Projekte "Josefstädter Klimaschutzpreis"
Für den "Josefstädter Klimaschutzpreis" wurden elf Projekte in den Kategorien "Einzelpersonen", "Organisationen" und "Unternehmen" sowie für den Sonderpreis "Grünraum" eingereicht.
Kategorie Einzelpersonen
Das Fahrrad, die einfachste Alternative zu Straßenbahn und Auto
Die jüngste Einreicherin ist 12 Jahren alt. Rianne Stout hat die Idee eingereicht, aus der Josefstädter Straße eine Radfahr- und Straßenbahnzone zu machen. Neben einem Fahrradstreifen sollen auch Fahrradständer mit Fahrrädern - ähnlich dem Citybike-System - vor Geschäften für Josefstädterinnen und Josefstädter installiert werden. Diese erhalten eine Karte auf denen die Daten der jeweiligen Person gespeichert sind. Diese muss man dann beim Ausborgen und Zurückgeben durch ein Gerät bei der Abstellanlage ziehen. So weiß man immer, wer die Räder ausgeborgt hat und ob diese auch zurückgegeben wurden.
Josef's Space
Das Konzept von "Shared Space" ist in aller Munde und wurde auch viel diskutiert. Für Gerald Urbas stellt der 8. Bezirk einen idealen Platz dar, um dieses Konzept in einem Vorzeige- und Testprojekt zu implementieren. Für Josef's Space sprechen die zentrale Lage, kompakte Bezirksgrenzen und kleine, hauptsächlich als Einbahnen geführte Gassen.
Ideenwerkstatt Susanne Rödl
Susanne Rödl hat viele Ideen, die einen Beitrag zu mehr Klimaschutz in der Josefstadt leisten könnten. Vor allem möchte sie motorisierten Individualverkehr unattraktiver machen und gleichzeitig alternative Fortbewegungsmittel stärken. Ein 30-Stundenkilometer-Tempolimit im gesamten Bezirk, überdachte Fahrradabstellplätze oder eine Klimaschutzwerbekampagne mit Promis aus der Josefstadt - diese Ideen sind nur ein kleiner Auszug aus Susanne Rödls Ideenwerkstatt. Eine weitere Idee im Sinne des Umweltschutzes ist eine Kooperation mit sämtlichen Billa-Filialen im Bezirk, die durch den Verzicht auf Plastiksackerl einen wertvollen Beitrag leisten könnten. Begrünungsinitiativen gehören ebenso zu Susanne Rödls Visionen wie projektbezogener Unterricht, der an sämtlichen Josefstädter Schulen Initiativen für mehr Klimaschutz hervorrufen soll.
Kategorie Unternehmen
Licht durch Bewegung
Das Unternehmen von Ing. Heinz Tschürtz, Tschürtz Services, engagiert sich mit seiner Vision "Energie ist leben" sehr stark im Bereich der Energie-Beratung. Unter diesem Aspekt wurde das Projekt "Licht durch Bewegung" in einer Wohnhausanlage gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Hausverwaltung durchgeführt.
Das Stiegenhaus besitzt keine Fenster, weshalb eine künstliche Beleuchtung erfolgen musste. Die Beleuchtung wurde mittels Taster aktiviert und blieb dann unabhängig von der Verweildauer einige Minuten eingeschalten. Durch die Installation von Leuchten mit Bewegungssensoren konnte der Energieverbrauch gesenkt, die Kosten reduziert, die Sicherheit erhöht und ein positiver Effekt für das Klima erreicht werden.
Kinderbuch "Wir bauen uns ein Passivhaus"
Für die aap.architekten ZT-GmbH zählt Energiesparen und Klimaschutz zu den wichtigsten Ausgaben unserer Gesellschaft. Die Architektinnen und Architekten beschäftigen sich mit der Planung und Ausführung von Passivhäusern, wobei sie auch die Information der Menschen als eine wichtige Aufgabe erachten.
Nachdem Wissensvermittlung bereits im Kindesalter beginnt, haben die Architektinnen und Architekten das Buch "Wir bauen uns ein Passivhaus" für Kinder im Vorschul- und Volksschulalter herausgebracht. Da Kinder in diesem Alter meist noch nicht selber lesen, werden so gleichzeitig die vorlesenden Eltern informiert.
In einer einfachen Sprache wird verständlich gemacht, wie energiebewusst und ökologisch gebaut werden kann. Mit Klappbildern und lustigen Zeichnungen werden Haustechnik und Bauphysik erklärt. Mit Anregungen zu eigenen Versuchen und durch ein Spiel am Ende des Buches soll das neu erworbene Wissen gefestigt werden.
CO2 neutraler Bürobetrieb
Das Bürohaus der Österreichischen Hagelversicherung befindet sich mitten im 8. Bezirk. Als Spezialversicherer für Wetterrisiken in der Landwirtschaft engagiert sich das Unternehmen seit vielen Jahren für den Klimaschutz. Daher war es naheliegend, dass 2007 die Hagelversicherung als erstes Unternehmen in Wien die Energieversorgung des eigenen Bürogebäudes zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie umgestellt hat. Damit wurde der Ausstoß an klimaschädlichem CO2 aus fossiler Energie heruntergefahren.
Dieses Ziel wurde durch die Inbetreibnahme einer Pelletsheizung, Installation einer Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung, Installation einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung und Bezug von 100 Prozent Ökostrom erreicht. Die Photovoltaikanlage produziert 15.000 Kilowattstunden pro Jahr. Durch die Pelletsheizung und die Solaranlage kann das Unternehmen rund 25.000 Liter Erdöl pro Jahr einsparen.
