Einfamilienhäuser von Adolf Loos im 13. Bezirk

Haus Horner

13., Nothartgasse 7
Fahrplanauskunft

1912, Adolf Loos

Das auf einer nach Süden abfallenden Parzelle errichtete Haus weist eine Wohnfläche von 200 Quadratmetern auf. Hier gelang es Loos, die strengen Bauvorschriften durch eine über dem Hochparterre ansetzende Dachzone zu umgehen, um möglichst viel Raum zu gewinnen. Ein halbtonnengewölbtes Dach sitzt über dem Hochparterregeschoss. Der Baukörper wird akzentuiert durch das markante Dach. Es erscheint gartenseitig durch den im Südosten angebauten Verandateil nach links verschoben. Bis auf die nach Nordwesten gerichtete Fassade weisen alle anderen unregelmäßig gesetzte Tür- und Fensteröffnungen auf. Sämtliche Fenster erfuhren später Veränderungen.

Haus Reitler

13., Elßlergasse 9
Fahrplanauskunft

1922, Adolf Loos
Umbauten 1974/75 und 1984/85, Luigi Blau

Das 1897 für den Stadtbaumeister Adalbert Witasek erbaute Haus wurde von Adolf Loos neu geplant und von den Stadtbaumeistern Moritz und Josef Sturany umgebaut. Das Haus ist innen wie außen äußerst symmetrisch gestaltet. Das Prinzip des Raumplans wurde bei diesem Bau nur ansatzweise angewendet. Der Umbau geschah im Gegensatz zum Haus Strasser unter Beibehaltung eines Großteils der tragenden Innenmauern. 1924 wurden im Dachboden drei Schlafräume eingebaut. 1927 erfolgte durch die Baumeister Moritz und Josef Sturany eine Änderung der Mansarde von Wohnräumen zu Lagerräumen. 1936 wurde Baumeister Hans Schneider mit der Planung und Ausführung einer Umwandlung des Einfamilienhauses in ein Zweifamilienhaus beauftragt. 1974/75 baute Luigi Blau entlang der Gartenseite eine Terrasse mit Stiegenabgng in den Garten. Auch im Inneren des Gebäudes fanden durch Blau zahlreiche bauliche Veränderungen statt.

Haus Rufer

13., Schließmanngasse 11
Fahrplanauskunft

1922, Adolf Loos unter Mitarbeit von Heinrich Kulka

Ein Sohn des Bauherrn, eines Kaufmannes und Zuckerimporteurs, war über den Schönberg-Kreis mit Adolf Loos bekannt und veranlasste diesen, dieses Einfamilienhaus zu planen. Der Originalzustand ist nur mehr zum Teil erhalten. Gartenseitig wurde in den 60er-Jahren eine Terrasse mit einem darunter liegenden Schwimmbecken angebaut. Der zwölf Meter hohe Bau ist charakterisiert durch die Anwendung des Raumplans. Dadurch ergibt sich an den Fassaden eine unregelmäßige Fenster- und Türanordnung. An der Straßenfassade befindet sich die Kopie eines Parthenonfries-Reliefs von Friedl. Es gibt eine tragende Säule; die Zwischenwände sind durch Gipsdielen beziehungsweise Holzschränke gekennzeichnet. Das Interessante an dem Haus ist der Raumplan, den Adolf Loos in diesem Haus verwirklich hat. Dieser ist zur Gänze erhalten geblieben. (Adolf Loos - außergewöhnlicher Baustil - Raumplan)

