Güterbahnhof Inzersdorf: Runder Tisch präsentiert erfolgreiches Ergebnis

Die VertreterInnen von Politik, Bahn, Bürgerinitiativen und Kleingartenvereinen zeigten sich mit den erzielten Kompromissen zufrieden.
Der Wiener Runde Tisch zum Terminal Wien Inzersdorf präsentierte Ende März 2011 seine Ergebnisse. Dabei zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine durchwegs positive Bilanz der gemeinsamen Arbeit.
Auch die Vertreter Favoritens, BVin-Stv. Josef Kaindl, und Liesings, BR Ing. Wolfgang Ermischer, zeigten sich zufrieden. Mit der Unterzeichnung des "BürgerInnenvertrags" wurden die gemeinsam erarbeiteten Punkte festgeschrieben.
Wünsche der Anrainerinnen und Anrainer berücksichtigt
Nach fast einjährigen Gesprächen und kurz nach Einreichung des Projektes zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) stellte der Runde Tisch zum Terminal Wien Inzersdorf seinen Zwischenbericht vor. Die gemeinsam erarbeitete Lösung berücksichtigt die Wünsche und Anregungen der Anrainerinnen und Anrainer. Durch den BürgerInnenbeteiligungsprozess konnten wesentliche Verbesserungen gegenüber den ersten Planungen erreicht werden. Das bestätigten Rechtsanwalt Dr. Heinz Vana und Baurat DI Helmut Werner, die die Arbeit des Runden Tisches fachkundig und einfühlsam begleitet hatten.
Runder Tisch als Best Practice-Modell

Beim geplanten Terminal in Inzersdorf wird ein behutsames Miteinander von Grün-Siedlungen und Infrastrukturprojekt verwirklicht.
"Als BürgerInneninitiative und Kleingartenvereine standen wir vor der Entscheidung die Rahmenbedingung - also die Absicht, einen Güterterminal zu bauen - zu akzeptieren und so Einfluss auf die Mitgestaltung beim Bau zu haben, oder den Terminal prinzipiell abzulehnen. Wir entschieden uns für den Runden Tisch. Wir haben zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger viel erreicht", resümierte Erich Guzmits, Sprecher der Bürgerinitiative Stopp MegaCity Rothneusiedl. "Der Runde Tisch kann als Best Practice-Modell für weitere BürgerInnenbeteiligungen dienen. Besonders möchten wir hervorheben, dass alle Gespräche in wertschätzender Atmosphäre stattfanden, Diskussionen niemals abgewürgt und kritische Punkte ausdiskutiert wurden", stellte Guzmits im Namen der Bürgerintiative und Kleingartenvereine fest.
Weitere Überwachung durch BürgerInneninitiative
"Wir halten aber nochmals fest, dass wir die Verbauung des Grüngürtels bedauern. Die Bürgerinitiative wird auch während des Baus sowie während des Betriebs des Terminals die Einhaltung der zugesicherten Details überwachen", so Guzmits weiter.
Auch ÖBB und WUA mit Ergebnis zufrieden
Christian Trummer, zuständiger Projektleiter der ÖBB-Infrastruktur AG, hob die positive Zusammenarbeit hervor: "Ich war erfreut, dass das umweltfreundliche System Schiene grundsätzlich so positiv aufgenommen wurde. Wir verstehen natürlich die Sorgen der Anrainerinnen und Anrainer und haben Ideen und Wünsche so weit wie möglich in die Planungen einfließen lassen. Ich denke wir haben gemeinsam ein für alle positives und herzeigbares Ergebnis erarbeitet".
Auch der Stellvertretende Leiter der Wiener Umweltanwaltschaft, DI Alfred Brezansky, zeigte sich zufrieden: "Ich hoffe, dass das Beispiel dieses gelungenen BürgerInnenbeteiligungsprozesses Schule macht und dass künftig vermehrt Bürgerinnen und Bürger in konfliktträchtige Planungsprozesse und Bauvorhaben einbezogen werden."
Runder Tisch wird fortgesetzt
Die Arbeit des Runden Tisches wird weiter fortgesetzt. Er soll auch das Behördenverfahren begleiten und später kontrollieren, ob die geplanten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Die Verhandlung zur Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts fand am 22. und 23. November 2011 statt. Voraussichtlicher Baubeginn ist 2012/2013, das voraussichtliche Bauende 2017/2018.
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