"Start Wien" für junge Zuwanderinnen und Zuwanderer

Sandra Frauenberger und Leo Plasch zwischen Jugendlichen

Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger besuchte mit BV Leo Plasch das Integrationsprogramm für junge ZuwanderInnen von Interface Wien im 4. Bezirk.

Im Rahmen von "Start Wien" gibt es ein ganz spezielles Integrationsbegleitungsprogramm für neuzugewanderte Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren. Durchgeführt wird dieses Angebot im Auftrag der Stadt Wien von der Jugendbildungswerkstatt der gemeinnützigen Interface Wien GmbH im 4. Bezirk. Das Programm beinhaltet Deutschkurse sowie integrierte Sozial-, Bildungs- und Berufsberatung.

Bezirksvorsteher Leopold Plasch beurteilt das Integrationsprogramm sehr positiv:


Gerade als langjähriger Direktor einer kooperativen Wiener Mittelschule weiß ich um die Wichtigkeit positiver Bildungserfahrungen und von Schulabschlüssen im Leben junger Menschen. Ich freue mich daher sehr über Initiativen wie die Jugendbildungswerkstatt Interface und danke auch der Stadt Wien für die Unterstützung und die Chancen, die sie hier den Jugendlichen ermöglicht.

Sprache und Bildung gegen Perspektivenlosigkeit

Rund 2.000 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren kommen jährlich nach Wien. Viele der neu zugewanderten Jugendlichen haben aufgrund geringer Deutschkenntnisse und ungenügender Orientierungs-und sozialer Kontaktmöglichkeiten nicht die notwendige Vorbereitung, um eine Schule zu besuchen, eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz zu finden. Oftmals sind sie aufgrund familiärer und/oder ökonomischer Situationen gezwungen, schnell in die Berufswelt einzusteigen und niedrig qualifizierte Jobs anzunehmen.

Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger:

Entsprechend hoch ist auch das Risiko der Arbeits- und damit Perspektivenlosigkeit bis hin zur sozialen Isolation mit allen negativen Folgeerscheinungen. Um eine solche Negativspirale erst gar nicht entstehen zu lassen, setzen wir mit dem passgenauen Jugendprogramm von Interface Wien, nämlich mit Sprache, Bildung und gezielter Vorbereitung auf den Berufseinstieg an.

Kostengünstige beziehungsweise kostenlose Deutschkurse

Die Kurse starten laufend nach Bedarf. Sie finden vormittags, nachmittags und abends statt. Damit sind die Wartezeiten auf einen Deutschkurs sehr gering. Für neu zugewanderte Jugendliche mit Wiener Sprachgutscheinen und für anerkannte Flüchtlinge sind die Kurse kostenlos.

Das Angebot gliedert sich in zwei Bereiche:

  • Grundkurse (bis Stufe A2 - Grundkenntnisse, die einfache Alltagskommunikation ermöglichen) mit begleitenden "Sprache Plus"-Angeboten. In diesen Grundkursen werden jene Jugendliche unterrichtet, die noch nicht das Sprachniveau erreicht haben, das für die Erfüllung der Österreichischen Integrationsvereinbarung erforderlich ist.
  • Deutschkurse der Stufe B1 (Kenntnisse der deutschen Sprache, die eine anspruchsvolle Kommunikation in verschiedenen Lebensbereichen wie Arbeit oder Bildung ermöglichen) im Rahmen des ESF-Projekts Jugend College. Damit soll die Lücke zwischen Grunddeutschkursen und gezielten Arbeitsmarktserviceangeboten beziehungsweise dem Besuch einer weiterführenden Bildungseinrichtung überbrückt werden. Dort bekommen die Jugendlichen außerdem weitreichende Informationen über Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich vermittelt.

Im ersten Halbjahr 2011 organisierte die Jugendbildungswerkstatt für 632 Jugendliche 80 Deutschkurse. Im Gesamtjahr 2010 haben über 1.000 Jugendliche das Angebot in Anspruch genommen.

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