Haus Scheu

13., Larochegasse 3
Fahrplanauskunft

1912/13, Adolf Loos, Generalrenovierung: 1978/79

Dieses Haus ist das einzige Terrassenhaus, das Adolf Loos je baute. Es ist auch das einzige Terrassenhaus in Mitteleuropa. Es wurde für den Rechtsanwalt und Gemeinderat Gustav Scheu und dessen Frau, die Schriftstellerin Helene Scheu-Riesz, errichtet. Gustav Scheu war Initiator des Mietschutzrechtes und zählte zu den Anhängern der Gartenstadtbewegung. Sein Haus wurde zum geistigen und gesellschaftlichen Mittelpunkt der Vertreter dieser Wohnauffassung in Wien. Der Gedanke des Terrassenhauses fand bei Adolf Loos in dem 1923 entstandenen Projekt für das an der Riviera zu errichtende Grand Hotel Babylon eine ausgeprägte Formulierung. Nach zahlreichen baulichen Veränderungen fand 1978/79 eine Generalrenovierung statt. Im Wesentlichen erfolgte eine Rückführung in den ursprünglichen Bauzustand. Das Terrassenhaus ist gegen Osten abgestuft und verfügt über drei Wohngeschosse. Der Außenbau ist durch eine geradlinige, streng wirkende Kontur bestimmt.

Haus Steiner

13., St. Veit-Gasse 10
Fahrplanauskunft

1910, Adolf Loos

Der Auftraggeber hatte den Wunsch, eine Vielzahl von Räumen zu bekommen. Adolf Loos versuchte ein Maximum an Raum zu gewinnen, ohne die Bauvorschriften zu verletzen. Im Hietzinger Villenviertel durften die Häuser straßenseitig nur ein Geschoss über Niveau aufweisen. Über dem Erdgeschoss, äußerstenfalls über dem Hochparterre, musste die Dachzone beginnen. In seiner Lösung wirkt die Straßenfassade eingeschossig, denn über dem Hochparterre wölbt sich bereits das halbtonnenförmige Blechdach mit großen Mansardenfenstern. In diesem Dach befinden sich zwei Geschosse. An der gartenseitigen Fassade ist die Dreigeschossigkeit des Gebäudes ablesbar. Adolf Loos gelang trotz der Bauvorschriften ein geschlossen wirkender Baukörper. Er verwirklichte hier seine "Einraumidee": Von dem Eingang in die Küche und jenem in die Diele führen zwei Gänge in den einen Wohnraum des Hauses. Eine Wendeltreppe verbindet alle Geschosse miteinander. Das Haus steht seit 1996 unter Denkmalschutz.

Haus Stoessl

13., Matrasgasse 20
Fahrplanauskunft

1911/12, Adolf Loos

Das Haus wurde für die dreiköpfige Familie des Schriftstellers Otto Stoessl erbaut. Es bietet vier nutzbare Geschosse. Zwei Geschosse befinden sich im Mansardendach. Die Südansicht des Dachgeschosses zeigt eine Terrasse. Die Wand ist mit Holz verschalt. Die Strenge des sonst glatten, kubischen Hauses wird dadurch gemildert. Die Südfassade ist als Einzige symmetrisch gestaltet. Die Lage des Hauses ist so gewählt, dass vor allem während des Winters optimale Lichtverhältnisse herrschen. Jeden ersten Sonntag im Monat versammelten sich im Essraum jahrelang Freunde des Hauses, unter ihnen Oskar Laske, Ernst Krenek und Alban Berg.

Haus Strasser

13., Kupelwiesergasse 28
Fahrplanauskunft

1918/19, Adolf Loos

Das aus dem Jahr 1896 stammende dreigeschossige Haus wurde für Heinrich Ritter Loebenstein von Aigenhorst errichtet. Adolf Loos baute es für den Wiener Fabrikanten Karl Strasser weitgehend um. Erstmals verwendete er den Raumplan. Es wurden für verschiedene Räume unterschiedliche Höhen geschaffen. Das Haus steht seit 1973 unter Denkmalschutz. 1991/1992 erfolgte eine Restaurierung im Inneren wie im Äußeren. Durch das Mansardendach erhält das Gebäude ein viertes Geschoss. Wie so oft bei Adolf Loos dient eine Wendeltreppe zur Verbindung der Stockwerke. Die Straßenfassade wirkt durch einen vorspringenden Erker des Obergeschosses asymmetrisch.

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