Ökostrom für das OeAD-Studentengästehaus in der Joesftadt
Die OeAD-Wohnraumverwaltung GmbH stellt seit 1998 pro Semester über 100 internationalen Studierdenden eine Unterkunft im Studentenheim in der Tigergasse 23-27 bereit. Die zehn Doppel- und 80 Einzelzimmer sind alle mit TV-Gerät, Mikrowellenherd, Kühlschrank und vielen anderen elektrotechnischen Geräten ausgestattet, um den Ansprüchen der "technikverwöhnten" Gäste gerecht zu werden. Bis 2011 wurde die Energie ausschließlich von Energieanbietern gekauft und über das Stromnetz bezogen.
Um der Verantwortung in Bezug auf die Ressourcenknappheit gegenüber den nächsten Generationen gerecht zu werden, hat sich die OeAD-Wohnraumverwaltung dazu entschlossen, energiesparende Geräte einzusetzen und Energie durch eine alternative Energieproduktion zu beziehen.
Im Mai 2011 wurde das Studentenheim in der Tigergasse mit einer 16,7 Kettenwirk-Praxis (kWp) starken Photovoltaikanlage ausgestattet. Auf diesem Weg können 17.000 Kilowattstunden pro Jahr zu 100 Prozent ökologisch hergestellt und an Ort und Stelle, ohne hohe Transportverluste, verwendet werden. Dadurch ist es dem Unternehmen gelungen, einen weiteren Schritt näher an ihr selbst gesetztes Ziel - ihren ökologischen Fußabdruck Zug um Zug zu vermindern - zu kommen.
Kategorie Organisationen
"Tigergarten" - Nachbarschaftsgarten im Tigerpark
Im Frühjahr 2011 fand sich eine Gruppe von rund 20 interessierten Personen - Familien, ältere Damen, Studentinnen und Studenten et cetera - die im Tigerpark einen kleinen "Garten ums Eck" bauen und pflegen wollen. In der ehemaligen Hundezone des Tigerparks soll ein "Nachbarschaftsgarten" entstehen. Anrainerinnen und Anrainer sowie nahegelegene Bildungseinrichtungen sollen das 120 Quadratmeter große Areal eigentätig mit Gartenbeeten begrünen und dadurch aufwerten.
Auf den Beeten möchten die 20 Garteninteressierten Gemüse, Beeren, Kräuter, alte Sorten und Rankpflanzen in Eigenarbeit pflanzen, sich dabei kennen lernen, sich regelmäßig treffen und vor allem aus der Fläche einen grünen, lebendigen Blick- und Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und alle Anwohnerinnen und Anwohner machen.
Ökologisierung des Amtshauses und des Schlesingerplatzes
Daniela und Florian Leregger möchten mit ihrem Projekt das Amtshaus und den Schlesingerplatz energieeffizient und umweltschonend gestalten. Diese Ziele können in erster Linie durch die Anwendung neuer Technologien (Photovoltaik und Solarthermie) im Bereich der Stromerzeugung und Warmwasseraufbereitung erzielt werden. Weiters soll eine ökologische Fassadendämmung mit Schafschurwolle den Wärmedurchgang verringern und so zur Enrgieeffizienz beitragen. Zur nachhaltigen Verbesserung des Gebäudes und seiner Umgebung wird eine Dach- und Fassadenbegrünung eingesetzt. Dazu soll an jedem Fensterbrett eine Blumenkiste angebracht werden.
Die Ökologisierung des Schlesingerplatzes soll durch die Errichtung einer Elektrotankstelle und der Schaffung neuer Freiräume erreichen werden. Diese Maßnahmen sollen aus Sicht von Daniela und Florian Leregger den Platz optisch aufwerten und für die Bürgerinnen und Bürger lebenswerter machen.
Studentenheim Pfeilgasse 4-6: GreenBuilding Partner
Das Heim der Akademikerhilfe entstand 1931 nach den Plänen von Architekt Clemens Holzmeister. In den siebziger und achtziger Jahren wurde das Heim bereits mehrmals adaptiert. Zwischen Dezember 2009 und August 2011 wurde das Heim generalsaniert. Im Zuge des Umbaus wurden folgende Maßnahmen verwirklicht: behindertengerechte Adaptierung, thermische Gebäudesanierung durch Aufbringen eines Vollwärmeschutzes und Einbau von Wärmeschutzfenstern in Holz-Alu, Wärmerückgewinnung aus dem Brauchwasser, Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Einbau einer Brandmeldeanlage und einer Druckbelüftungsanlage, generelle Anhebung des Ausstattungsniveaus.
Durch die gesetzten Maßnahmen ist das Gebäude jetzt nicht nur energieeffizienter, sondern es können im Energiebereich auch Kosten in der Höhe von rund 74.000 Euro pro Jahr eingespart werden.
HAK II Hamerlingplatz: Photovoltaik - Chance oder Utopie
Im Rahmen eines Maturaprojekts aus dem Ausbildungszweig "Controlling" sind vier Schüler der HAK II der brennend aktuellen Frage nachgegangen, ob es möglich wäre die Stromversorgung zweier Schulen (Hamerlingplatz und Schönborngasse) technisch, ökologisch und ökonomisch durch Sonnenenergie zu sichern. Das Resultat des Projekts: Eine schriftliche Projektdokumentation. Das engagierte Projektteam kam bei den Recherchen zu dem Schluss, dass sich eine Investition in eine Photovoltaikanlage auf jeden Fall rechnen würde: Die langfristige Wirtschaftlichkeit wäre gegeben, langfristig würden die Schulen unabhängig von externen Energieanbietern, es wäre ein nachhaltiger Beitrag zur Umwelt und ein Imagegewinn durch Innovation wäre zu erwarten.
Weiterführende Informationen
Bezirksvorstehung Josefstadt
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