit ihnen entstanden sind. So können die Kinder eigene Erfahrungen unter gezielter Anleitung der Pädagoginnen und Pädagogen machen und persönliche Fähigkeiten in ihrem individuellen Tempo entwickeln.

Genderbewusste Pädagogik

In der genderbewussten Pädagogik geht es darum, Einschränkungen des Denkens oder des Handelns, die das Geschlecht betreffen, zu vermeiden. Deshalb werden bereits im Kindergarten die Handlungsspielräume der Mädchen und Buben bewusst erweitert.

Förderungen für Mädchen

  • Ermutigung, Wünsche, Bedürfnisse und Abneigungen zu artikulieren ("Nein, geh weg, ich mag das nicht, ich kann das alleine")
  • Offensiv auf etwas zugehen (Fußballspielen, Fangen oder einen Turm bauen)
  • Sich wehren und verteidigen
  • Technik, Werken, Computer

Förderungen für Buben

  • Ermunterung zum Ausprobieren von "weiblichen Rollen" (Erlernen von hauswirtschaftlichen Tätigkeiten - positiver Begriff: Hausmann)
  • Unterstützung beim Ertragen von Frustration, Verlieren, beim Warten und Zurückstecken eigener Bedürfnisse
  • Hilfsbedürftigkeit zugeben können, Umgehen damit, dass Mädchen Paroli bieten
  • Konflikte begleiten (Alternativen zu Schreien, Toben, Hinhauen)

Spielerisch die englische Sprache kennenlernen

"Swing - Englisch im Kindergarten" gibt es etwa seit dem Jahr 2000. Dabei geht es um das Bekanntwerden mit der englischen Sprache und Kultur, nicht um das reine Erlernen der Sprache. Es gibt keinen vorgefertigten Lehrplan. Pädagoginnen und Pädagogen mit Swing-Zusatzausbildung passen das Angebot im Rahmen ihrer Methoden- und Konzeptionsfreiheit an die jeweilige Situation in der Gruppe und an die Interessen der Kinder an. Deshalb gibt es auch keine streng festgelegten Zeiten für Englisch. Die Sprache wird situationsabhängig eingebunden.

Englisch im Kindergarten soll vor allem Spaß machen. So werden englische Lieder gesungen, Bilderbücher besprochen und Reime gelernt oder es wird gemeinsam englischer Tee getrunken. Die Mädchen und Buben können frei wählen, ob sie bei Swing-Englisch im Kindergarten mitmachen, oder sich einem anderen Spiel widmen möchten.

Das Englisch-Angebot ist nicht an gewisse Standorte, sondern an Pädagoginnen und Pädagogen gebunden. Diese haben eine einjährige Zusatzausbildung absolviert und bilden sich laufend fort. Ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch in Arbeitsgruppen sichert zusätzlich die Qualität des Angebotes.

Pilotprojekt "Bleib locker"

Das Pilotprojekt "Bleib locker" ist ein evaluiertes, wissenschaftlich fundiertes Programm für Hortkinder zwischen sieben und zehn Jahren. In zahlreichen städtischen Horten wurde die Wahrnehmung der Kinder bezüglich Stress und Stresssymptomen geschult. Gleichzeitig lernten die Kinder ein kindgerechtes Stressmodell kennen und erprobten Bewältigungsstrategien.

Gewaltprävention "Faustlos"

Das Anti-Aggressionstraining "Faustlos" für Kinder von drei bis sechs Jahren wird seit Herbst 2003 in den städtischen Kindergärten von dafür geschulten Pädagoginnen und Pädagogen eingesetzt und in die tägliche Arbeit integriert.

Das Programm ist auf die speziellen Anforderungen von Kindergärten zugeschnitten und beruht auf erfolgreichen pädagogisch-psychologischen Konzepten. Basis war das amerikanische Programm "Second Step". Das Lernprogramm umfasst 28 Lektionen von jeweils 20 Minuten Dauer. Den Kindern werden mit Geschichten, Fotos und in Rollenspielen neue Sicht- und Verhaltensweisen im Konfliktfall nahe gebracht.

Bewusst wird dabei bereits weit vor der Entstehung von Konflikten angesetzt. Die Kinder lernen, unter anderem mit den Handpuppen "Wilder Willi" und "Ruhiger Schneck" Konflikte anders zu lösen. Während Willi gerne zuschlägt, redet Schneck lieber, wenn er sich ärgert. Die Kleinen erfahren dabei, sich bei Meinungsverschiedenheiten selbst zu behaupten, kooperativ zu sein, sich einzufühlen und zuhören zu können.

Kindgerechter Umgang mit Computern

KidSmart ist ein weltumspannendes Computerprojekt von IBM das Kindergärten und Vorschulen mit Computern und speziellen Softwareprodukten ausstattet.

In den städtischen Kindergärten sind bereits 140 KidSmarts im Einsatz. Angeboten werden nur pädagogisch wertvolle Spiele, die in einer Arbeitsgruppe von Pädagoginnen und Pädagogen kritisch erprobt und überprüft werden. Die Kinder nehmen das Angebot begeistert in Anspruch. Da die Übungsprogramme dem jeweiligen Wissensstand eines Kindes angepasst sind, hat jedes Kind Erfolg. Geschulte Pädagoginnen und Pädagogen unterstützen die Kinder mit gezielten Hilfestellungen.

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