Orthopädisches Spital Speising

In der Speisinger Straße 109 lag die Erziehungsanstalt der Schulbrüder. 1913 wurde das erst drei Jahre alte Gebäude zu einem Waisenhaus umfunktioniert. 1938 mussten die Schulbrüder ihre Arbeit in Speising beenden, die Gebäude wurden Lazarette. In Folge der Kriegsereignisse wurden die dem Land Niederösterreich gehörenden Gebäude stark beschädigt. Im April 1947 beschloss der neu gegründete Landtag für Niederösterreich, das Spital wieder zu errichten. Die Pläne wurden mit schwedischer Hilfe erstellt. Die Europahilfe in Göteborg erklärte sich bereit, die gesamte Einrichtung für ein Kinderkrankenhaus aufzubringen. Aus Dankbarkeit für diese großherzige Unterstützung beschloss man, die Kinderheilanstalt Göteborghaus zu nennen. Das damals modernste Kinderspital Österreichs wurde am 3. Juni 1949 eröffnet.

Das Kinderspital verfügte über eine Geburtshilfe- und gynäkologische Station, eine Tuberkulose-Station, eine Prosektur und die notwendigen Wirtschaftseinrichtungen sowie eine Kinderkrankenpflegeschule. Primaria des neuen Spitals war die legendäre Pionierin der Kinderabteilung, Prof. Dr. Bertholda Plechl. Das Göteborghaus übersiedelte später nach Mödling.

In Mödling bestand seit 1882 ein Gemeindekrankenhaus, das später Bezirkskrankenhaus wurde. 1938, nach der Eingemeindung Mödlings in Groß-Wien, wurde es zu einem städtischen Krankenhaus. Nachdem die Alliierten 1954 die Rückgliederung der Randgemeinden Wiens nach Niederösterreich zugestimmt hatten, wurde das Spital in Mödling zu einem Landeskrankenhaus umgewandelt. Zur Verbesserung der finanziellen und organisatorischen Basis wurde ihm das Krankenhaus Speising angeschlossen.

Vom Landeskrankenhaus zum Orthopädischen Spital

Die Entwicklung des Krankenhauses in Mödling erfolgte schrittweise. 1956 kam die Tuberkulose-Station nach Mödling. In das frei werdende Gebäude zog das Orthopädische Spital ein (heutiger Pavillon 1). Nach Fertigstellung aller Bauten in Mödling übersiedelten 1969 alle übrigen Abteilungen und auch die Krankenpflegeschule. Damit war die Ära des Göteborghauses in Speising zu Ende.

Seit 1956 besteht das vom Frauenorden Dienerinnen des Heiligen Geistes geführte Orthopädische Spital in Speising. Der ursprüngliche Standort dieses Spezialkrankenhauses war in der Gassergasse im 5. Bezirk. Im Krieg wurde auch dieses Krankenhaus schwer getroffen. Das Gebäude war nicht mehr benutzbar. Das Spital übersiedelte in die Räumlichkeiten der Wiener Hofburg, wo es in äußerst beengten Verhältnissen bis 1956 verblieb.

Als Teile des Niederösterreichischen Landeskrankenhauses Speising nach Mödling übersiedelt wurden, konnte das Orthopädische Spital die frei werdenden Gebäude übernehmen. Es setzte eine rapide Entwicklung des Krankenhauses ein. Bereits 1958 wurde die Unterwassertherapiestation eröffnet, die schon 1963 zu klein wurde und daher einer Vergrößerung bedurfte. 1968 wurde das Schwesternhaus umgebaut. 1969 übernahm das Orthopädische Spital das bisherige Göteborghaus, das in der Folge gründlich erweitert und erneuert wurde. Eine neue, selbstständige Abteilung für Wirbelsäulenerkrankungen und Haltungsschäden wurde 1971 eingerichtet. 1985 konnte der nach modernsten Erkenntnissen eingerichtete Operationstrakt in der Riedelgasse in Betrieb genommen werden.

Das Orthopädische Spital heute

Nur durch die Existenz des Orthopädischen Spitals in Speising ist es möglich, die orthopädische Versorgung in Wien aufrecht zu erhalten. Inzwischen ist das Spital ein Unternehmen der Sankt Vinzenz Holding. Am 5. September 2003 wurde der Ausbau in der Riedelgasse mit neuen Operationssälen mit modernster Technik eröffnet.

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