Neugestaltung Augustinplatz
Innerhalb von fünf Jahren wurde aus dem ehemals trostlosen Augustinplatz im 7. Bezirk ein preisgekrönter Grätzltreffpunkt. Am Anfang des Agenda-Projekts Grätzl Augustinplatz im November 2003 stand der Wunsch nach mehr Lebensqualität für das Grätzl rund um den Platz. Der Augustinplatz war damals kein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität. Rundum vom Autoverkehr eingeschlossen, gab es für Fußgängerinnen und Fußgänger nur Restflächen. In der Zwischenzeit ist der Augustinplatz groß geworden. Ein Platz mit viel Bewegungsfreiheit ist entstanden. Möglich wurde das durch die Schließung der Nebenfahrbahn und deren Einbeziehung in den Platzbereich - ein in Wien sicher nicht alltägliches Projekt.
Am ersten Adventsamstag 2007 wurde der neugestaltete Augustinplatz in einer gemeinsamen Aktion von Politik, Verwaltung, der Lokalen Agenda 21-Neubau ("agenda wien sieben") und Bewohnerinnen und Bewohnern eröffnet. Die Ehrung bei der Vergabe des Walk-Space-Awards im September 2008 zeigt die Anerkennung des Gesamtprojektes durch eine Fachjury. Eine Evaluation der Platzgestaltung, die auch eine Umfrage der Benützerinnen und Benützer berücksichtigt, wird Anfang 2009 präsentiert werden.
Fußgängerinnen und Fußgänger haben Vorrang
Am Augustinplatz wurden die Bedürfnisse von Fußgängerinnen und Fußgängern bevorrangt: ihre Bewegungsfläche wurde fast verdreifacht. Das Erscheinungsbild wird geprägt durch die neue Oberfläche. Die regelmäßig angeordneten Granitstreifen schlagen auch eine Brücke zur Geschichte des Platzes: Sie zeichnen den ehemaligen Verlauf des Ottakringer Baches nach. Neue Bäume und Sitzplateaus sowie zusätzliche Sitzgelegenheiten, Trinkbrunnen, aber vor allem die deutliche Vergrößerung der Freifläche verändern das Gesicht des Grätzls.
Ziele der Neugestaltung
- Schaffung sicherer Fußgängerübergänge
- Deutliche Vergrößerung des Bewegungsraums für Fußgängerinnen und Fußgänger
- Barrierefreie Gestaltung für Menschen mit Sehbehinderung oder Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten
- Belebung des Grätzls durch die Stärkung des urbanen Charakters des Augustinplatzes als Treffpunkt für die Bevölkerung und Mehrfachnutzung des öffentlichen Raums
- Erhaltung wichtiger Bäume und Pflanzung neuer Bäume
- Aufbereitung historischer Fakten und persönlicher Geschichten der Anrainerinnen und Anrainer
Planung im Rahmen der agenda wien sieben
Der Augustinplatz ist ein Beispiel für die nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung, Politik und Verwaltung im Sinne der Lokalen Agenda 21. Von der ersten Idee bis hin zur Detailplanung gemeinsam mit DI Ursula Kose (Büro Koselicka) und der MA 28 - Straßenverwaltung und Straßenbau ist der Augustinplatz in einem umfangreichen Diskussions- und Aushandlungsprozess Schritt für Schritt gemeinsam entstanden.
Ein herzlicher Dank geht an alle, die durch ihr großes Engagement zum Gelingen des Projekts beigetragen haben: Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Magistratsabteilungen der Stadt Wien.
Eckdaten zum neuen Augustinplatz
- Gründung der Projektgruppe im November 2003
- ca. 200 direkt einbezogene Bürgerinnen und Bürger
- Feierliche Eröffnung am 1. Dezember 2007
- Ehrung mit Walk-Space-Award am 19. September 2008
Gestaltung und technische Koordination
- Gestaltung: DI Ursula Kose vom Büro Koselicka
- Koordination: Dipl.-HTL-Ing. Wolfgang Bergauer (MA 28), stellvertretend für zahlreiche andere Dienststellen der Stadt Wien
- Unter umfassender Einbeziehung der Projektgruppe Augustinplatz
Weiterführende Informationen
- agenda wien sieben - Projektgruppe Augustinplatz
- Ehrung für barrierefreien und transparenten Augustinplatz
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