Neues Bauprojekt am Gelände der Inzersdorfer-Werke geplant

Am Gelände der ehemaligen Inzersdorfer-Nahrungsmittelwerke sollen 200 neue Wohnungen, ein Einkaufsmarkt und ein Hotelturm entstehen.
Auf dem Gelände der ehemaligen Inzersdorfer Nahrungsmittelwerke soll bis 2014 ein neuer Gebäudekomplex entstehen. Geplant sind auf dem Grundstück im Bereich zwischen Sterngasse, Pfarrgasse und Draschestraße 200 Wohnungen, ein Hotel und ein Einkaufsmarkt.
Neue Wohnungen im historischen Gebäudetrakt
Der historisch wertvolle Teil der Gebäude, der Trakt an der Draschestraße, bleibt erhalten und wird für Wohnungen adaptiert. Die anderen noch bestehenden Gebäude werden abgebrochen. Die künftige Wohnanlage besteht aus einem Viereck mit großem Innenhof. Die Wohnungen werden auf den Innenhof ausgerichtet sein. "Die große Herausforderung bei diesem Wohnbau ist der Lärmschutz gegen die Autobahn und die stark befahrene Sterngasse. Die Architekten müssen sich da etwas Besonderes einfallen lassen", meint Bezirksvorsteher Manfred Wurm. Er verweist auf den Wohnbau beim Bahnhof Hetzendorf. Bei diesem Wohnbau zwischen Altmannsdorfer Straße, Breitenfurter Straße und Hetzendorfer Straße wurde das Lärmproblem unter ähnlichen Bedingungen gut gelöst.
Flächenwidmungsplan: Obergrenze von 200 Wohnungen vorgesehen
Für Bezirksvorsteher Manfred Wurm sind 200 Wohnungen die absolute Obergrenze. Wurm: "Manche Bauträger sind sehr erfinderisch, wenn es darum geht, in der Praxis die Zahl um 20, 30 Prozent zu erhöhen. Ich möchte, dass dem ein Riegel vorgeschoben wird und die Infrastruktur nicht überbelastet wird. Die bereits in Inzersdorf Wohnenden sollen in ihrer Lebensqualität durch die neuen Wohnungen nicht beeinträchtigt werden". Entsprechende Bestimmungen möchte er im Flächenwidmungsplan verankert wissen.
Hotelturm, Einkaufsmarkt und Kindergarten
Auch ein Hotel soll errichtet werden. Der Bau ist als ungefähr 30 Meter hoher, schlanker Turm geplant. Das Gebäude soll unmittelbar an der Kreuzung Sterngasse und Autobahnauf- sowie -abfahrt der A 23 (Autobahn Südosttangente Wien) entstehen. Der Lärmschutz wird berücksichtigt. Neben dem Hotelturm, östlich der Brückenrampe der A 23, ist ein Einkaufsmarkt vorgesehen. Die erforderlichen Parkplätze sollen zum Teil zu ebener Erde unterhalb des Hotels angelegt werden. Auf Wunsch des Bezirksvorstehers soll im neuen Gebäudekomplex außerdem eine Kinderbetreuungseinrichtung untergebracht werden.
Verkehrslösungen für Lieferverkehr erforderlich
Verbesserungen im Verkehrskonzept des neuen Bauvorhabens sind noch erforderlich. Laut Plan der Bauträger soll die Anlieferung zum Supermarkt über die Draschestraße erfolgen. Das lehnt Bezirksvorsteher Manfred Wurm ab: "Ich halte es nicht für gescheit, LKW mit Anhänger und Sattelschlepper über die Kreuzung Pfarrgasse/Draschestraße zufahren zu lassen. Erstens ist es an dieser Stelle sehr eng, zweitens sind dort viele Schulkinder unterwegs, drittens besteht für diesen Bereich eine 3,5 Tonnen-Beschränkung, die ich nicht 'durchlöchert' wissen möchte, und viertens könnte das zu einem Ärgernis für die jetzigen und künftigen Anrainerinnen und Anrainer werden".
Der Bezirksvorsteher will erreichen, dass die Anlieferung dort erfolgt, wo die Zufahrt zur Tiefgarage des Wohnbaues, zum Supermarkt und zum Hotel geplant ist: über eine neue Kreuzung an der Sterngasse, ungefähr auf Höhe der Seligmanngasse. Diese neue Kreuzung ist inklusive Ampelanlage von den Investoren zu finanzieren. Die neue Ampelanlage muss mit jener bei der Richard-Strauss-Straße koordiniert sein.
Mehr Verkehrssicherheit in der Umgebung
Auch für die Pfarrgasse verlangt Bezirksvorsteher Manfred Wurm Verbesserungen. Ein breiterer Gehsteig an der Westseite und eine Linksabbiegespur vom Kirchenplatz kommend zur Kolbegasse sollen die Verkehrssicherheit erhöhen.
Nach Fertigstellung des Bauvorhabens "Inzersdorfer" soll auch der Kreuzungsbereich Sterngasse, Kolbegasse und Pfarrgasse neu gestaltet werden. Die starke S-Kurve soll einem bedeutend sanfteren Schwenk im Fahrbahnverlauf weichen. Zudem soll eine Ampelanlage errichtet werden. "Eine Fußgängerampel brauchen wir dort jedenfalls", so Wurm.
Bezirksvorstehung Liesing
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