Leitlinien Margareten

Die "Leitlinien für die Bezirksentwicklung Margareten" beinhalten die planerischen Aktivitäten der nächsten Jahre. Sie konzentrieren sich auf Themen und Bereiche, die im unmittelbaren Einflussbereich des Bezirkes und der öffentlichen Hand stehen und der Bezirksvertretung ein Anliegen sind. Die Leitlinien ermöglichen den Margaretnerinnen und Margaretnern eine Beteiligung an den Planungsprozessen und erlauben ein rasches Reagieren auf neue Entwicklungen. Sie führen den Stadtentwicklungsplan auf Bezirksebene detailliert fort. Die Leitlinien wurden 1997 in einer Sitzung der Bezirksvertretung einstimmig beschlossen und sind als ausführlich gestaltetes Druckwerk in der Bezirksvorstehung, erhältlich.

Siedlungs- und Nutzungsstruktur

Margareten ist ein historisch gewachsener Bezirk mit dichter Bebauung. Der Großteil des Bezirkes besteht aus Wohngebieten. In den gründerzeitlichen Vierteln sind im Erdgeschoss und in den Höfen zahlreiche Betriebe angesiedelt. In weiten Bereichen des Bezirks gibt es eine ausgewogene Mischung von Wohnhäusern und Arbeitsstätten oder von Wohn- und Mischgebieten. Es existieren zahlreiche Einzelobjekte und charakteristische Bereiche, die die Identität des Bezirkes prägen und die es zu bewahren gilt.

Grundsätzliche Ziele

  • Anpassungen an den Bestand und Korrekturen früherer Planungsvorstellungen
  • Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes für das Areal der städtischen Müllabfuhr (MA 48)

Wohnen und Bevölkerung

Die kommunalen Wohnanlagen der Zwischenkriegszeit wurden im Zuge der Stadterneuerung umfassend saniert. Die private Wohnhaussanierung erreichte in den Jahren 1999 und 2000 ihren Höhepunkt. Durch Neubebauungen in einigen Baulücken werden wichtige Strukturverbesserungen wie Garagen und Versorgungseinrichtungen erzielt werden. Die Wohnbevölkerung Margaretens - mit 268 Einwohnerinnen und Einwohnern je Hektar die dichteste Wiens - weist eine ausgeglichene Altersstruktur auf, allerdings mit Überalterung in den kommunalen Wohnanlagen des Gürtels und der Wiedner Hauptstraße und einem hohen Zuwandereranteil im Zentrum des Bezirks.

Grundsätzliche Ziele

  • Soziale Einrichtungen für Bereiche mit hoher Überalterung
  • Integrationsmaßnahmen für Zuwandererinnen und Zuwanderer
  • Förderung einer sozial ausgewogenen Bevölkerungsstruktur

Soziale Infrastruktur und Kultur

Die steigenden Schülerzahlen schaffen Bedarf für mehr Schulraum im Bezirk, der mit dem Neubau der Volksschule Am Hundsturm 18 gedeckt wurde. Der Neubau des Schulstandorts Embelgasse wird eine neue Berufsschule, die den modernen Anforderungen des Bildungswesens gerecht wird, schaffen. Nach der Einführung des beitragsfreien Kindergartens im September 2009 in Wien stieg auch in Margareten der Bedarf an Kinderbetreuungsstätten. Seitdem wurden in der Wimmergasse, in der Arbeitergasse und in der Leopold-Rister-Gasse drei neue Kindergärten errichtet sowie durch die Adaptierung eines Gebäudes am Bacherplatz neue Gruppen eröffnet.

Von gesamtstädtischer Bedeutung ist die Volkshochschule Margareten (polycollege) in der Stöbergasse, die den Besucherrekord aller Volkshochschulen Wiens hält. Das Filmcasino in der Margaretenstraße sowie das Bezirksmuseum und das Österreichische Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum sind beliebte öffentliche Einrichtungen.

Grundsätzliche Ziele

  • Mehr Schulraum und Schulformen mit Ganztagsbetrieb
  • Modernisierung der bestehenden städtischen Kindergärten und Schulen
  • Schaffung von Freizeit- und Sporteinrichtungen für Kinder und Jugendliche

Arbeit und Wirtschaft

In den letzten Jahren nahm die Zahl der Arbeitsstätten in Margareten zu. Die überwiegende Zahl der Betriebe sind Kleinunternehmen mit höchstens vier Beschäftigten. Der Sektor Handel und Lagerung ist dabei führend, gefolgt von öffentlichen und persönlichen Diensten, Geld- und Kreditwesen, Versicherung und Wirtschaftsdiensten. Erst an vierter Stelle stehen Gewerbe und Industrie. Hauptzentrum und Hauptgeschäftsstraße sind die Reinprechtsdorfer Straße sowie das Viertel rund um den Margaretenplatz. Die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs ist durch die über den ganzen Bezirk gut verteilten Geschäfte sicher gestellt.

Grundsätzliche Ziele

  • Mehr Raum für die Wirtschaft für eine sinnvolle Vernetzung von Wohnen, Arbeiten und Nahversorgung
  • Erhaltung und Verbesserung der Nahversorgung in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer, dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds und der Interessensgemeinschaft der Margaretner Geschäftsstraßen

Öffentlicher Raum

In Margareten gibt es 8,51 Hektar an öffentlichen Grünflächen, die sich für einen Großteil des Bezirks in Gehdistanz befinden. Neu geschaffene Parks am Mittersteig (Schütte-Lihotzky-Park) und in der Bräuhausgasse (Scheupark) verbessern den Grünflächenanteil je Bezirksbewohnerin und -bewohner sehr, ebenso die Schaffung von wohnungsnahen Grünflächen im Blockinneren der Wohnanlagen. Darüber hinaus wird seit Jahren mit der Schaffung von halbseitigen Alleen im Zuge von Straßensanierungen neuer Grünraum geschaffen.

Grundsätzliche Ziele

  • Verbesserung und Erweiterung bestehender Grünflächen und privater Innenhöfe
  • Fortsetzung von Alleen, Straßenbegrünungen und Baumpflanzungen
  • Fußgängerfreundliche Gestaltung der Geschäftsstraßen

Verkehr

Margareten ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen. Das Verkehrsaufkommen des Individualverkehrs ist an den Bezirksrändern sowie in der Reinprechtsdorfer Straße, Margaretenstraße und Wiedner Hauptstraße hoch. Durch die Einführung der Kurzparkzonen in Wien- Parkraumbewirtschaftung wurde die Parksituation im Bezirk verbessert. Am geplanten Garagenprogramm wird festgehalten. Es gibt mehrere Wohnstraßen und den fußgängerfreundlich gestalteten Margaretenplatz. Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr brachten unter anderem die Aufwertung der Schnellbahnstation Matzleinsdorfer Platz im Dezember 2009 sowie die bis Sommer 2011 abgeschlossene Sanierung der Untergrundstraßenbahn.

Grundsätzliche Ziele

  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs wegen hoher Pendlerzahl
  • Maßnahmen für eine Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität
  • Schaffung von Wohnsammelgaragen, verkehrsberuhigten Bereichen und Zonen für Fußgängerinnen und Fußgänger
  • Erweiterung des bestehenden Radnetzes
Verantwortlich für diese Seite:
Bezirksvorstehung Margareten
Kontaktformular