Hafen Freudenau jetzt komplett vor Hochwasser sicher

Eröffnung des Taltors am Hafen Freudenau

Der Hafen Freudenau würde sogar ein Jahrhundert-Hochwasser unbeschadet überstehen. Ihn schützt ab sofort ein riesiges Stahltor.

Der Hafen Freudenau wird ab sofort durch ein gigantisches Tor vor Überschwemmung geschützt. Am 16. Juni 2010 haben Stadt und Bezirk gemeinsam mit Vertretern der Wien Holding und des Wiener Hafens das Tor erstmals geöffnet und damit aus der Taufe gehoben. Bis 2013 soll auch der Hafen Albern ein solches Tor bekommen.

Riese aus Stahl schütz auch vor Jahrhundert-Hochwasser

26,5 Meter lang, 13,5 Meter hoch und 200 Tonnen schwer: Das Stahltor ist ein wahrhafter Koloss. Seit Monaten waren rund 15 Arbeiter im Dauereinsatz, um ihn an Ort und Stelle zu bringen. Gemeinsam mit dem frisch verstärkten Damm schützt das Tor den Hafen nun auch vor einem Jahrhundert-Hochwasser.

Im Prinzip funktioniert das Hafentor wie ein Schiebetor: Noch bevor das Hochwasser Wien erreicht hat, wird das Hafentor geschlossen. Je nach Wasserstand dauert es 20 bis 30 Minuten, bis das mächtige Tor den Hafen dicht macht. Den Wasserstand innerhalb des geschützten Hafenbeckens regelt ein eigenes Pumpwerk. Drei große Tauchpumpen ermöglichen ein Abpumpen von über drei Kubikmetern Wasser pro Sekunde.

Ergänzend zum Hafentor wurde bereits der 1,5 Kilometer lange Hochwasserschutzdamm, der den Donaukanal vom Hafenbecken trennt, abgedichtet und verstärkt. Jetzt schützen Tor und Damm den Hafen Freudenau auf einer Fläche von insgesamt mehr als einer Million Quadratmeter.

Neue Projekte: Hafentor für Albern und Landgewinnung Freudenau

In einer zweiten Ausbaustufe wird nun im Hafen Albern mit dem Einbau eines Hafentors begonnen. Zusammen mit der Neugestaltung und Sicherung der Dämme wurde dafür eine Investitionssumme in Höhe von 35 bis 40 Millionen Euro veranschlagt. Bis Mitte 2013 soll schließlich auch Albern vor Hochwasser komplett sicher sein.

Die Planungsabteilungen im Hafen Wien arbeiten derzeit auch am Projekt "Landgewinnung Hafen Freudenau". Dabei soll das Hafenbecken um 20 Prozent verkleinert werden. Bis zu 70.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche für Betriebsansiedlungen und neue Umschlaganlagen können so gewonnen werden. Im ersten Schritt werden auf diese Weise 20.000 Quadratmeter Fläche bis Ende 2012 gewonnen.

Im Rahmen des Hafenausbauprogrammes wird auch die Straßenverkehrsinfrastruktur komplett neu gestaltet. Dazu wird die Seitenhafenstraße verlegt und neu gebaut. Anfang Mai erfolgte bereits der Spatenstich für das 26 Millionen Euro-Projekt, das die optimale Erreichbarkeit des Hafens Wien zum Ziel hat. Im Zuge der Bauarbeiten wird auch die gesamte Margetinstraße von der Johann-Petrak-Gasse bis zur Alberner Hafenzufahrtsstraße umgebaut. Die Verlängerung über den Donaukanal erfolgt durch die Errichtung einer neuen Brückenverbindung zwischen der Leopoldstadt und Simmering.

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